Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses Michael Roth (erste Reihe, vierter von links) informierte sich in der Kreisverwaltung über die Integrationsprojekte WIR-ONnFIT und LIMEA-MY TURN, die bereits vielen Geflüchteten im Landkreis Hersfeld-Rotenburg den Weg in den Arbeitsmarkt geebnet haben. Zusammen mit Erstem Kreisbeigeordneten und Sozialdezernent Dirk Noll (1.Reihe, 3.v.l.) sowie Projektbeteiligten diskutierte er über die positiven Ergebnisse und zukünftigen Herausforderungen der nachhaltigen Integration. © Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Große Anerkennung für großes Engagement: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Freiwilligen Sozialen Schuljahres Hessen (FSSJH) 2024 gemeinsam mit ihren Einsatzstellen und Landrat Torsten Warnecke bei der feierlichen Abschlussveranstaltung im Audimax am Obersberg. Sie alle tragen dazu bei, dass soziales Engagement eine starke Säule unserer Gesellschaft bleibt. © Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Im Fokus des Besuchs standen die beiden Projekte
WIR-ONnFIT und LIMEA-MY TURN
Hersfeld-Rotenburg, 4. September 2024 - Anfang der Woche besuchte Michael Roth, Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises Hersfeld-Rotenburg und Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses, die Kreisverwaltung. Im Landratsamt in Bad Hersfeld informierte er sich über die beiden Bundesprogramme WIR-ONnFIT und LIMEA-MY TURN. Beide Projekte sind im Fachdienst Migration/Asyl angesiedelt. Das Hauptziel ist die nachhaltige Integration von Geflüchteten in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt sowie die Unterstützung darüber hinaus.
Seit 2022 arbeiten die Programme daran, Geflüchteten den Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen und ihnen das nötige Rüstzeug zu geben, um die vielfältigen Herausforderungen einer Integration zu meistern. Dabei arbeiten die Projekte eng mit dem Kommunalen Jobcenter des Landkreises zusammen. „Die Herausforderungen sind oft komplex: Sprachbarrieren, kulturelle Unterschiede und traumatische Erlebnisse aus dem Herkunftsland sind nur einige der Hürden, die es zu überwinden gilt“, so Frank Hildebrand, Leiter des Fachdienstes Migration/Asyl.
Herausforderungen und Lösungsansätze
Für viele Geflüchtete stellt die deutsche Sprache die größte Hürde dar. Ohne ausreichende Sprachkenntnisse ist es nahezu unmöglich, im Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, geschweige denn eine Ausbildung zu beginnen. WIR-ONnFIT und LIMEA-MY TURN setzen hier gezielt an: Sprachkurse, Bewerbungstrainings und eine intensive persönliche Betreuung helfen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, diese Hürden zu überwinden. Darüber hinaus bieten die Programme Unterstützung bei der Stellensuche und der Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche. Die Begleitung endet jedoch nicht mit der Arbeitsaufnahme - die nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt, das Verständnis der Arbeitskultur und die kontinuierliche Unterstützung sind zentrale Bestandteile der Programme.
Erste Erfolge und Zukunftsperspektiven
Die bisherigen Ergebnisse sprechen für sich: Durch WIR-ONnFIT wurden im Landkreis bereits 300 Personen betreut, vier von ihnen haben eine Ausbildung begonnen und 84 konnten in Arbeit vermittelt werden. Das Programm LIMEA-MY TURN, das sich speziell auf die Integration von Frauen mit Migrationshintergrund konzentriert, hat 159 Frauen unterstützt, von denen 25 bereits erfolgreich in den Arbeitsmarkt integriert werden konnten.
