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Heimatblatt Langgöns
Ausgabe 24/2026
Aus dem Rathaus wird berichtet
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Langgöns: Umgestaltung des Mehrzweckplatzes in Dornholzhausen vorerst zurückgestellt

Auf dem Festplatzgelände in Dornholzhausen ist das Kunstrasenspielfeld projektiert. Es soll nun aus finanziellen Gründen zurückgestellt werden

Langgöns (ikr). Die geplante Umgestaltung des Mehrzweckplatzes im Ortsteil Dornholzhausen zu einem Kunststoffrasenspielfeld mit Festplatz wird vorerst nicht weiterverfolgt. Die Mitglieder des Langgönser Sozial- und Sportausschusses um ihren Vorsitzenden Armin Elmshäuser (SPD) empfahlen der Gemeindevertretung mit großer Mehrheit, das über 700.000 Euro teure Projekt aus finanziellen Gründen vorläufig zurückzustellen. Stattdessen soll der Gemeindevorstand zunächst mit den Fußballvereinen der Gemeinde eine neue, verbindliche und objektive Verteilung der Trainingszeiten auf den vorhandenen Sportanlagen erarbeiten. Auch die Nutzung der Sporthallen soll dabei neu geregelt und insbesondere für Jugendmannschaften verbessert werden.

Die Beschlussempfehlung fiel eindeutig aus: Acht Ausschussmitglieder stimmten für die Zurückstellung des Projekts, lediglich Christoph Meywald (FWG) votierte dagegen. Auch der Ortsbeirat Dornholzhausen stellte sich mehrheitlich gegen diesen Vorschlag. Dort sprachen sich vier Mitglieder gegen die Zurückstellung aus, nur ein Mitglied unterstützte die Empfehlung des Ausschusses.

Der Entscheidung ging eine längere, kontroverse, aber sachlich geführte Debatte voraus. Im Publikum verfolgten Vertreter des TV Dornholzhausen (TVD) sowie der Burschenschaft „Piraten“ die Beratung. Bürgermeister Marius Reusch (CDU) zeichnete zunächst die Projektentwicklung nach. Demnach war das Vorhaben ursprünglich gemeinsam mit den drei Fußballvereinen der Großgemeinde – TSV Lang-Göns, FC Cleeberg und TV Dornholzhausen – abgestimmt worden. In der Folge wurden bereits der Kunstrasenplatz in Lang-Göns erneuert sowie der Rasenplatz in Cleeberg saniert. Als drittes Projekt sollte nun Dornholzhausen folgen.

Da hierfür ein Bebauungsplan erforderlich war, verzögerte sich die Umsetzung. Inzwischen liegt Baurecht vor, zudem wurden bereits Haushaltsmittel eingestellt und seitens des Vereins Förderanträge gestellt. Der Mitarbeiter eines Planungsbüros präsentierte in der Sitzung zwei Varianten für das Spielfeld: eine kleinere und eine größere Ausführung innerhalb der Baugrenzen. Letztere würde eine größere Spielfläche (ca. 59 m x 42 m) ermöglichen, wäre jedoch entsprechend teurer und erfordere zusätzliche bauliche Maßnahmen wie Stützwände oder Gabionen zur Hangabsicherung.

Die Kosten für das Projekt liegen nach aktuellen Berechnungen bei über 700.000 Euro in der größeren Variante – die Eigenleistungen des Vereins sind dabei schon abgezogen. Hinzu kommt eine sehr angespannte Haushaltslage der Gemeinde. Bürgermeister Reusch äußerte daher Zweifel an der Finanzierbarkeit und verwies auch auf mögliche Probleme mit der Kommunalaufsicht. Das Projekt sei „schwierig zu beschließen“, weshalb eine Zurückstellung empfohlen werde, was Jürgen Knorz (CDU) dann auch beantragte. Eine erneute Beratung sei für den Herbst denkbar.

Deutliche Kritik kam aus Dornholzhausen. Befürchtet wird, dass eine erneute Verschiebung des Projekts faktisch zu dessen Ende führen könnte und bereits beantragte Fördermittel verloren gehen. Es kam auch die Meinung zum Ausdruck, dass Dornholzhausen im Gegensatz zu den anderen Ortsteilen „wieder mal hinten runterfalle“. Felix Plescher als Vertreter des TVD und der Dornholzhäuser Ortsvorsteher Thorsten Fuchs (FWG) sprachen sich daher für eine Umsetzung aus.

Auch innerhalb der Ausschussrunde gab es unterschiedliche Positionen. Christoph Meywald (FWG), zugleich Trainer beim FC Cleeberg, plädierte für eine Realisierung des Projekts.

In einer ausführlichen schriftlichen Stellungnahme hatte der TVD im Vorfeld die Entwicklung des Projekts aus Vereinssicht dargestellt. Seit Jahren bestehe eine angespannte Situation bei den Trainingsmöglichkeiten für Jugend- und Seniorenmannschaften. Nach Ansicht des Vereins seien die vorhandenen Sportanlagen in der Gemeinde für den Trainings- und Spielbetrieb nur eingeschränkt nutzbar und die bisherigen Nutzungsvereinbarungen nicht ausreichend. Der Verein hatte daher ursprünglich die Idee eines eigenen Trainings- und Kleinspielfelds in Dornholzhausen entwickelt. Ziel sei es, insbesondere für Jugendmannschaften verlässliche Trainingsbedingungen zu schaffen. Im Verlauf der Planungen sei die ursprünglich angedachte Spielfeldgröße jedoch mehrfach reduziert worden. Der Verein sieht darin eine deutliche Einschränkung der sportlichen Nutzbarkeit. Die kleinere Variante reiche nach Einschätzung des Vereins nicht aus, um einen zeitgemäßen Trainingsbetrieb dauerhaft sicherzustellen. Gleichzeitig weist der Verein auf die finanzielle Beteiligung und Eigenleistungen hin, die im Rahmen früherer Bauprojekte bereits erbracht wurden. Man sei auch beim aktuellen Vorhaben bereit, sich finanziell und mit Eigenleistungen einzubringen.

Trotz der Zurückstellung des Projekts soll das Thema nicht endgültig beendet sein. Bürgermeister Reusch stellte in Aussicht, die Planungen im Herbst erneut aufzugreifen.