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Kirchheimer Nachrichten
Ausgabe 37/2026
Aus dem Rathaus wird berichtet
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Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg informiert:

Die hessischen Landrätinnen und Landräte richteten den Berliner Appell an den Bund. Unter ihnen auch Landrat Torsten Warnecke (3.v.l.).

Die hessischen Landrätinnen und Landräte trafen in Berlin unter anderem Philipp Amthor, Staatsminister für Bund-Länder-Beziehungen im Bundeskanzleramt. Fotos: Hessischer Landkreistag

Pflegekinderdienst_Pflegefamilie Claudia Leibelt (Mitte) bildet mit drei Kolleginnen das Team des Pflegekinderdienstes des Landkreises. Es gibt aktuell insgesamt 64 Pflegestellen, darunter auch Sonja (links) und Dirk (rechts) Meier aus Bad Hersfeld.

Dirk und Sonja Meier geben fünf Pflegekindern in Bad Hersfeld ein liebevolles Zuhause. Fotos: Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Landrat Torsten Warnecke zeichnete 63 Schülerinnen und Schüler für ihre Tätigkeiten beim FSSJH auf dem Bad Hersfelder Obersberg aus.

Landrat Torsten Warnecke unterstrich in seiner Rede die Bedeutung des Ehrenamts.

Dagmar Conrad (links) und Christina Reuscher sind in der Kreisverwaltung für das FSSJH verantwortlich. Fotos: Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Handlettering, spannende Experimente und Amsterdam-Fahrt: Vielfältiges Herbst-Programm für Kinder und Jugendliche

Kinder- und Jugendförderung des Landkreises hat spannende Angebote für Kinder und Jugendliche von acht bis 17 Jahren auf die Beine gestellt

Hersfeld-Rotenburg, 2. September 2026 – Langsam aber sicher verabschiedet sich der Sommer 2026. Die Kinder- und Jugendförderung des Landkreises blickt daher schon gespannt auf die Herbstmonate. Sie hat ein spannendes Programm für Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 17 Jahren auf die Beine gestellt.

Bildungsfahrt nach Amsterdam

Los geht es mit der Bildungsfahrt nach Amsterdam. Von Montag, 5. Oktober bis Freitag, 9. Oktober geht es für Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren in die Hauptstadt der Niederlande. Die Teilnehmenden erwartet ein abwechslungsreiches Programm mit einer Grachtenfahrt, dem Besuch des Anne-Frank-Hauses und des A’DAM Towers. Es bleibt zudem ausreichend Zeit, die Stadt zu entdecken. Die Kosten belaufen sich auf 350 Euro.

Bunter Herbst auf dem Jugendhof

Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren können von Montag, 12. Oktober bis Mittwoch, 14. Oktober jeweils von 8:30 Uhr bis 15 Uhr auf dem Rotenburger Jugendhof entdecken, experimentieren und kreativ werden. Ob Umweltbiologie, Drachenbauen oder Experimente: Die Kinder werden aktiv, probieren Neues aus und erleben gemeinsam eine spannende Zeit. Die Teilnahmegebühr beträgt 45 Euro, enthalten sind Programm, Verpflegung und Betreuung.

Art Lounge

Kreativ und entspannt wird es am Freitag, 6. November bei der „Art Lounge“. Junge Frauen ab 16 Jahren können gemeinsam mit einer Künstlerin in die Welt von Handlettering und Aquarell eintauchen. In gemütlicher Atmosphäre im Buchcafé in Bad Hersfeld geht es darum, kreativ zu sein und neue Kontakte zu knüpfen. Die Teilnahme kostet fünf Euro.

Selbstbehauptungskurse

Wer lernen möchte, selbstbewusster aufzutreten und für sich einzustehen, kann am Samstag, 21. November an Selbstbehauptungskursen für verschiedene Altersgruppen teilnehmen. „Stark wie ein Tiger“ für Kinder von acht bis zwölf Jahren, „Grenzen setzen – Stärke zeigen“ für Jungen von 13 bis 15 Jahren und „Stark, stärker, Mädchen“ für Mädchen von 13 bis 15 Jahren. Die Kurse finden in der Jahnhalle statt und werden von erfahrenen Anleiterinnen und Anleitern durchgeführt. Im Mittelpunkt stehen Selbstvertrauen, das Erkennen und Setzen eigener Grenzen sowie ein selbstbewusstes Auftreten. Der Teilnahmebeitrag beläuft sich jeweils auf fünf Euro.