„Diese Zahlen zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind, aber auch, wie viel noch zu tun ist“, betont Frank Hildebrand und ergänzt: „Die Menschen, die zu uns kommen, wollen arbeiten und sich integrieren, aber sie brauchen die richtige Unterstützung, um diese Ziele zu erreichen.“
Ein klares Statement von Michael Roth
Michael Roth fand klare Worte während seines Besuchs: „Es ist unsere Pflicht als Gesellschaft, diesen Menschen eine echte Chance zu geben. Diejenigen, die sich mit all ihrer Kraft hier integrieren wollen, dürfen nicht unter Generalverdacht gestellt oder mit jenen gleichgesetzt werden, die sich nicht an die Regeln halten. Pauschalisierungen führen nur dazu, dass die Gräben in unserer Gesellschaft tiefer werden. Die Programme WIR-ONnFIT und LIMEA-MY TURN sind Beispiele dafür, wie Integration gelingen kann - sie verdienen unsere volle Unterstützung und Anerkennung."
Gleichzeitig sieht Roth die Notwendigkeit, integrationsunwillige Migranten, die unsere Regeln und Gesetze missachten, rasch in ihre Heimatländer rückzuführen. Er regte an, die Migrations- und Sozialämter der Kreise hier stärker zu beteiligen. "Die Mitarbeitenden des Kreises wissen am Besten, wer sich anstrengt und wer eben nicht", so der Abgeordnete. Er warnte eindringlich vor den Gefahren einer verallgemeinernden und stigmatisierenden Rhetorik gegenüber Geflüchteten und Migranten: "Wir brauchen ein System, das diese Menschen für ihren Mut und ihre Anstrengungen anerkennt, ihnen hilft, aber auch klare Regeln und Sanktionen aufzeigt. Die Unterstützung endet nicht bei der Aufnahme in ein Programm, sie muss bis zur erfolgreichen Integration in unsere Gesellschaft reichen."
Bedeutung für den Landkreis: Integration ist gelebte Praxis
Dirk Noll, Erster Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent des Landkreises Hersfeld-Rotenburg, zeigte sich erfreut über das Interesse von Michael Roth an den Projekten und die Anerkennung ihrer Bedeutung. „Diese Programme wirken direkt hier bei uns vor Ort und zeigen, dass Integration nicht nur ein Wort ist, sondern in der Praxis gelebt wird. Es ist wichtig, dass wir diese Arbeit fortsetzen und ausbauen - für die Menschen, die zu uns kommen, aber auch für die Zukunft unseres Landkreises.“
Der Besuch endete mit einem Galeriegang, bei dem die Projekte vertieft vorgestellt wurden. Der Austausch zwischen Politik, Verwaltung und den direkt Beteiligten verdeutlichte, wie wichtig und erfolgreich die Projekte bereits sind und wie sie weiterhin zur positiven Entwicklung des Landkreises beitragen können.
Die Projektkoordinatoren Alexandra Klee-Richter, Julian Rösner (WIR-ONnFIT) und Max Quant (LIMEA-MYTURN) stellten während des Besuchs ihre Arbeit genauer vor. Daneben gab es auch die Möglichkeit zum Austausch mit sieben Ukrainerinnen und Ukrainern, die aus ihrem Heimatland geflüchtet sind und positive Erfahrungen mit den beiden Projekten sammeln konnten.
Geförderte Projekte
Das Projekt „ONnFIT - Ost Nordhessen für nachhaltige Förderung individueller Teilhabe“ wird im Rahmen des Programms „WIR-Netzwerke integrieren Geflüchtete in den regionalen Arbeitsmarkt“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.
Das Projekt „LIMEA - Langfristige Integration von Migrantinnen durch Empowerment und Aktivierung“ wird im Rahmen des Programms „MY TURN - Frauen mit Migrationserfahrung starten durch“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.
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ersfeld-Rotenburg, 9. September 2024 - Damit Familien im Landkreis Hersfeld-Rotenburg auch im Herbst aktiv Zeit miteinander verbringen können, bietet die Kinder- und Jugendförderung des Landkreises abwechslungsreiche Spieleangebote an. Ob ein ganzes Spielewochenende, ein gemütliches Spielraumcafé oder Spieleboxen zum Ausleihen - für jeden Geschmack ist etwas dabei.
