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Heimatblatt Langgöns
Ausgabe 13/2026
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Wenn das Telefon zur Falle wird - Seniorennachmittag in AWO-Tagespflege klärt über perfide Betrugsmaschen auf

Heinz Gischler während des Vortrags.

Heinz Gischler informierte über den Enkeltrick und andere Betrugsmaschen.

 

Langgöns (ikr). „Oma, ich habe einen Unfall gebaut … ich brauche dringend Geld.“ Solche Sätze lassen viele Menschen sofort handeln – und genau darauf setzen Trickbetrüger. Wie skrupellos diese vorgehen, wurde beim Seniorennachmittag in der AWO-Tagespflege beim Heinz-Ulm-Haus in Langgöns deutlich.

Es sind Momente der Angst und der Sorge, die Trickbetrüger gezielt ausnutzen. Ein Anruf, eine dringende Bitte, ein vermeintlicher Notfall – und plötzlich sollen die Betroffenen an Fremde hohe Geldbeträge übergeben. Wie perfide solche Maschen funktionieren und wie man sich davor schützen kann, zeigte Heinz Gischler beim gut besuchten Seniorennachmittag eindrucksvoll auf. Der Sicherheitsberater, ehemalige Polizeibeamte und Mitglied des Seniorenbeirats der Gemeinde Langgöns, sprach aus langjähriger Erfahrung – und traf damit einen Nerv bei seinem Publikum. Begleitet wurde er von seiner Ehefrau Inge de Witt.

Im Mittelpunkt seines Vortrags stand der sogenannte Enkeltrick – eine besonders hinterhältige Betrugsform, die sich gezielt an ältere Menschen richtet. „Die Täter spielen immer mit Emotionen“, erklärte Gischler. Angst, Sorge und Zeitdruck seien die entscheidenden Hebel. Die Lage werde bewusst als äußerst dringlich dargestellt, damit Betroffene keine Zeit haben, nachzudenken oder Rücksprache zu halten.

Ähnlich funktionierten auch sogenannte Schockanrufe, bei denen angebliche Notfälle vorgetäuscht werden. Doch nicht nur am Telefon lauern Gefahren: Auch per Post versuchen Kriminelle, ihre Opfer zu täuschen – etwa mit gefälschten Mahnschreiben oder Briefen angeblicher Rechtsanwälte.

Eine moderne Variante sei zudem das sogenannte Love Scamming im Internet. Dabei bauen Betrüger über längere Zeit eine vermeintliche Liebesbeziehung auf, um schließlich Geldforderungen zu stellen. „Die Täter gehen hochprofessionell vor und haben keinerlei Skrupel“, betonte Gischler.

Anhand von Videos und typischen Beispielen machte er deutlich, wie schnell man in eine solche Situation geraten kann. Gespannt blickten die Zuhörer auf die Leinwand. Immer wieder war ein Raunen zu hören, manchmal auch ungläubiges Kopfschütteln. Die gezeigten Szenen wirken erschreckend real – und genau das sind sie auch. „Jeder kann in die Falle eines Trickbetrügers tappen“, sagte Gischler – und nahm damit zugleich den Druck von den Besuchern. Denn oft sei die Scham groß, wenn man erkenne, Opfer geworden zu sein. Diese Reaktion sei jedoch verständlich und menschlich.

Sein Appell war klar: Wachsamkeit und ein gesundes Maß an Misstrauen seien der beste Schutz. Im Zweifel gelte immer: lieber einmal mehr nachfragen, auflegen und vertraute Personen oder die Polizei kontaktieren. Der Vortrag in Langgöns zeigte eindrücklich: Aufklärung ist der wichtigste Schritt, um Betrügern keine Chance zu geben.