Anmeldungen zu den Veranstaltungen sind online auf der Homepage-Seite der Kinder- und Jugendförderung unter www.hef-rof.de/jugendarbeit oder im Bildungs- und Betreuungsportal des Landkreises unter www.hef-rof.de/bubportal möglich.

Berliner Appell: Landrat Torsten Warnecke richtet gemeinsam mit hessischen Landrätinnen und Landräte Appell an Bund

Bundesreformen müssen kommunale Haushalte entlasten - Landkreise fordern Kurswechsel bei Sozialausgaben und Kommunalfinanzen

Berlin, 3. September 2026 – Die hessischen Landrätinnen und Landräte, so auch Torsten Warnecke, haben bei ihrem gemeinsamen Seminar in der Bundeshauptstadt einen gemeinsamen Appell zur Zukunft der Kommunalfinanzen verabschiedet. Im Mittelpunkt steht die Forderung, die Ursachen der seit Jahren steigenden kommunalen Ausgaben stärker in den Blick zu nehmen. Vor allem der Bund müsse bei seinen Reformvorhaben dafür sorgen, dass die finanzielle Belastung der Landkreise zurückgeht. Die Landkreise tragen einen erheblichen Teil der sozialen Leistungen vor Ort. Gerade hier sind die Ausgaben in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Reformen der gesetzlichen Krankenversicherung, der Alterssicherung und weiterer sozialer Sicherungssysteme dürfen nach Auffassung der hessischen Landrätinnen und Landräte keine zusätzlichen Belastungen auf Länder und Kommunen verlagern. Bundespolitische Entscheidungen müssten künftig auch daran gemessen werden, ob sie die kommunale Ausgabendynamik wirksam begrenzen.

Landrat Bernd Woide (Fulda), Präsident des Hessischen Landkreistages, dazu: „Wir können die kommunale Finanzkrise nicht dauerhaft mit immer mehr Geld auffangen, solange bundespolitische Entscheidungen die Ausgaben der Landkreise weiter nach oben treiben. Der Bund muss die Sozialstaatsreform jetzt nutzen, um die kommunalen Haushalte spürbar und dauerhaft zu entlasten. Bis diese strukturellen Reformen greifen, bleibt das Land Hessen gefordert. Wir benötigen daher eine Soforthilfe, die die finanzielle Handlungsfähigkeit unserer Landkreise sichert.“

„Am Ende geht es bei der kommunalen Finanzlage nicht um abstrakte Zahlen in Haushaltsplänen, sondern um die Frage, ob Landkreise ihre Aufgaben für die Menschen vor Ort noch verlässlich erfüllen und Zukunft gestalten können. Wenn immer neue gesetzliche Anforderungen hinzukommen, ohne die Finanzierung dauerhaft mitzudenken, gerät dieses Prinzip aus dem Gleichgewicht. Wir brauchen deshalb einen Perspektivwechsel: Nicht erst über die Verteilung knapper Mittel sprechen, sondern bei jeder Reform von Anfang an klären, welche Folgen sie für die kommunale Ebene hat. Bund, Land und Kommunen müssen hier gemeinsam Verantwortung übernehmen“, so Landrat Torsten Warnecke.

Die Erwartungen der Landrätinnen und Landräte richtet sich insbesondere an die anstehende Sozialstaatsreform. Die Landkreise sehen hier die Chance, Aufgaben, Verfahren und Leistungsstrukturen so zu verändern, dass dauerhaft tragfähige Lösungen entstehen. Die im hessischen Zukunftspakt vereinbarten Ansätze bei Eingliederungshilfe, SGB II und Sozialhilfe sollen deshalb auch gegenüber dem Bund weiterverfolgt werden. Bei der Größenordnung der Sozialausgaben reichen Verfahrensvereinfachungen allein nicht aus. Die Reformen müssen zu einer finanziellen Entlastung der kommunalen Haushalte führen.