Familien-Spieleboxen: Spielen für Zuhause
Den Auftakt der Herbstangebote machen die Familien-Spieleboxen, die ab 30. September in Kooperation mit dem Medienzentrum ausgeliehen werden können. Jede der vier thematisch sortierten Boxen enthält eine große Auswahl an Brett- und Kartenspielen für verschiedene Altersgruppen. Die Boxen können für jeweils vier Wochen kostenlos im Medienzentrum in Rotenburg ausgeliehen werden.
SPIELRAUM 24: Ein Wochenende voller Spielspaß
Für Familien, die ein Wochenende lang in die Welt der Brett- und Kartenspiele eintauchen möchten, findet vom 9. bis 10. November 2024 das Familien-Spielewochenende „SPIELRAUM 24“ im Jugendhof Rotenburg statt. Neben einer großen Auswahl an aktuellen Spielen und bekannten Klassikern erklären erfahrene Spielelotsen die Regeln und spielen bei Bedarf auch mit.
Auf dem Programm stehen außerdem spannende Workshops für alle Altersgruppen, eine nächtliche Runde des beliebten „Werwolf“-Spiels sowie ein gemeinsames Brettspielturnier für die ganze Familie. Das Angebot richtet sich an Familien mit Kindern ab acht Jahren. Die Teilnahme kostet inklusive Übernachtung und Verpflegung 25 Euro für Erwachsene und 10 Euro für Kinder. Familien müssen sich für das Wochenende bis zum 20. September unter www.hef-rof.de/familienveranstaltungen anmelden.
Spielraumcafé am 10. November 2024
Für alle, die nur einen Nachmittag lang in die Welt der Brettspiele eintauchen möchten, bietet das Spielraumcafé am Sonntag, 10. November eine gute Gelegenheit. Von 14.30 bis 17.30 Uhr sind Familien mit Kindern ab sechs Jahren eingeladen, im Jugendhof Rotenburg verschiedene Gesellschaftsspiele kennenzulernen und auszuprobieren. Bei Kaffee und Kuchen, die das Jugendhof-Team zu günstigen Preisen anbietet, können Familien die Spiele in entspannter Atmosphäre ausprobieren. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Kontakt
Die Herbstangebote werden vom Fachdienst Kinder- und Jugendhilfe des Landkreises Hersfeld-Rotenburg organisiert. Für Fragen und weitere Informationen stehen die Mitarbeitenden per E-Mail unter spielraum@hef-rof.de oder telefonisch unter 06621-875217 zur Verfügung.
Freiwilliges Soziales Schuljahr Hessen: Schülerinnen und Schüler sowie Einsatzstellen werden im Audimax geehrt
Hersfeld-Rotenburg, 12. September 2024 - Freitagabend im Audimax am Obersberg: Die Stimmung ist festlich, 48 Jugendliche aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg stehen im Mittelpunkt. Sie alle haben sich im vergangenen Schuljahr im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Schuljahres Hessen (FSSJH) ehrenamtlich engagiert - und das sollte an diesem Abend gebührend gefeiert werden.
Engagement, das Herzen bewegt
„Ihr seid das Rückgrat unserer Gesellschaft“, richtete sich Landrat Torsten Warnecke stolz an die jungen Menschen. Mit Blick auf die 140 anwesenden Gäste, darunter Vertreter von Einsatzstellen und Schulen, hob Warnecke die Bedeutung des Engagements hervor: „Es ist beeindruckend, dass sich die Zahl der Teilnehmenden seit dem Start im Herbst 2022 mehr als verdreifacht hat. Euer Einsatz macht einen echten Unterschied - bleibt dran! Die Möglichkeiten, Gutes zu tun, sind vielfältig!“
Mit diesen Worten wurden die Schülerinnen und Schüler für ihre rund 80 Stunden ehrenamtlicher Arbeit pro Schuljahr gefeiert. In den unterschiedlichsten Einrichtungen und Vereinen des Landkreises waren sie im Einsatz - von der Unterstützung in Kitas bis hin zur Mitarbeit bei kulturellen oder sozialen Projekten. Für viele war es mehr als nur eine Pflichtaufgabe, sondern eine Erfahrung, die sie persönlich weitergebracht hat.
