Lijana Kaggwa, Vorsitzende von "Love always wins e.V." leitete den Workshop, der unter dem Motto "Unfiltered - Du bist mehr als dein Feed" stand.
Gruppenfoto des Orga-Teams: Die Organisatoren freuten sich über den Erfolg des Workshops. Fotos: Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Hersfeld-Rotenburg, 19. Juni 2026 –Der Deutsche Wetterdienst warnt aktuell auch im Landkreis Hersfeld-Rotenburg vor starker Wärmebelastung. Das Gesundheitsamt des Landkreises ruft deshalb dazu auf, die heißen Tage nicht zu unterschätzen und rechtzeitig vorzusorgen.
„Hitze kann ernsthafte gesundheitliche Folgen haben“, sagt Habibollah Zawarehi, Leiter des Gesundheitsamtes. Besonders ältere und pflegebedürftige Menschen, Säuglinge und Kleinkinder, Schwangere, Menschen mit Vorerkrankungen sowie Personen, die draußen arbeiten oder sich nicht ausreichend schützen können, seien gefährdet. „Wichtig ist, dass man nicht erst reagiert, wenn der Kreislauf bereits Probleme macht. Hitzeschutz beginnt vorher – mit ausreichend Flüssigkeit, kühlen Räumen, angepasstem Verhalten und Aufmerksamkeit füreinander.“
Ausreichend Trinken und leichte Kost essen
Gerade ältere Menschen spüren Durst oft weniger deutlich. Gleichzeitig verliert der Körper bei hohen Temperaturen Flüssigkeit und Salze. Das Gesundheitsamt empfiehlt deshalb, über den Tag verteilt regelmäßig zu trinken – am besten Wasser, ungesüßte Tees oder stark verdünnte Saftschorlen. „Eiskalte Getränke sind weniger geeignet, weil sie den Körper zusätzlich belasten können. Wer an Herz- oder Nierenerkrankungen leidet oder entwässernde Medikamente einnimmt, sollte die Trinkmenge ärztlich abklären“, erklärt der Arzt.
Auch beim Essen hilft es, den Körper nicht zusätzlich zu belasten. Leichte Mahlzeiten, wasserreiches Obst und Gemüse, Salate oder kleinere Portionen über den Tag verteilt sind bei Hitze besser geeignet als schwere, fettige Speisen. Gleichzeitig kann eine ausreichende Salzaufnahme wichtig sein, wenn viel geschwitzt wird.
Wohnung kühl halten
Besonders belastend ist Hitze in aufgeheizten Wohnungen. Fenster sollten tagsüber geschlossen und Räume möglichst verschattet werden. Gelüftet wird am besten früh morgens, spät abends oder nachts, wenn die Außentemperatur niedriger ist als in der Wohnung. Kühlung verschaffen feuchte Tücher, lauwarme Duschen, Fußbäder oder das Abkühlen von Unterarmen und Nacken. Ventilatoren können helfen, wenn die Raumtemperatur nicht zu hoch ist; bei sehr heißer Luft ersetzen sie aber keine echte Abkühlung.
Richtiges Verhalten
„Wer kann, sollte anstrengende Tätigkeiten in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen“, sagt Zawarehi. Die direkte Sonne, besonders zwischen elf und 17 Uhr, sollte möglichst gemieden werden. Wer draußen unterwegs ist, sollte auf helle, luftige Kleidung, Kopfbedeckung, Sonnenbrille und Sonnenschutz achten. Das gilt auch für kurze Wege, denn die Belastung kann bei hohen Temperaturen sehr schnell zunehmen.
„Achten Sie auf Ihre Mitmenschen und handeln Sie im Notfall“
Das Gesundheitsamt bittet außerdem darum, auf Mitmenschen zu achten. Angehörige, Nachbarn oder Pflegepersonen sollten bei älteren oder alleinlebenden Menschen regelmäßig nachfragen, ob genug getrunken wurde, die Wohnung kühl gehalten werden kann und es gesundheitliche Beschwerden gibt. Auch Säuglinge, Kleinkinder und Haustiere dürfen bei Hitze niemals im Auto zurückgelassen werden – auch nicht für wenige Minuten.
Warnzeichen einer Hitzeerschöpfung können Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, starke Erschöpfung, Muskelkrämpfe, ein schneller Puls oder kalte, feuchte Haut sein. Betroffene sollten sofort aus der Hitze gebracht, gekühlt und mit Flüssigkeit versorgt werden. Wenn sich der Zustand nicht rasch bessert oder Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit, heiße trockene Haut oder eine stark erhöhte Körpertemperatur hinzukommen, kann ein Hitzschlag vorliegen. Dann zählt jede Minute: In diesem Fall sollte sofort der Notruf 112 gewählt werden.