Die bundespolitischen Forderungen des Berliner Appells bestimmten auch die Gespräche während des Seminars. Mit dem Staatsminister für Bund-Länder-Beziehungen im Bundeskanzleramt, Philipp Amthor, erörterten die Landrätinnen und Landräte die Auswirkungen aktueller Bundespolitik auf die kommunale Ebene. Zur Sozialstaatsreform fanden Gespräche mit Dr. Michael Schäfer, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, sowie mit der Beigeordneten des Deutschen Landkreistages, Dr. Irene Vorholz, statt. Mit dem Hauptgeschäftsführer des Deutschen Landkreistages, Dr. Kay Ruge, wurden weitere aktuelle Reformvorhaben des Bundes und ihre Bedeutung für die Landkreise beraten.

Der Berliner Appell richtet den Blick zugleich auf die eigene staatliche Aufgabenstruktur. Land und Kommunen sollen gemeinsam prüfen, welche Standards weiterhin erforderlich sind, wo Verfahren vereinfacht und Aufgaben reduziert oder gebündelt werden können. Die Landrätinnen und Landräte sprechen sich dafür aus, die im Zukunftspakt begonnene Aufgabenkritik konsequent fortzuführen und dabei auch die Landesebene einzubeziehen. Erst wenn die Ausgabendynamik wirksam begrenzt wird, kann eine dauerhaft tragfähige Finanzierung der Landkreise erreicht werden. Angesichts der akuten Haushaltslage braucht es daneben jedoch kurzfristige finanzielle Unterstützung. Für 2027 fordern die Landrätinnen und Landräte deshalb eine erneute Stabilisierungsmaßnahme des Landes. Die erwarteten Zuwächse im Kommunalen Finanzausgleich reichen nicht aus, um die steigenden Pflichtausgaben aufzufangen. Für die Neuordnung des Kommunalen Finanzausgleichs 2028 erwarten die Landkreise eine strukturelle Reform, die sich an den tatsächlichen kommunalen Aufgaben und Ausgaben orientiert. Die Reform muss die bestehende Finanzierungslücke wirksam angehen und die kommunale Handlungsfähigkeit dauerhaft verbessern.

Neben den kommunalen Finanzen standen weitere bundespolitische Themen auf der Agenda des Landräteseminars. Mit Sören Bartol, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, wurde über die Entwicklung des Wohnungsbaus und die Bereitstellung von Wohnraum beraten.

Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die veränderten Anforderungen an die zivile und militärische Verteidigung. Mit Oberst Michael Felten vom Landeskommando Hessen sowie Dr. Alexander Götz, Leiter der Hauptabteilung Aufwuchs im Bundesministerium der Verteidigung, und Dr. Tobias Bräunlein, Leiter der Abteilung Brand- und Katastrophenschutz, Heimatschutz und Krisenmanagement im Hessischen Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz, tauschten sich die Landrätinnen und Landräte über die Umsetzung des OPLAN DEU und den geplanten Aufwuchs der Bundeswehr in den kommenden Jahren aus.

 

 

 

„Strukturiertes Chaos“ mit ganz viel Herz: Familie Meier gibt fünf Pflegekindern ein Zuhause

Vor fast 20 Jahren hat Familie Meier aus Bad Hersfeld das erste Pflegekind bei sich aufgenommen. Fünf Kinder sind jetzt Teil der Familie: mit viel Zeit, Liebe und Geborgenheit schaffen Sonja und Dirk Meier den Kindern ein liebevolles Zuhause

Hersfeld-Rotenburg, 4. September 2026 – Es ist ein sonniger Donnerstagvormittag Ende August in Bad Hersfeld. „Das strukturierte Chaos ist zurück“, sagt der 56-jährige Dirk Meier und seine Frau Sonja, 53, fügt an: „In den Ferien ist das Familienleben immer etwas entspannter, aber jetzt sind wir wieder voll in unserem Alltag drin.“ Familienleben das bedeutet bei den Meiers der Alltag mit ihren fünf Pflegekindern im Alter von acht bis 19 Jahren. Mehr als 18 Jahre ist es mittlerweile her, dass sie ihren ersten Pflegesohn, damals rund ein halbes Jahr alt, bei sich aufgenommen haben. „An dem Tag, als wir ihn damals aufgenommen haben, hat er uns vom ersten Moment angestrahlt“, blickt Sonja Meier zurück: „Ganz nach dem Motto: Mich werdet ihr so schnell nicht mehr los.“

