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Heimatblatt Langgöns
Ausgabe 12/2026
Heimatblatt
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Vernissage im Rathaus Langgöns: Doris Grebe zeigt farbenfrohe Bildwelten

Doris Grebe und Bürgermeister Marius Reusch bei der Ausstellungseröffnung im Rathaus Langgöns

Er darf in diesen Tagen nicht fehlen: Der Osterhasi

Frühlingstänzchen

Hopi Frau mit Türkis

Langgöns (ikr). Wer in den ersten Stock des Langgönser Rathauses kommt, gelangt aktuell mitten hinein in eine Welt voller Farben. Blumen, Tiere, Meeresszenen, eindrucksvolle Naturmotive und ausdrucksstarke Porträts empfangen die Besucher an den Wänden. Zur Vernissage der Ausstellung der Langgönser Künstlerin Doris Grebe waren zahlreiche kunstinteressierte Gäste gekommen. Die Malerin selbst begrüßte sie lebhaft, voller Energie und herzlich – stets bereit, mit einem Lächeln über ihre Bilder und deren Entstehung ins Gespräch zu kommen.

Bereits zum vierten Mal präsentiert Grebe ihre Arbeiten im Rathaus der Gemeinde, insgesamt ist es ihre fünfte Ausstellung in Langgöns. Die aktuelle Schau steht unter einem poetischen Leitgedanken des Malers Paul Klee: „Eine Linie ist ein Punkt, der spazieren geht“. Das Zitat passt gut zu den Werken der Künstlerin, in denen Linien, Formen und Farben auf lebendige Weise miteinander spielen.

Bürgermeister Marius Reusch begrüßte die Gäste zur Ausstellungseröffnung. „Jetzt ist der Frühling eingekehrt“, freute er sich mit Blick auf die Bilder. „Die Werke sind farbenfroh, sie zeigen Natur, südliche Motive und viele Porträts. Man kommt richtig ins Schwärmen.“ Die Ausstellung sei eine große Bereicherung für das Rathaus: „Die Bilder schmücken unser Haus, bringen Farbe und Wohlgefühl hinein und laden die Betrachter zum Innehalten ein.“

Insgesamt 35 Werke sind zu sehen – kolorierte Zeichnungen, viele Aquarelle und Ölbilder auf Leinwand in verschiedenen Formaten. Ihre Titel wecken Neugier: „Japanischer Frühling“, „Waldbaden“, „Fischer in der Lagune“, „Dame in Blau“, „Wimpernklimpern“, „Elfenwiesenzauber“ oder - passend zur Jahreszeit - "Frühlingstänzchen" und „Osterhasi“. Trotz unterschiedlicher Motive verbindet die Arbeiten eine klare, reizvolle Ästhetik und die Freude an Farbe und Form.

Die Leidenschaft für das Zeichnen begleitet Doris Grebe schon ihr ganzes langes Leben. Bereits als Vierjährige hielt sie mit einem Bleistiftstummel auf alten Tapetenbüchern fest, was sie in ihrer Umgebung sah. Mit zehn Jahren, 1954, erhielt sie ersten professionellen Malunterricht beim akademischen Maler Kurt Mittag in Weilburg – ein früher Grundstein für ihre künstlerische Entwicklung.

Beruflich wurde Grebe zunächst Fotografin. Doch auch in diesem Beruf, sagt sie, brauche man ein gutes Auge für Motiv und Komposition – Fähigkeiten, die sich ebenso in der Malerei widerspiegeln. Seit mehr als 35 Jahren malt und zeichnet sie regelmäßig und bewegt sich dabei zwischen naturalistischen und abstrakten Ausdrucksformen.

Um ihre Technik weiterzuentwickeln, besuchte sie zahlreiche Kurse und Seminare, unter anderem bei dem Maler Gerhard Ruhland in der Provence, am Gardasee und in der Bretagne. Sie arbeitet mit unterschiedlichen Materialien – von Aquarell über Öl und Acryl bis hin zu Kreide und Bleistift – und bleibt bewusst offen für neue Ideen. „Wenn etwas nicht gelingt – weg damit und etwas Neues probieren“, beschreibt sie ihre Arbeitsweise.

Eine enge künstlerische Verbindung pflegt die Malerin auch zu ihrer Tochter Kirsten Grebe, die als Illustratorin tätig ist. Insgesamt rund 20-mal hat Doris Grebe ihre Werke bereits in der Region und darüber hinaus ausgestellt.

Die sehenswerte Ausstellung im Rathaus Langgöns ist noch bis zum 15. Juni zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen.