Frühzeitig und zügig konnte diesjährig die Wintergerstenernte mit überaus erfreulichen Ergebnissen abgeschlossen werden. Trotz anhaltender Trockenheit, überzeugte die Gerste im Gegensatz zum Vorjahr mit hohen Erträgen, sehr hohen Hektolitergewichte und Kornqualitäten. Die Landessortenversuche in Hessen beschreiben, inwiefern die einzelnen Sorten unter den hiesigen Bedingungen sich diesjährig im Detail präsentierten. Bei der Wintergersten-Aussaat sollte auf Sorten gesetzt werden, die neben einer guten Ertragsleistung und Vermarktungsqualität auch Ertragssicherheit bieten. Auf Basis der mit den Sorten gemachten Erfahrungen werden für die Aussaat 2022 die mehrzeiligen Sorten SY Galileoo, Esprit, Teuto vorläufig empfohlen. Sind Sorten erst zweijährig geprüft, zeigen sich aber bereits vielversprechend, können diese dem Probeanbau dienen. Als geeignete Sorten für einen ersten Probeanbau erzielen KWS Morris und SU Midnight entsprechende Ergebnisse. Für die Aussaat zweizeiliger Wintergersten in 2022 werden die Sorten Bordeaux und KWS Moselle vorläufig empfohlen. Als geeignete Sorten für einen ersten Probeanbau versprechen Almut und Arthene entsprechende Ergebnisse. Die Aussaat nicht zu früh durchführen und auf ein gut abgesetztes Saatbett und eine gute Bodenstruktur achten.
Lars Klingebiel, LLH Eichhof Bad Hersfeld, 06621-922841
Durch die anhaltende Trockenheit kann der Abbau von Sulfonylharnstoffen (z.B.: Atlantis Flex, Concert SX, Husar OD/Plus, Broadway, Pointer SX u.a.) gehemmt werden. Die Auflagen
WP 710 und WP 720 auf der Gebrauchsanleitung des eingesetzten Herbizides weisen z.B. auf das Risiko beim Nachbau von Raps o. dikotylen Zwischenfrüchten hin. Zwar fördert die intensive Bodenbearbeitung den mikrobiellen Abbau, ein Restrisiko bleibt aber bestehen. Deshalb ist die Anlage eines Kressetestes sinnvoll - die Pflanze reagiert sehr empfindlich auf Rückstände dieser Wirkstoffe; zur Kontrolle immer eine Probe aus einer unbehandelten Fläche mit testen.
Karl-Heinrich Claus, LLH HEF/FD; 0160 90725736