Fünf Pflegekinder komplettieren Familie Meier

In ihren Zwanzigern werden die Meiers zum ersten Mal Eltern ihrer leiblichen Tochter, die heute 29 ist. Nach der Geburt einer weiteren Tochter scheint die Familie komplett. Doch dann ereilt die junge Familie ein schwerer Schicksalsschlag: Ihre zweite leibliche Tochter stirbt im Alter von nur sechs Monaten. Den Meiers ist schnell klar, dass sie weitere Kinder möchten. Nachdem sie anfangs über die Alternative Adoption nachdenken, bekommen sie eher zufällig mit, dass es auch die Option gibt, Pflegekinder aufzunehmen.

„Das Beste, was uns als Jugendamt passieren konnte ist, dass sich Familie Meier damals vor rund 20 Jahren dazu entschieden hat, Pflegefamilie zu werden“, sagt Claudia Leibelt vom Pflegekinderdienst des Landkreises Hersfeld-Rotenburg. Sie kennt und begleitet die Familie jetzt bereits seit sieben Jahren.

 

 

Nachdem Sonja und Dirk Meier ihren heute 19-jährigen Pflegesohn aufgenommen haben, folgen noch zwei Jungen und zwei Mädchen, darunter ein leibliches Geschwisterpaar. Die weiteren Pflegekinder sind heute acht, zwölf, 14 und 16 Jahre alt. Das Alter bei der Aufnahme war dabei sehr verschieden: Während eines der Kinder im Alter von nur drei Monaten aufgenommen wurde, war ein anderes bereits zehn Jahre alt. Die Gefühlslage im Moment der jeweiligen Aufnahme beschreiben sie immer gleich: aufgeregt und überglücklich.

Zeit, Liebe, Sicherheit und ein liebevolles Zuhause

Das Umfeld der beiden hat auf die Aufnahme des ersten Pflegekindes positiv reagiert. Natürlich habe es aber auch Skepsis, beispielsweise bei den eigenen Eltern oder auch im Freundeskreis, gegeben. „Wir selbst hatten von Beginn an weder Ängste noch Bedenken. Wir sind vielleicht etwas blauäugig an die Sache rangegangen. Aber eines war für uns von Anfang an klar: Wir behandeln alle unsere Kinder gleich – ob leiblich oder nicht. Alle sechs sind ein wichtiger Teil unserer Familie“, erklärt Dirk Meier.

Kinder, die in Pflegefamilien aufgenommen werden, eint vor allem eins: Sie können vorübergehend oder dauerhaft nicht bei ihren leiblichen Eltern leben. Die Gründe dafür können beispielsweise Krankheit, Überforderung oder belastende Lebenssituationen sein. So ist es auch bei den Kindern der Meiers. „Kinder, die in eine Pflegefamilie kommen tragen alle einen Rucksack mit sich. Man kann vorher nur ahnen, was drin ist und, was zum Vorschein tritt. Die Kinder haben keine einfache Geschichte und das muss jedem bewusst sein, der ein Pflegekind aufnimmt“, erklärt Claudia Leibelt.

Genau deshalb sagt Sonja Meier: „Ein Kind braucht keine perfekten Eltern, es braucht jemanden, der Zeit, Liebe, Sicherheit und ein liebevolles Zuhause schenkt.“

Kontakt zu Herkunftsfamilien und Austausch mit anderen Pflegefamilien

Auch nach der Aufnahme in eine Pflegefamilie bleibt die Herkunftsfamilie ein wichtiger Teil im Leben eines Kindes. Kontakte werden vom Pflegekinderdienst begleitet. „Unsere Kinder haben sehr guten Kontakt zu ihren Eltern, Geschwistern und Großeltern. Das ist uns auch sehr wichtig“, so Sonja Meier: „Sie wussten auch von Beginn an, dass wir nicht ihre einzigen Eltern sind und, dass es da noch mehr Familie gibt. Damit gehen wir sehr offen um.“

