Kommt! Bringt eure Last.
Der diesjährige ökumenische Weltgebetstag stand unter dem Bibelwort aus dem Matthäusevangelium Kapitel 11:
„Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin gütig und von Herzen demütig, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“
Der Altar und die Bühne des ev. Gemeindehauses war mit Tüchern und Holzfiguren aus Westafrika dekoriert. Passend zum Bibeltext lag ein Joch auf dem Altar. Frau Kleinhans legte den Bibeltext aus und erklärte die Funktion des Jochs.
Die Liturgie des Weltgebetstages wurde von Frauen aus Nigeria gestaltet. In einer Powerpoint-Präsentation lernten wir etwas über das Land, seine vielen Bevölkerungsgruppen und Dialekte, die wirtschaftliche Situation, besonders der Frauen und die Konflikte mit der islamischen Terrorgruppe Boko Haram.
Stellvertretend für das Schicksal der vielen Frauen hörten wir die Lebensgeschichte von Beatrice, die als junge Witwe mit drei kleinen Kindern ums Überleben kämpft. In ihrem Glauben und in der Gemeinschaft mit vielen anderen Witwen findet sie täglich neue Kraft.
Jato und Leahs Schicksal zeigen uns die schwierige Lage besonders im Norden von Nigeria, wo islamistische Terrorgruppen besonders die Schulen überfallen und Mädchen entführen. Sie wollen versuchen, ein friedliches Miteinander mit den muslimischen Frauen in ihren Dörfern zu leben und hoffen weiterhin auf die Rückkehr ihrer Töchter.
Von zwei weiteren Frauen Grace und Blessing erfahren wir etwas über die wirtschaftliche Situation. Obwohl Nigeria ein reiches Land ist, versinkt es immer tiefer in Armut und Korruption. Besonders betroffen sind die Frauen und Mütter. Aber sie geben nicht auf, gründen einen kleinen Handel oder machen Dienstleistungen, um ihre Kinder zu ernähren und das Schulgeld zu bezahlten. Sie sagen: „Wir halten an unserem Glauben fest. Er führt uns zum Licht am Ende des Tunnels.“
Eine Kollekte wurde zusammengelegt. Sie dient zur Förderung von Projekten in der Landwirtschaft, Werkzeuge, Saatgut und Dünger werden finanziert, damit Frauen in ihren Dörfern bessere Lebensmittel erzeugen können, um ihre Familien zu ernähren und sich eine Existenz aufzubauen.