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Kirchheimer Nachrichten
Ausgabe 6/2023
Aus dem Rathaus wird berichtet
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Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg informiert:

Freie Jugendhilfe im Kreis kämpft gegen Fachkräftemangel

Jugendhilfeausschuss berät über fehlendes Personal und gestiegenen Unterstützungsbedarf in der Kinder- und Jugendhilfe

Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Hersfeld-Rotenburg hat in seiner jüngsten Sitzung über den Fachkräftemangel in der Kinder- und Jugendhilfe diskutiert. Der sei alarmierend, da gleichzeitig der Unterstützungsbedarf junger Menschen und ihrer Familien gestiegen ist.

„Die Zahl der Familien in Krisen- und Überforderungssituationen nimmt zu“, erklärte Jugendamtsleiterin Anette Kranz. Auch würden vermehrt soziale Beziehungen fehlen und die Zahl von Kindern und Jugendlichen mit Unterstützungsbedarf erheblich steigen. „Wir müssen daher vorrangig die Angebote in der Kinder- und Jugendhilfe sicherstellen und nach Möglichkeit erweitern“, stellte Kranz heraus.

Diese Angebote bieten im Landkreis Hersfeld-Rotenburg die freien Träger der Jugendhilfe an, die für die Jugendämter Leistungen nach dem achten Sozialgesetzbuch übernehmen. Das umfasst beispielsweise die ambulante Familienbetreuung, aber auch die Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit erzieherischem Bedarf oder psychischen Beeinträchtigungen. In Gruppenarbeit, Tages- oder Wohngruppen werden die jungen Menschen bedarfsgerecht unterstützt. Für Kinder und Jugendliche in akuten Krisensituationen bieten die freien Träger Schutzplätze an.

Im Landkreis gibt es aktuell 22 solcher stationären Gruppenangebote. Dass diese Plätze für junge Menschen und ihren Familien jedoch von entscheidender Bedeutung sind, weiß Jugendamtsleiterin Anette Kranz: „Die Angebote helfen den Kindern, möglichst gelingend aufzuwachsen und zusammenzuleben.“

Freie Träger der Jugendhilfe besonders vom Fachkräftemangel betroffen

Damit die freien Träger der Jugendhilfe diese Angebote weiter sicherstellen können, benötigen sie in den stationären Einrichtungen dringend Erzieherinnen und Erzieher sowie andere sozialpädagogische Fachkräfte. „Obwohl die Kinder- und Jugendhilfe von großer gesellschaftlicher Bedeutung und Auswirkung ist, ist das Berufsfeld in der Öffentlichkeit und in der Ausbildung leider wenig präsent“, sagt der Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses und Erster Kreisbeigeordneter Dirk Noll. Er ergänzt: „Wir wollen junge Menschen dazu ermutigen, sich für eine Karriere in der Kinder- und Jugendhilfe zu entscheiden.“ Es wurde vereinbart, dass die freien Träger künftig verstärkt auf die Schulen und Ausbildungsbetriebe zugehen. „Schaffen wir es, Menschen für diesen spannenden Berufszweig zu gewinnen, leisten wir alle einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung junger Menschen und ihrer Familien.“

Hintergrund: Was ist der Jugendhilfeausschuss?

Der Jugendhilfeausschuss ist einer der beiden Säulen des zweigliedrig aufgebauten Jugendamtes und hat die Aufgabe, auf die Probleme von jungen Menschen und Familien zu reagieren, Anregungen und Vorschläge zur Weiterentwicklung aufzunehmen sowie die örtlichen Jugendhilfeangebote zu fördern und sich mit der Jugendhilfeplanung zu befassen. Die Verwaltung des Jugendamtes setzt die Beschlüsse des Jugendhilfeausschusses um und führt die Geschäfte der laufenden Verwaltung. Der Aufbau und die Aufgaben sind bundesweit im Sozialgesetzbuch VIII (SGB VIII), Kinder- und Jugendhilfe, geregelt.

Online-Vortrag zum Thema Stress

Die Volkshochschule Hersfeld-Rotenburg bietet gemeinsam mit dem Frauen- und Gleichstellungsbüro der Kreisverwaltung einen Online-Vortrag zum Thema „Mental-Load – der unsichtbare Stress“ an. Der Vortrag findet am Mittwoch, 8. Februar von 18.30 bis 20 Uhr statt. Um teilnehmen zu können, ist eine Anmeldung bis Dienstag, 7. Februar per E-Mail an vhs@hef-rof.de notwendig. Die Teilnahmegebühren betragen 6 Euro.

Inhalte des Online-Vortrags

Die Psychologin und Systematische Therapeutin Mathilde van Haperen referiert in ihrem Vortrag über negative Folgen, die aus Stress resultieren. Oftmals kommt es durch Stress zur Belastung für die eigene Gesundheit und das Familien- und Beziehungsleben.

Warum Frauen von diesem unsichtbaren Stress stärker betroffen sind als Männer und, welche Lösungswege es gibt, Muster aufzubrechen und das Leben leichter zu machen, wird während des Vortrags thematisiert.