Die Künzeller Ehren- und Altersabteilung (EAA) präsentierte beim Hessentagsumzug ihre ehemalige Handdruckspritze aus dem Jahr 1884, Feuerwehrtechnik aus dem frühindustriellen Zeitalter. Brandbekämpfung funktionierte damals schon mit technischer Unterstützung, aber immer noch mit viel „Muskelkraft."
Diese Handdruckspritze wurde von der Fuldaer Maschinenfabrik und Spritzenbauer-Firma Paul Keil erbaut. Sie hat ihren festen Platz im Fuldaer Feuerwehrmuseum.
In der damaligen Zeit gab es überwiegend nur „Pflichtfeuerwehren“. Es gab auch noch keine besondere Einsatzbekleidung. Ertönte ein Signalhorn oder auch eine Sturmglocke, dann eilte die gesamte Dorfgemeinschaft, alle ortsansässigen Männer von ihrem jeweiligen Aufenthaltsort bzw. in ihrer jeweiligen berufsbedingten Bekleidung zum Einsatzort.
Mit dem in jedem Haushalt bereitzuhaltenden Ledereimer wurde dann zunächst eine sogenannte Eimerkette zwischen Wasserquelle und Brandstelle gebildet. Soweit vorhanden kam ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch eine Handdruckspritze zum Einsatz.
13 Mitglieder der EAA aus den Künzeller Ortsteilen, alles ehemalige aktive Mitglieder der Einsatzabteilungen zeigten sich beim Hessentagsumzug als Landwirt, Stallbursche, Metzger, Bäcker und Schmied. Sogar der Bürgermeister und der Ortspfarrer waren auf der Spritze zu sehen. Besonders „eilige Helfer in der Not“ waren blitzschnell sogar im Schlafgewandt zur Brandstelle geeilt.
Die personelle Vorbereitung der Festzugteilnahme, die Bekleidungsbereitstellung und Anprobe, das Vorbereiten und das Auffahren der Handdruckspritze zum Bereitstellungsraum, all das war sehr mühevoll.
Reichlich entschädigt wurden jedoch alle Teilnehmer durch den grandiosen Umzug durch fröhlich jubelnde Menschenmengen in den Fuldaer Straßen und durch außerordentliche Kontakte vor der Ehrentribüne. Ein einmaliges, wohl kaum so wiederkehrendes Erlebnis.