Titel Logo
Heimatblatt Langgöns
Ausgabe 15/2026
Gestaltung Innenteil Seite 3
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Startschuss für den Baubeginn des Radwegs entlang der Kreisstraße 362 von Niederkleen in Richtung Dornholzhausen

Sie gaben den Startschuss zum Baubeginn des Radwegs am Ortsausgang von Niederkleen in Richtung Dornholzhausen (v. l.): Martin Hanika, André Höhnel, Daniel Seipp, Marius Reusch, Christopher Lipp und Max Lehrke

Langgöns / Niederkleen (ikr). Es ist ein Moment, auf den viele schon lange gewartet haben: Am Ortsausgang von Niederkleen in Richtung Dornholzhausen fiel jetzt der offizielle Startschuss für den Bau eines neuen Rad- und Fußweges entlang der Kreisstraße 362 bis zum Kreuzungsbereich mit der Landesstraße 3133. Was mit einem symbolischen Auftakt begann, soll schon bald für mehr Sicherheit und Komfort auf einer viel genutzten Strecke sorgen.

„Ein schöner Termin – wir haben jahrelang darauf hingefiebert", sagte Christopher Lipp als Baudezernent des Landkreises Gießen sichtlich zufrieden. Mit dem Baubeginn gehe ein Projekt in die Umsetzung, das bereits seit Jahrzehnten immer wieder Thema gewesen sei. Schon 2002 hätten gemeindliche Gremien erste Überlegungen angestellt, berichteten die Planer Daniel Seipp und André Höhnel vom Gießener Büro HS Ingenieure, denen auch die Bauüberwachung obliegt. Konkreter wurde es dann erst 2022 – Anfang April sollen die Bagger nun endlich rollen, und der Bau kann beginnen.

Der neue Radweg entsteht auf einer Länge von rund 440 m straßenbegleitend auf der linken Seite vom Ortsausgang Niederkleen betrachtet – getrennt und entkoppelt vom motorisierten Verkehr. Bislang mussten Radfahrer und Fußgänger die Kreisstraße nutzen. Mit dem Bau des neuen Rad- und Fußweges soll die Entflechtung des Rad-, Fuß- und Pkw-Verkehrs vollzogen werden. Zwei Querungshilfen werden außerdem gebaut: eine am Ortsausgang von Niederkleen und eine an der Kreuzung zur Landesstraße 3133.

„Das ist ein echtes Gemeinschaftsprojekt", betonte Lipp und verwies auf die enge Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis Gießen und der Gemeinde Langgöns. Wegen des "erhöhten Gefährdungspotentials" sei die Gemeinde auf den Landkreis zugekommen. Insgesamt handelt es sich um eine von neun größeren Baumaßnahmen im Straßenbereich, die der Landkreis in diesem Jahr umsetzt. Mit Kosten von rund 710.000 Euro bleibt das Projekt aktuell im geplanten Rahmen. Ein Großteil – genau 561.600 Euro – wird vom Land Hessen gefördert. Den Eigenanteil von knapp 150.000 Euro wird sich die Gemeinde mit dem Landkreis teilen.

Auch der Langgönser Bürgermeister Marius Reusch zeigte sich erfreut über den Baubeginn: „Hier haben wir Hand in Hand gearbeitet. Es ist ein guter Tag." Man habe verschiedene Varianten geprüft und sich schließlich bewusst für diese Lösung entschieden.

Der neue Radweg ist Teil des Kleebachtal-Radwegs und zählt dort zu den letzten Strecken, die bislang noch über die Straße führten. „Gerade im Sommer ist dieser Bereich stark frequentiert", erklärte Reusch. Mit dem separaten Radweg werde nicht nur der Komfort erhöht, sondern vor allem die Verkehrssicherheit deutlich verbessert. Somit dient die neue Radverbindung nicht nur der Förderung des Alltagsradverkehrs, sondern erfüllt darüber hinaus als Teil des Kleebachtal-Radwegs auch eine touristische Funktion.

Die Querungshilfe am Ortseingang von Niederkleen habe, erläuterte Reusch, zudem den positiven Nebeneffekt, dass der Autoverkehr abgebremst und dadurch die Ortslage sicherer werde.

Für die Bauarbeiten muss die Kreisstraße 362 allerdings voll gesperrt werden – voraussichtlich für rund sechs Monate. „Die Sperrung ist leider alternativlos", stellte Lipp klar. Während dieser Zeit wird der Verkehr über Pohl-Göns und Ebersgöns nach Oberkleen und umgekehrt umgeleitet. Voraussichtlich im August bzw. September kommt eine lichtsignal-geregelte, halbseitige Sperrung der Landesstraßen 3133 und 3129 für ca. sechs Wochen hinzu. Reusch bat bereits im Vorfeld um Verständnis: Einige Straßen in Niederkleen würden in dieser Phase vermutlich auch stärker belastet.

Die Bauarbeiten übernimmt die Firma W. Jost aus Grünberg. Deren Bauleiter Max Lehrke war ebenso beim Termin vor Ort wie der Langgönser Parlamentspräsident Martin Hanika, der zugleich Vorsitzender des Bauausschusses beim Landkreis Gießen ist. Beide zeigten sich erfreut, dass das Projekt nun Realität wird.

Wenn alles nach Plan läuft, soll der Radweg im Herbst dieses Jahres fertiggestellt sein. Dann wird eine bislang riskante Strecke zu einer sichereren Verbindung – für Pendler, Freizeitradler und alle, die im Kleebachtal mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs sind.