Von frischem Wind und neuen Ideen
Und nicht nur die Jugendlichen profitieren von diesem Programm: Die Einsatzstellen berichten von „frischem Wind“ und neuen Ideen, die die jungen Menschen in ihren Alltag gebracht haben. „Es ist toll zu sehen, mit welcher Energie und Kreativität die Jugendlichen an die Arbeit gehen“, hieß es von mehreren Einsatzstellen. „Sie haben nicht nur tatkräftig unterstützt, sondern uns auch ganz neue Perspektiven eröffnet.“ Das positive Feedback von beiden Seiten zeigt, dass das FSSJH eine echte Win-Win-Situation ist.
Musikalisch untermalt wurde der Abend von einem Saxophonquartett der Musikschule, das den Feierlichkeiten einen festlichen Rahmen gab. Der Höhepunkt war die feierliche Übergabe der Zertifikate - nicht nur an die Schülerinnen und Schüler, sondern auch an die Einsatzstellen und beteiligten Schulen. Bei einem sommerlichen Buffet von hatten die Gäste anschließend die Gelegenheit, sich über ihre Erlebnisse auszutauschen.
Zukunft mitgestalten: Anmeldung für das Schuljahr 2024/2025 schon jetzt möglich
Das Engagement der Jugendlichen hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Wer sich davon inspirieren lässt und selbst Lust auf ehrenamtliches Arbeiten hat, kann sich bereits jetzt für das Freiwillige Soziale Schuljahr 2024/2025 anmelden. Start ist am 1. Oktober. Interessierte Schülerinnen und Schüler können sich auf der Website des Landkreises unter www.hef-rof.de/fssjh anmelden oder das Koordinierungszentrum für Bürgerengagement direkt kontaktieren: E-Mail ehrenamt@hef-rof.de, Telefon 06621 87-1106 oder -1143.
Gesundheitsamt des Landkreises warnt vor den Gefahren einer Sepsis
Hersfeld-Rotenburg, 13. September 2024 - Verwirrtheit, Atemnot, Müdigkeit - was auf den ersten Blick wie eine harmlose Erkrankung aussieht, kann eine viel ernstere Ursache haben: Sepsis. Diese lebensbedrohliche Erkrankung, auch „Blutvergiftung“ genannt, wird häufig zu spät erkannt. Dabei gilt: Jede Minute zählt! Anlässlich des Weltsepsis-Tages weist das Gesundheitsamt des Landkreises Hersfeld-Rotenburg auf die unterschätzte Gefahr der Sepsis hin und ruft dazu auf, die Warnsignale zu kennen und sofort zu handeln.
Symptome frühzeitig erkennen
„Es ist entscheidend, die Anzeichen einer Sepsis zu kennen“, betont Peter Artelt, Leiter des Gesundheitsamtes. Denn je schneller eine Sepsis erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.
Typische Symptome sind unter anderem: ungewöhnlich schweres Krankheitsgefühl, Müdigkeit und Apathie, plötzlich auftretende Verwirrtheit, schnelle und schwere Atmung, erhöhter Puls bei gleichzeitig niedrigem Blutdruck, kalte und fleckige Haut an den Armen und Beinen.
„Wenn Sie sich selbst oder eine Ihnen nahestehende Person so krank fühlen wie noch nie zuvor und/oder eines oder mehrere der genannten Symptome auftreten, suchen Sie bitte sofort ärztliche Hilfe auf“, rät Artelt eindringlich. „Jede Minute zählt, um eine lebensbedrohliche Verschlimmerung zu verhindern.“
Sepsis ist eine der häufigsten Todesursachen - und dabei oft vermeidbar. Der Weltsepsis-Tag soll daran erinnern, aufmerksam zu bleiben und die Gefahr nicht zu unterschätzen.