Auf der Dachterrasse der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Lich hat in dieser Woche die Ice Cube Challenge des Landkreises Gießen im Rahmen des Schulprojekts „Energiepaten“ begonnen
Dr. Volkhard Nobis nimmt die Bewertungen der drei Modellhäuser von Erstem Kreisbeigeordneten Christopher Lipp, Schulleiter Peter Blasini, Hauptgeschäftsführer Björn Hendrischke und Landrätin Anita Schneider entgegen.
Landkreis Gießen. Klassisches Fachwerk mit Luftpolsterfolie, bemaltes Pultdach mit Panoramafenster oder begrüntes Dach mit Holzfassade: Welches der drei Modellhäuser macht das Rennen in der Ice Cube Challenge des Landkreises Gießen? Der Startschuss ist in dieser Woche auf der Dachterrasse der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Lich gefallen. Dort haben Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Hungen, der Integrierten Gesamtschule Busecker Tal und der Theo-Koch-Schule Grünberg ihre Miniaturhäuser aufgestellt, die einen Eisblock möglichst lange vor Umwelteinwirkungen schützen sollen. Neben der Schmelzdauer werden auch Kriterien wie Baukosten, nutzbare Fläche und Anzahl der Fenster bewertet. Für das Aussehen der Häuschen hat die Jury bereits direkt vor Ort Punkte vergeben – keine leichte Aufgabe für Landrätin Anita Schneider, Ersten Kreisbeigeordneten Christopher Lipp, Schulleiter Peter Blasini und Björn Hendrischke, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft.
Die Ice Cube Challenge ist einer von mehreren Wettkämpfen des Schulprojekts „Energiepaten", das der Landkreis Gießen im Rahmen seines Energiemanagements ins Leben gerufen hat. Schülerinnen und Schüler erhalten durch das Projekt die Möglichkeit, praxisnah wichtige Erfahrungen im Umgang mit Klimaschutz und Energieeffizienz zu sammeln. „Die Themen Nachhaltigkeit und Energiesicherheit spielen derzeit eine große Rolle im politischen Diskurs", sagte Landrätin Anita Schneider zu Beginn der Veranstaltung. „Der Wettbewerb rund um die Ice Cube Challenge – das können wir an den Ideen, den Fragen und den umgesetzten Miniaturhäusern sehen – schärft das Bewusstsein für Nachhaltigkeit. Dies zeigt ein Verständnis für nachhaltiges Handeln. Denn nur wenn wir mit unseren Ressourcen so behutsam umgehen, dass auch folgende Generationen noch gut davon leben können, setzen wir den Nachhaltigkeitsgedanken um. Es freut mich sehr, dass in diesem Wettbewerb Schülerinnen und Schüler nicht nur impulsgebend an dem Diskurs zur Nachhaltigkeit teilnehmen, sondern eben auch die Erfahrungen machen, dass das eigene tägliche Veralten einen Beitrag leisten kann."
Der Landkreis Gießen sieht sich als Vorreiter bei der Steigerung der Energieeffizienz seiner Gebäude und möchte auch in den kommenden Jahren den Endenergiebedarf der kreiseigenen Liegenschaften weiter reduzieren. „Der Energiebedarf unserer 260 Gebäude an den 51 Schulen in Trägerschaft des Landkreises hängt stark vom Verhalten der Gebäudenutzer ab", erklärte Schul- und Baudezernent Christopher Lipp. „An dieser Stelle kommen die Schülerinnen und Schüler ins Spiel, denn sie stehen damit für den wichtigsten Faktor beim Erreichen unserer Einsparziele. Mit den Energiepaten an Schulen möchten wir einen bewussten Umgang mit Energie vermitteln und die Schulgemeinde für das Thema sensibilisieren."
Den praktischen Ansatz des Schulprojekts lobte Björn Hendrischke, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft: „Für die Energiewende benötigen wir handwerkliche Berufe. Es würde mich freuen, Schülerinnen und Schüler, die Freude an der Ice Cube Challenge hatten und gerne Ideen in die Tat umsetzen, später im Handwerk wiederzusehen." In einem weiteren Wettbewerb ging es dann auch um die Ideenentwicklung zur energetischen Nachhaltigkeit. Aus über 100 eingereichten Ideen der drei Schulen wurden die zehn besten Ideen durch die Jurymitglieder nach Größe, Umsetzbarkeit und Kreativität bewertet. Die Ergebnisse der einzelnen Wettkämpfe fließen in die Gesamtwertung des Projekts, zu dem im April die Siegerehrung 2025/2026 stattfinden wird.
Ein großes Dankeschön ging am Ende der Veranstaltung an Projektleiter Dr. Volkhard Nobis, der gemeinsam mit seinem Team aus dem Energiemanagement des Landkreises das Schulprojekt initiiert hat. Auch bei Gastgeber Peter Blasini und seiner Catering AG wurde sich herzlich für den Austragungsort bedankt. Und nicht zuletzt bei den Jurymitgliedern, den Lehrkräften sowie den Schülerinnen und Schülern, die voller Energie bei der Sache waren.