Unser Appell ist einfach: Nehmen Sie die Hitze ernst, passen Sie Ihren Alltag an und schauen Sie aufeinander“, sagt Zawarehi. „Viele gesundheitliche Probleme lassen sich vermeiden, wenn man frühzeitig vorsorgt.“
Weitere Informationen
Ein Hitzeschlag muss sehr ernst genommen werden. Besonders kleine Kinder und Senioren sind gefährdet. Dabei müssen folgende Symptome beachtet werden:
Hauptsymptome eines Hitzschlags
Sofortige Erste-Hilfe-Maßnahmen beim Verdacht auf einen Hitzeschlag
Flüssigkeit: Nur zu trinken geben (Wasser, lauwarmer Tee), wenn die Person vollkommen wach und bei klarem Bewusstsein ist.
Organisiert und finanziert wurde die Veranstaltung vom Frauen- und Gleichstellungsbüro des Landkreises und dem Verein SMOG e.V.
Hersfeld-Rotenburg, 19. Juni 2026 – Rund 100 Schülerinnen der Klassenstufen sieben bis neun der Konrad-Duden-Schule in Bad Hersfeld haben kürzlich an einem Workshop der ganz besonderen Art teilgenommen. Unter dem Motto „Unfiltered – Du bist mehr als dein Feed“ haben sich die Schülerinnen rund 2,5 Stunden mit den Themen Cybermobbing und digitale Gewalt beschäftigt. Unter der Leitung von Lijana Kaggwa, Vorsitzende des Vereins „Love always wins e.V.“ aus Kassel setzten sich die Teilnehmerinnen nach dem gemeinsamen Auftakt und einem interaktiven Vortrag an vier Workshop-Stationen damit auseinander.
So ging es in der rund einstündigen Workshop-Phase bei der Station von Lijana Kaggwa darum, was Deepfakes sind und, wie man diese erkennen kann. Sie blickte mit den Schülerinnen zudem auch hinter die Kulissen von Social Media. Eine weitere Station stand unter dem Motto „Stärker als Likes“. Aylin Otztürk, Vereinsmitglied bei „Love always wins e.V.“, sprach mit den Mädchen über Selbstwert, Zivilcourage und den Umgang mit Druck und Vergleichen. Darüber hinaus gab es unter anderem noch die Möglichkeit, ein digitales Workbook auszufüllen.
Organisiert und finanziert wurde der Workshop vom Frauen- und Gleichstellungsbüro des Landkreises Hersfeld-Rotenburg und dem Verein Schule machen ohne Gewalt e.V. (SMOG). Der Spenden-Erlös aus dem Kalender „Wir sind wir – Frauen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg“ kam dem Projekt zu Gute. Im Kalender zeigen 53 Frauen und Frauengruppen stellvertretend gezeigt, wie vielfältig, kreativ und engagiert die Frauen im Landkreis sind.
„Uns war es sehr wichtig, dass der Erlös aus dem Kalender-Projekt in die Mädchen-Arbeit direkt bei uns vor Ort fließt. Der Workshop hat thematisch genau da angesetzt, wo wir einen wichtigen Beitrag zur Prävention und zur Stärkung von Mädchen und jungen Frauen leisten können. Dass Cybermobbing und digitale Gewalt gleichstellungspolitische Themen sind, hat man auch an der guten Beteiligung der jungen Mädchen bei den einzelnen Stationen gemerkt“, sagen Corinna Zehender, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, und ihre Stellvertreterin Christel Zimmermann.
Erwin Maisch, erster Vorsitzender des Vereins SMOG e.V., fügt an: „Der Workshop heute hat uns mal wieder gezeigt, wie wichtig unsere präventive Arbeit in diesem Bereich ist. Die Mädchen hatten die Möglichkeit sich zu öffnen, Gefahren zu erkennen und zu lernen, wie man mit Cybermobbing umgehen kann. Als Betroffene hat Lijana Kaggwa über eigene Erfahrungen gesprochen und ihren Umgang damit geschildert. Sie ist hier ein Vorbild für junge Frauen.“
Weitere Informationen dazu und das Workbook gibt es unter www.hef-rof.de/ungefiltert.
Bund und Länder belegen jedoch bei Schulden die Plätze 1 und 2
Hersfeld-Rotenburg, 22. Juni 2026 – Die Kommunen bekommen immer mehr zusätzliche Aufgaben von Bund und Land. Dazu steigen die Kosten, ohne einen Ausgleich von Bund und Land. Gleichzeitig müssen die Kommunen den Haushaltsausgleich, der gesetzlich vorgegeben ist, hinbekommen.
