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Heimatblatt Langgöns
Ausgabe 18/2022
Heimatblatt
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Neuer Elektro-“Bürgerbus“ für das Kleebachtal soll mit Schwung und Leben gefüllt werden

Offizielle Schlüsselübergabe für den Bürgerbus durch Martin Gehl an Marius Reusch. Vertreter des Seniorenbeirats, der Gemeinde und ehrenamtliche Fahrer freuen sich auf den Start des Projekts.

Langgöns (ikr). Der neue „Bürgerbus für das Kleebachtal“ der Gemeinde Langgöns steht, bildlich gesehen, in der Pole-Position und wartet jetzt auf „Kundschaft“. „Wir wollen ihn von Anfang an mit Schwung und Leben füllen“, sagte der Langgönser Bürgermeister Marius Reusch bei der Vorstellung des achtsitzigen Elektrokleinbusses vor dem Bürgerhaus im Ortsteil Lang-Göns. Gemeinsam mit Anna-Lena Bauer, die bei der Gemeindeverwaltung für das Projekt zuständig ist, sowie Martin Gehl und Martina Kocksch von der Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ informierte der Rathauschef über das neue Mobilitätsangebot. Der Bürgerbus soll hauptsächlich Senioren im Kleebachtal, insbesondere denjenigen, die zeitweise oder dauerhaft nicht mobil sind, für Fahrten in die Nachbarorte zur Verfügung stehen, egal ob es sich um Fahrten zum Arzt, Einkaufen, für Behördengänge, Besuche, die beliebten Senioren-Mittagstische oder Konzerte handelt. Die Senioren werden von zu Hause abgeholt und auch wieder dorthin gebracht. Wer jünger ist, aber nicht mobil, kann das Angebot ebenfalls nutzen. Am Anfang wird der Bus an zwei Tagen in der Woche fahren, „wenn die Nachfrage größer ist, werden wir reagieren und das Angebot entsprechend ausweiten“, sagte Reusch. Am Wochenende soll der Bus für Vereine zur Verfügung stehen. Derzeit wird er auch für Fahrten zur Unterstützung der ukrainischen Flüchtlinge eingesetzt.

Der Bürgerbus wurde der Gemeinde über ein Förderprogramm des Landes Hessen im Rahmen der Offensive „Land hat Zukunft“ sowie der Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ zur Verfügung gestellt. Dieses neue Beförderungsangebot ist für alle, die es nutzen, völlig kostenfrei, wer möchte, kann einen Obolus spenden, eine entsprechende Box wird im Bus angebracht sein. Die Fahrten werden von Ehrenamtlichen in Zusammenarbeit mit dem Seniorenbeirat Langgöns durchgeführt.

„Ende 2019 haben wir den Antrag für den Bürgerbus gestellt, wegen der Pandemie hat es etwas gedauert. Aber nun ist ein guter Zeitpunkt, zum Sommer hin zu starten, wo wir gerade aus der Pandemie herauskommen und viele gesellschaftliche Aktivitäten wieder losgehen“, sagte der Bürgermeister. Er freute sich ganz besonders, dass bereits „so viele Ehrenamtliche bereit sind zu fahren“. 17 Personen haben sich schon angemeldet, wer Lust hat dazuzukommen, ist willkommen. „Das Projekt steht und fällt mit dem Engagement der Ehrenamtlichen“, betonte Martin Gehl. Es brauche aber auch Unterstützung und Begleitung, dafür sei die Stiftung „Miteinander in Hessen“ da. Langgöns komme in den „Genuss, eines der ersten Elektrofahrzeuge“ zu bekommen, zu Beginn des Projekts wurden etwa 60 konventionelle Fahrzeuge ausgeliefert, seit Jahresbeginn 2022 sind schon 25 Elektrofahrzeuge unterwegs. Gehl weiß aus Erfahrung: „Der Wert des Konzepts geht deutlich über die Mobilität hinaus, der Wert ist es auch, das Miteinander und die Gemeinschaft zu stärken.“ Dabei sei ein wesentlicher Erfolgsfaktor neben der entsprechenden Organisation, dass die Fahrer „Spaß an der Sache haben“. Er wisse, dass in den Bussen immer sehr viele positive Gespräche stattfinden. „Manche steigen sogar nur in den Bus, um Leute zu treffen“, berichtete er. Der Bürgerbus sei also viel höher zu bewerten als nur Personen von A nach B zu befördern. An das Publikum gewandt sagte Gehl: „Das Projekt lebt von Ihnen, Sie sind die Hauptakteure dieser Geschichte, die das Projekt am Leben halten, herzlichen Dank dafür.“

Marius Reusch würdigte ausdrücklich das Engagement des Seniorenbeirats. Er habe den Bürgerbus „ganz wesentlich vorangetrieben“.

Rudolf Seitz, seit Oktober 2021 Nachfolger von Hans Ulrich Theiss als Sprecher des Seniorenbeirats, sagte: „Wir fühlen uns in der Verantwortung, dass der Bus mit Leben gefüllt wird. Er wandte sich auch an die ehrenamtlichen Fahrer: „Freuen Sie sich darauf, das ist eine tolle Geschichte.“ Der Bedarf im Kleebachtal sei da, das habe eine Erhebung vor einigen Jahren erbracht.

Anna-Lena Bauer stellte das Projekt im Detail vor: Die Ehrenamtlichen sind derzeit nur für Fahrdienste eingeteilt, zukünftig könnten sie eventuell auch Büro- oder Telefondienste übernehmen. Die Organisation und Begleitung sowie der Betrieb erfolgt durch die Verwaltung im Rathaus. Die Fahrten finden jeweils dienstags von 8 bis 14 Uhr und donnerstags von 9 bis 15 Uhr oder nach individueller Vereinbarung auch an anderen Tagen statt. Wer mitfahren möchte, kann sich jeweils bis freitags in der Vorwoche zu den Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung unter Tel. 06403 9020-0 anmelden. Fragen werden auch per E-Mail an gemeinde@langgons.de beantwortet. Der Bürgerbus steht in einem Carport auf dem Rathausparkplatz, im Rathaus gibt es den Schlüssel dafür.

Wer sich als ehrenamtlicher Fahrer engagieren möchte, braucht einen „kleinen Personenbeförderungsschein“. Der ist nach einem Gesundheitsscheck bei einem Betriebsarzt, mit dem die Gemeinde kooperiert, bei der Führerscheinstelle zu bekommen. „Das ist ein Qualitätsmerkmal für die Busse und unsere Verantwortung“, erläuterte Martin Gehl. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es: Ein Rollstuhl passt nicht in den Bürgerbus, es sei denn, er wäre zusammenklappbar. Rollatoren können verstaut werden.