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Lahnau Nachrichten
Ausgabe 42/2026
Amtliche Bekanntmachungen
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Gesamte Niederschrift Gemeindevertretung

Gemeindevertretung der Gemeinde Lahnau

GESAMTE NIEDERSCHRIFT

der 5. Sitzung XII. Wahlperiode der Gemeindevertretung der Gemeinde Lahnau

am Samstag, 26.09.2026, 14:00 Uhr bis 16:10 Uhr

Treffpunkt: Waldparkplatz „Alter Reitplatz“, OT Waldgirmes

Anwesenheiten

Vorsitz:

Vorsitzende der Gemeindevertretung Claudi, Ursula (SPD)

Anwesend:

stellv. Vorsitzender der Gemeindevertretung Döpp, Ronald (CDU)

stellv. Vorsitzender der Gemeindevertretung Velten, Markus (geo)

Gemeindevertreter Bepler, Eberhard (FWG)

Gemeindevertreter Falke, Martin (CDU)

Gemeindevertreter Feiling, Otfried (SPD)

Gemeindevertreter Rauber, Hans (SPD)

Gemeindevertreterin Rauber, Katja (SPD)

Gemeindevertreterin Stolz, Simone (Grüne)

Gemeindevorstand:

Erster Beigeordneter Brandl, Stefan (SPD)

Beigeordneter Seliger, Heinz (FWG)

Beigeordneter Steinraths, Daniel (CDU)

Schriftführer:

Schriftführerin Hardt, Anja

Entschuldigt fehlten:

Dr. Jung-Henrich, Jutta (Grüne)

Perkitny, Ulf (SPD)

Wörner, Holger (FWG)

Adam, Markus (geo) 

Bittorf, Anika (SPD) 

Ehrhard, Timo (CDU) 

Fay, Anja (SPD) 

Fiedler, Mirjam (Grüne) 

Hermann, Tim (CDU) 

Hoffer-Lorisch, Monika (geo) 

Kleeberg, Ina (SPD) 

Mayenschein, Alexander (CDU) 

Nolte, Benjamin (CDU) 

Peschke, Till (CDU) 

Prof. Dr. Rauber, Klaus (SPD) 

Sauter, Dennis (CDU) 

Wagner, Jenniffer (FWG) 

Wrenger-Knispel, Silvia (FWG) 

Gäste:

Herr Alexander Croonenbrock, Revierleitung Lahnau-Heuchelheim von HessenForst, Forstamt Wetzlar

Herr Stefan Ambraß, Forstamtsleiter Forstamt Wetzlar

Tagesordnung

öffentliche Sitzung

1.

Betrachtung und Erläuterung aktueller waldbaulicher Themen

Sitzungsverlauf

öffentliche Sitzung

1.

Betrachtung und Erläuterung aktueller waldbaulicher Themen

Die Vorsitzende der Gemeindevertretung, Frau Ursula Claudi, eröffnet die Sitzung der Gemeindevertretung der Gemeinde Lahnau und begrüßt die anwesenden Mitglieder der Gemeindevertretung und des Gemeindevorstandes, Herrn Ersten Beigeordneten Stefan Brandl, die Bürgerinnen und Bürger sowie Herrn Revierleiter Alexander Croonenbrock und den Forstamtsleiter Herrn Stefan Ambraß.

Revierleiter Alexander Croonenbrock begrüßt ebenfalls die Anwesenden und stellt sich kurz vor.

Er macht deutlich, dass der Schwerpunkt der heutigen Begehung auf der Bewirtschaftung von Buchenbeständen liegen soll und erläutert anhand des Buchenbestandes in der Abt.508 die aktuelle Problematik: Die Buche kann Spaltöffnungen bei Trockenstress nicht schließen, was langfristig zum Eindringen von holzzersetzenden Pilzen in den Stamm führt. Die dünne Rinde macht die Buche sehr empfindlich gegenüber Sonnenbrand. Eine Reaktion der Buche auf den Trockenstress ist der vorzeitige Laubabwurf, der ebenfalls zu einer Schwächung im kommenden Jahr führt. Hinzu kommt die verminderte Wasserversorgung durch reduzierte Niederschläge in der Vegetationsperiode. Es ist davon auszugehen, dass die Buche ihren Status als Hauptbaumart verlieren wird. Auf der betrachteten Fläche wird sich der Bergahorn als Lichtbaumart über Naturverjüngung etablieren, welcher durch kleinflächig forcierte Nutzung der kranken Buchen gefördert werden soll. Eine genetische Anpassung der Buche an die neuen Klimabedingungen ist möglich, wird allerdings nicht in der Geschwindigkeit möglich sein, in der der Klimawandel voranschreitet.

Forstamtsleiter Ambraß erläutert die geplanten Pflegemaßnahmen in dem Buchenbestand der Abt. 508, Unterabteilung 508-2. Hier wird sich künftig ein Mischwald aus Eiche, Kirsche, Elsbeere und Buche entwickeln. Er weist auf den Holunderschwammpilz - auch Judaohr - hin, der an abgestorbenem Holunderholz wächst. Es handelt sich um einen essbaren und wohlschmeckenden Pilz.

In der Abt. 505A erläutert Herr Croonenbrock die geplante Waldumbaumaßnahme in einem alten Buchenbestand. Hier ist die Etablierung von Mischbaumarten aufgrund der Konkurrenzkraft der vorhandenen Buchenverjüngung in dieser Generation nicht mehr möglich. Hier soll durch lichtstreuende Eingriffe eine Altersstruktur geschaffen werden, die eine gewisse Risikostreuung zulässt. Der Umbau auf andere Baumarten muss dann in der nächsten Baumgeneration erfolgen. In diesem Zusammenhang wird auch die Wasserrückhaltung im Wald angesprochen. Hier wurden in der Vergangenheit schon an verschiedenen Stellen entlang der Waldwege dezentrale Sickermulden angelegt und es sind noch weitere geplant.

Anhand der Abt. 509A1 erläutert Herr Croonenbrock den geplanten Zaunabbau und die Entnahme der noch verwertbaren Douglasien. Die gepflanzten Douglasien, die noch nicht vom Bergahorn überwachsen wurden, sollen gepflegt werden, so dass sich künftig ein Mischbestand aus Ahorn und Douglasie entwickelt.

In der Abt. 509 weist Herr Croonenbrock auf ein Brutgebiet des Sperlingskauzes hin, von welchem er aufgrund einer Info des örtlichen NABU Kenntnis erlangt hat. Der Bereich wird in Form einer Habitatbaum-Gruppe gesichert. Herr Ambraß erläutert in diesem Zusammenhang die Dokumentation von derartigen Infos im GIS (Naturschutz-Layer) des Forstamtes. Um derartige sensible Bereiche nicht zu gefährden, sollte mit Infos zu den genauen Standorten sehr zurückhaltend umgegangen werden.

Im Weiteren Verlauf der Begehung erläutert Herr Croonenbrock die wichtige Funktion von Waldwiesen (obere Markwiese) hin.

Im Bereich der Abt. 514 erläutert Herr Dieter Schmidt die ehemalige bergbauliche Nutzung und die damit verbundenen Gefahren, beim Betreten der Waldflächen außerhalb der ausgewiesenen Wege.

Im Weiteren Verlauf der Begehung wird die Thematik „Rückegassen“ durch Herrn Croonenbrock erläutert. Hierbei macht er deutlich, dass es ein festes Rückegassensystem im Abstand von ca. 20 m gibt, das ausschließlich genutzt werden soll. Er geht hierbei auf unterschiedliche Möglichkeiten zur Reduzierung der Bodenverdichtung sowie zur Vermeidung von Schäden beim Herausziehen sowie der Lagerung von Stämmen (Polter) ein und erläutert die vertraglichen Vorgaben zum Schutz des Bestandes. Des Weiteren geht er auf die Vor- und Nachteile des Einsatzes von Holzrückepferden ein.

Abschließend weist Herr Ambraß auf die Hügelgräber hin, die an mehreren Stellen im Wald zu finden sind. Es handelt sich hierbei um Denkmäler, die bei den Forstarbeiten zu berücksichtigen sind.

Die Vorsitzende der Gemeindevertretung Ursula Claudi bedankt sich bei Herrn Croonenbrock und Herrn Ambraß und schließt die Sitzung der Gemeindevertretung der Gemeinde Lahnau um 16:10 Uhr. Anschließend lädt sie zu einem kleinen Imbiss an die Pflanzgartenhütte ein.

Lahnau, 28.09.2026

Vorsitzende der Gemeindevertretung

Schriftführerin

Ursula Claudi

Anja Hardt