So wichtig, wie der Kontakt zur Herkunftsfamilie für die Kinder ist, so wichtig ist der Austausch mit weiteren Pflegefamilien für die Eltern. „Wir haben ein enges Netzwerk mit anderen Pflegefamilien in der Region. Es sind schon richtige Freundschaften entstanden. Schließlich haben wir alle dieselben Herausforderungen und Themen.“ Auch der Pflegekinderdienst stärkt dieses Netzwerk. Neben Fortbildungen und Gruppensupervision gibt es alle zwei Jahre auch ein Sommerfest.

Auch die Zusammenarbeit mit dem Pflegekinderdienst beschreiben die Meiers als sehr hilfreich: „Pflegefamilie und Behörde ziehen an einem Strang, um den Kindern ein gutes Leben zu ermöglichen. Das Jugendamt ist in herausfordernden Moment immer für uns da und auch so besteht über regelmäßige Gespräche ein enger Kontakt“, erklärt Dirk Meier.

Für ein Kind die Welt verändern

Zurück in den Alltag, zurück ins „strukturierte Chaos“: Bei den Meiers wird es wieder lebendig. Fünf Pflegekinder, eine erwachsene Tochter und zwei Eltern, die ihren Familienalltag längst nicht mehr anders kennen. Was vor fast 20 Jahren mit einem kleinen Jungen begann, ist heute eine große Familie, in der jedes Kind seinen eigenen Platz gefunden hat.

Dass dieser Weg nicht immer einfach ist, wissen Sonja und Dirk Meier. Doch für sie überwiegt das, was bleibt: gemeinsame Erinnerungen, gewachsene Beziehungen und die Gewissheit, Kindern ein Stück Sicherheit und Geborgenheit gegeben zu haben.

 

 

Pflegekinderdienst des Landkreises sucht neue Pflegefamilien

Informationsveranstaltung am 24. September im Landratsamt gibt Einblicke in das Thema Pflegekinder

Hersfeld-Rotenburg, 4. September 2026 – Wenn Kinder vorübergehend oder dauerhaft nicht bei ihren Eltern leben können, brauchen sie ein stabiles und verlässliches Umfeld. Die Gründe dafür können vielfältig sein – etwa Krankheit, Überforderung oder belastende Lebenssituationen. In solchen Fällen kann die Unterbringung in einer Pflegefamilie eine Möglichkeit sein. Der Pflegekinderdienst des Landkreises Hersfeld-Rotenburg ist dafür zuständig, geeignete Pflegefamilien für Kinder zu finden und sie während des gesamten Prozesses zu begleiten. Dafür ist der Pflegekinderdienst, der im Fachdienst Kinder- und Jugendhilfe der Kreisverwaltung angesiedelt ist, fortlaufend auf der Suche nach Menschen, die sich vorstellen können, einem Pflegekind ein Zuhause zu geben.

Wer sich unverbindlich über das Thema informieren möchte, hat dazu am Donnerstag, 24. September, ab 16.30 Uhr Gelegenheit. Mitarbeiterinnen des Pflegekinderdienstes geben im Raum Eisenberg im Landratsamt (Friedloser Straße 12 in Bad Hersfeld) Einblicke in die Aufgabe einer Pflegefamilie, die Voraussetzungen und den Weg von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Aufnahme eines Pflegekindes.

Wer kann Pflegefamilie werden?

Pflegefamilien geben Kindern Sicherheit, Geborgenheit und neue Perspektiven. Dabei gibt es nicht die eine klassische Pflegefamilie: Paare, Alleinerziehende, gleichgeschlechtliche Paare und auch Einzelpersonen können grundsätzlich Pflegefamilie werden. Entscheidend ist nicht die Lebensform, sondern die Bereitschaft, ein Kind verlässlich zu begleiten und ihm Stabilität zu geben.

