Langgöns (ikr). Seit August 2025 ist Laura Thieringer als neue Koordinatorin für die Gemeinwesenarbeit (GWA) in der Gemeinde Langgöns tätig. Im Sozial- und Kulturausschuss (SSKA) zog sie nun – knapp zehn Monate nach ihrem Start – eine erste umfassende Zwischenbilanz und stellte laufende sowie geplante Projekte vor.
Ihr Ziel formulierte Thieringer klar: das Miteinander vor Ort stärken, Menschen vernetzen und engagierte Akteure unterstützen. „Langgöns soll ein Lebensraum sein, in dem sich alle wohlfühlen, mitgestalten können und gerne leben“, betonte sie.
Die erste Phase ihrer Tätigkeit im zweiten Halbjahr 2025 stand ganz im Zeichen des Ankommens und Kennenlernens. Thieringer verschaffte sich einen Überblick über bestehende Angebote, suchte aktiv den Austausch mit Vereinen, Initiativen und sozialen Akteuren und kam mit Einwohnerinnen und Einwohnern ins Gespräch. Ziel war es, Bedarfe zu identifizieren und bestehende Strukturen in der Gemeinde besser zu vernetzen.
Im Jahr 2026 nahm die Gemeinwesenarbeit dann deutlich an Fahrt auf. Im Januar und Februar wurde gemeinsam mit dem Projektpartner ZAUG der sogenannte „Stromspar-Check“ im Rahmen der Mittagstische in Oberkleen und Lang-Göns angeboten. Das kostenlose Beratungsangebot richtet sich an Menschen in einkommensschwachen Haushalten und soll helfen, Energieverbrauch und Kosten zu senken. Neben der finanziellen Entlastung steht dabei vor allem die Stärkung und Information der Teilnehmenden im Mittelpunkt.
Seit Februar trifft sich zudem regelmäßig eine Kreativ-Gruppe im Faselstall. Das ehrenamtlich organisierte Angebot findet alle zwei Wochen montags von 15 bis 17 Uhr statt und richtet sich an Menschen, die gemeinsam kreativ tätig sein möchten. Im Vordergrund stehen Begegnung, Austausch und Gemeinschaft.
Ein weiteres fest etabliertes Angebot ist das „Frauencafé Sprache & Begegnung“, das seit April regelmäßig jeden zweiten Freitagvormittag stattfindet. Frauen mit unterschiedlichen Deutschkenntnissen erhalten dort in geschützter Atmosphäre die Möglichkeit, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Unterstützt werden sie dabei von ehrenamtlichen Muttersprachlerinnen. Ziel ist es, Integration, Teilhabe und interkulturelle Begegnung zu fördern.
Auch für die kommenden Monate hat Thieringer bereits konkrete Pläne entwickelt. In den Sommerferien soll ein offener Familiennachmittag auf einem Spielplatz stattfinden. Eingeladen sind Familien mit und ohne Migrationsgeschichte. Bei Snacks und Getränken steht vor allem das ungezwungene Kennenlernen im Vordergrund. Ziel ist es, Begegnung zu ermöglichen und Familien im Alltag zu stärken.
Darüber hinaus ist in Kooperation mit ZAUG ein mehrwöchiger Kurs „Digitales Lernen für Frauen“ in Vorbereitung. Das Angebot soll Frauen auf den (Wieder-)-Einstieg in das Berufsleben vorbereiten und digitale Kompetenzen stärken.
Mit ihrem Ansatz versteht sich die Gemeinwesenarbeit in Langgöns als verbindendes Element im Gemeindeleben. Sie schafft Räume für Begegnung, unterstützt ehrenamtliches Engagement und reagiert auf konkrete Bedarfe vor Ort – von sozialer Beratung bis hin zu niedrigschwelligen Begegnungsangeboten. Die bisherigen Entwicklungen zeigen: Die Gemeinwesenarbeit in Langgöns ist nicht nur ein Konzept, sondern zunehmend gelebte Praxis im Alltag der Gemeinde.
Thieringer berichtete zudem, dass ihre Sprechstunde gut angenommen werde. Menschen kämen mit ganz unterschiedlichen persönlichen Anliegen auf sie zu, bei denen sie bereits vielfach weiterhelfen konnte.
Der Ausschussvorsitzende Armin Elmshäuser (SPD) dankte ihr für ihren Einsatz. Sie leiste eine wertvolle Arbeit, insbesondere für Menschen mit Migrationshintergrund. Auch Bürgermeister Marius Reusch (CDU) sprach von einem „gelungenen Projekt, das sehr gut angelaufen ist“. Aktuell stehe die Verlängerung des Projekts an; die Gemeinde habe bereits signalisiert, weiterhin teilnehmen zu wollen.
Thieringer versteht sich selbst als Bindeglied zwischen Verwaltung, Vereinen, Ehrenamt und Bürgerschaft – insbesondere auch zu zugewanderten Menschen. Ihr Ziel ist es, Barrieren abzubauen, Chancengleichheit zu fördern und die Integrationsarbeit strategisch weiterzuentwickeln. Auch die Beratung der Gemeindeorgane gehört zu ihrem Aufgabenfeld.
Die Stelle wird gemeinsam von der Gemeinde Langgöns und der Stadt Linden getragen. Die Finanzierung erfolgt zu 75 Prozent durch das Land Hessen und zu 25 Prozent durch den Landkreis Gießen.
Die Gemeinwesenarbeit in Langgöns wird durch den Landkreis Gießen gefördert und von der ZAUG gGmbH umgesetzt. Das Programm stärkt lokale Strukturen, fördert demokratische Beteiligung und schafft niedrigschwellige Zugänge zu Unterstützung.
Laura Thieringer ist in der Wiesenstraße 18 (Faselstall) in Lang-Göns erreichbar. Ihre Sprechstunde findet donnerstags von 14 bis 16 Uhr sowie nach individueller Vereinbarung statt. Telefonisch ist sie unter 0175 2600376 und per Mail unter gwa-langgoens@zaug.de erreichbar.