„Es könnte der Eindruck entstehen, die gut 11.000 Kommunen in Deutschland, davon 421 in Hessen, können nicht mit Geld umgehen. Aber das ist falsch“, sagt Landrat Torsten Warnecke.
Pro-Kopf-Verschuldung im Landkreis Hersfeld-Rotenburg vergleichsweise niedrig
Wenn man die Verschuldung auf Bundesebene betrachtet, dann kommt auf jede Bürgerin und jeden Bürger eine Verschuldung in Höhe von rund 33.000 Euro. Das Land Hessen lässt nach dieser Berechnung jede Bürgerin und jeden Bürger mit gut 11.000 Euro in der Kreide stehen. Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg weist aktuell mit 2.500 Euro Pro-Kopf-Verschuldung vergleichsweise am wenigsten auf.
Anders sieht es aus, wenn die jeweiligen Vermögen berücksichtigt werden. Dann sinkt die Pro-Kopf-Verschuldung beim Bund auf gut 21.000 Euro, beim Land auf 8.000 Euro. Beim Landkreis Hersfeld-Rotenburg ergibt sich sogar für jeden Bürger und jede Bürgerin ein Vermögen von gut 1.200 Euro – nach Abzug der Schulden.
„Das wird jedoch in Zukunft nicht so bleiben, denn die Aufgaben- und damit Kostenverlagerung wird deutlich steigen. Und während Bund und Land Steuererhöhungen ablehnen, werden den Kommunen Abgaben- und Steuererhöhungen vorgeschrieben“, moniert Warnecke. So werden die Kommunen in Hessen in diesem Jahr allein mehr als 250 Millionen Euro Zuschüsse an die Krankenhäuser zu zahlen haben. „Eigentlich eine Bundesangelegenheit“, kritisiert Warnecke. Und die Krankenhausreform wird weiteres kommunales Geld kosten.
Vergleich in der Übersicht (gerundet)
Bundesrepublik Deutschland: 2,7 Billionen Euro Schulden minus 900 Milliarden Euro Vermögen bedeuten gleich 1,8 Billionen Euro Netto-Verschuldung.
Land Hessen: 70 Milliarden Euro Schulden minus 20 Milliarden Euro Vermögen bedeuten gleich 50 Milliarden Euro Netto-Schulden.
Landkreis Hersfeld-Rotenburg: 295 Millionen Euro Schulden minus 436 Millionen Euro Vermögen bedeuten gleich 141 Millionen Euro Netto-Vermögen.
Bundesweit beteiligen sich heute Städte, Landkreise und Gemeinden am Aktionstag „Kommunen am Limit“, um auf die dramatische kommunale Finanzsituation aufmerksam zu machen. Die drei kommunalen Spitzenverbände - Deutscher Städtetag, Deutscher Landkreistag und Deutscher Städte- und Gemeindebund - haben gemeinsam zu diesem Aktionstag aufgerufen und fordern von Bund und Ländern, endlich entschlossen zu handeln und wirksame Maßnahmen gegen die kommunale Finanzkrise zu ergreifen.
Die Finanzlage der Städte, Landkreise und Gemeinden ist dramatisch: Das kommunale Defizit lag 2025 bei rund 30 Milliarden Euro - ein historischer Höchststand, Tendenz steigend. Eine Hauptursache sind steigende Sozialausgaben, die die Kommunen bundesgesetzlich leisten müssen, und bei denen in der Vergangenheit der Umfang und die Standards immer weiter erhöht wurden.
Für die Bürgerinnen und Bürger wird die kommunale Finanzkrise direkt spürbar. Und sie betrifft viele kommunale Aufgaben wie z. B. die Instandhaltung von Schulen, Bibliotheken, Schwimmbäder, Kultur- und Sportangebote, den ÖPNV, die Krankenhausversorgung, die Wirtschaftsförderung und viele soziale Angebote.
Die Kommunen und ihre drei kommunalen Spitzenverbände fordern deshalb von Bund und Ländern:
| • | Das kommunale Finanzierungsdefizit muss vollständig beseitigt werden. Dies kann über eine jährliche Soforthilfe, eine Erhöhung des kommunalen Anteils an den Gemeinschaftssteuern sowie notwendige Reformen in den sozialen Sicherungssystemen geschehen. |
| • | Der Grundsatz „Wer bestellt, bezahlt auch“ muss sofort für jede Aufgabenübertragung oder -ausweitung von Bund und Ländern gelten – mit einem vollständigen finanziellen und dynamisierten Ausgleich für alle Aufgaben, die den Kommunen von Bund und Ländern übertragen werden. |
Die kommunale Finanzkrise ist nicht abstrakt. Sie ist sehr konkret vor Ort spürbar. Bund und Länder müssen handeln, damit der Staat vor Ort für seine Bürgerinnen und Bürger handlungsfähig bleibt.