„Wer Pflegefamilie sein will, braucht viele Eigenschaften: Geduld, gute Nerven, Verständnis und Verlässlichkeit sind genauso wichtig wie Organisationstalent, Humor sowie ein hohes Maß an Toleranz und Respekt“, sagt Claudia Leibelt vom Pflegekinderdienst des Landkreises: „Man muss Kindern Geborgenheit geben können, bereit sein, ein Kind mit einer besonderen Lebensgeschichte aufzunehmen, und auch in herausfordernden Situationen sensibel und stabil handeln.“

Zu den weiteren Voraussetzungen gehören unter anderem kindgerechter Wohnraum, eine gesicherte wirtschaftliche Grundlage und die Zustimmung aller Haushaltsmitglieder. Außerdem müssen erweiterte, eintragsfreie Führungszeugnisse sowie Gesundheitsnachweise vorgelegt werden.

Schritt für Schritt zur Pflegefamilie

Wer Interesse daran hat, ein Pflegekind aufzunehmen, kann sich telefonisch, per E-Mail oder seit Kurzem auch über die Homepage des Landkreises an den Pflegekinderdienst wenden. In einem ersten Schritt wird ein unverbindliches Beratungsgespräch vereinbart. Anschließend füllen die Interessierten einen Fragebogen aus.

In einem ersten und in der Regel auch einem zweiten Hausbesuch machen sich die Mitarbeiterinnen des Pflegekinderdienstes ein Bild von der Situation vor Ort. Wer danach weiterhin Interesse an der Aufnahme eines Pflegekindes hat, nimmt an einem dreitägigen Seminar teil. Dieses wird zweimal jährlich angeboten.

Im Anschluss an das Seminar entscheiden die Mitarbeiterinnen des Pflegekinderdienstes, ob die Interessierten geeignet sind, ein Pflegekind aufzunehmen. „Im Bewerbungsverfahren begleiten wir Interessierte sehr eng, denn die Aufnahme eines Kindes ist eine verantwortungsvolle Aufgabe“, erklärt Leibelt.

Ist das Bewerbungsverfahren erfolgreich abgeschlossen, beginnt die Vermittlung zwischen Kind und Pflegefamilie. Dabei gilt für den Pflegekinderdienst ein wichtiger Grundsatz: „Wir suchen die passende Pflegefamilie für ein Kind – nicht das passende Kind für eine Familie.“

91 Pflegekinder leben derzeit im Landkreis

Der Pflegekinderdienst des Landkreises Hersfeld-Rotenburg besteht aus vier Mitarbeiterinnen. Sie begleiten Kinder, die vorübergehend oder dauerhaft nicht in ihrer Herkunftsfamilie leben können, und unterstützen zugleich Menschen, die einem Kind ein liebevolles und verlässliches Zuhause geben möchten. Aktuell leben im gesamten Landkreis 91 Pflegekinder in 64 Pflegestellen, darunter auch Verwandtenpflegeverhältnisse. Darüber hinaus gibt es fünf Bereitschaftspflegestellen und drei Notfallfamilien.

Weitere Informationen zum Thema Pflegekinder, Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQs) sowie ein Kontaktformular sind auf der Homepage des Landkreises unter www.hef-rof.de/pflegekinderdienst zu finden. Das Team ist zudem per E-Mail unter pflegekinderdienst@hef-rof.de und telefonisch unter den Nummern 06621 87-5241, 5242, 5243 und 5286 erreichbar.

Kreisverwaltung am 11. September eingeschränkt erreichbar

Bürgerservice-Büro in Rotenburg geschlossen, Zulassungs- und Führerscheinstelle sowie Bürgerservice-Büro in Bad Hersfeld sind uneingeschränkt erreichbar

Hersfeld-Rotenburg, 7. September 2026 – Die Kreisverwaltung ist am Freitag, 11. September, in einigen Bereichen nur eingeschränkt erreichbar. An diesem Tag führt die Verwaltung den Betriebsausflug durch.

Das Bürgerservice-Büro in Rotenburg (Lindenstraße 1) ist an diesem Tag geschlossen. Die Zulassungsstelle in Bad Hersfeld (An der Haune 8) und das Bürgerservice-Büro in Bad Hersfeld (Friedloser Straße 12) haben uneingeschränkt zu den normalen Öffnungszeiten zwischen 8-13 Uhr geöffnet. Die Kantine in der Kreisverwaltung hat ebenfalls zu den üblichen Zeiten von 8.30 Uhr bis 10.30 Uhr geöffnet. Auch die jeweiligen Abteilungen innerhalb der Kreisverwaltung können uneingeschränkt aufgesucht werden. Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg dankt für das Verständnis der Bürgerinnen und Bürger. Am Montag, 14. September sind alle Standorte wieder zu den normalen Geschäftszeiten uneingeschränkt erreichbar.

Schülerinnen und Schüler zeigten ihr besonderes Engagement im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Schuljahres Hessen (FSSJH)

Über 60 Jugendliche wurden im Rahmen einer kleinen Feierstunde auf dem Bad Hersfelder Obersberg für ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten im vergangenen Schuljahr geehrt

Hersfeld-Rotenburg, 7. September 2026 – Ehrenamtliches Engagement besonders in jungen Jahren erfordert viel Enthusiasmus und Selbstdisziplin. Über 60 Jugendliche leisteten in 21 Einsatzstellen im vergangenen Schuljahr ehrenamtliche Arbeit. Am vergangenen Freitag wurden sie auf dem Bad Hersfelder Obersberg im Audimax von Landrat Torsten Warnecke für ihren Einsatz ausgezeichnet.

„Es ist schön zu sehen, wie viele junge Menschen sich ehrenamtlich einbringen. Das FSSJH ist eine gute Möglichkeit, in die verschiedenen Bereiche des Ehrenamts zu blicken. Besonders die vielfältigen Aufgaben in den Vereinen, Schulen oder anderen Institutionen verschafft den Jugendlichen wichtige Erfahrungen für die Zukunft“, erklärte Landrat Torsten Warnecke in seinem Grußwort.

Die 63 Schülerinnen und Schüler haben an ihren verschiedenen Einsatzstellen mindestens 80 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet. Bei vielen Jugendliche ging es sogar darüber hinaus. Die Aufgabengebiete waren dabei divers. Ob Sportverein, Grundschule, Freiwillige Feuerwehr oder soziale Einrichtung: Die Zeit während des FSSJH war eine Erfahrung, die alle persönlich weitergebracht hat.

Mit der offiziellen Zertifikatsübergabe endete damit eine Erfahrung von der sie wahrscheinlich noch lange zehren werden: „Wir freuen uns, welchen Stellenwert das FSSJH bei den jungen Menschen besitzt. Dass sich so viele Schülerinnen und Schüler über ihre sonstigen Verpflichtungen hinaus für das Ehrenamt interessieren und aktiv mitwirken wollen, ist nicht selbstverständlich. Neben dem Lob für die Jugendlichen gilt es, auch den Einsatzstellen zu danken. Sie bieten den jungen Menschen überhaupt erst die Möglichkeit, sich in den verschiedenen Bereichen zu engagieren“, bilanzieren die FSSJH-Verantwortlichen in der Kreisverwaltung, Dagmar Conrad und Christina Reuscher.

Musikalisch wurde die Veranstaltung von Lisa Böhm und Olaf Wald von der Musikschule begleitet. Außerdem gab es eine kurzweilige Gesprächsrunde mit Thadea Gaßner, Miriam Reinke sowie Emma Kempf, die über ihre Erfahrungen aus den vergangenen Monaten rund um das FSSJH berichteten. Im Anschluss an den offiziellen Teil hatten die rund 200 Gäste anschließend die Gelegenheit, sich über ihre Erlebnisse auszutauschen.

Zukunft mitgestalten: Anmeldung für das Schuljahr 2026/2027 schon jetzt möglich

Wer sich vom Engagement der Jugendlichen inspirieren lässt und selbst Lust auf ehrenamtliches Arbeiten hat, kann sich bereits jetzt für das Freiwillige Soziale Schuljahr 2026/2027 anmelden. Interessierte Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren können unter www.hef-rof.de/fssjh anmelden oder das Koordinierungszentrum für Bürgerengagement direkt kontaktieren.