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Heimatblatt Langgöns
Ausgabe 24/2026
Aus dem Rathaus wird berichtet
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Sachstand zur Freiflächenfotovoltaik "Am Ochsenmahr"

Auf dieser Fläche soll die Freiflächen-Photovoltaikanlage „Am Mahr/Am Ochsenmahr“ entstehen.

Langgöns (ikr). Die Planungen für die Freiflächen-Photovoltaikanlage „Am Mahr/Am Ochsenmahr“ kommen voran, allerdings deutlich langsamer als ursprünglich erhofft. Im Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss wurde über den aktuellen Stand des Bebauungsplanverfahrens und die Herausforderungen, die das Projekt weiterhin begleiten, informiert.

Wie Bürgermeister Marius Reusch berichtete, habe sich gezeigt, dass der Wunsch nach einer zügigen Umsetzung in der Praxis mit erheblichem Abstimmungs- und Prüfaufwand verbunden sei. In den vergangenen Monaten seien zahlreiche Gutachten eingeholt und Fachfragen geklärt worden. Dazu gehörten unter anderem Untersuchungen zu möglichen Kampfmitteln im Boden, archäologische Bewertungen vorhandener Hügelgräber sowie ein Blendgutachten.

Letzteres hatte unmittelbare Auswirkungen auf die Planung: Die ursprünglich vorgesehene Ost-West-Ausrichtung der Module erwies sich wegen möglicher Blendwirkungen auf die nahegelegene Autobahn als nicht umsetzbar. Stattdessen favorisieren die Fachplaner nun eine Südausrichtung der Anlage, die sowohl technisch als auch wirtschaftlich als sinnvollste Variante eingestuft wird.

Im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung von Öffentlichkeit und Behörden gingen zahlreiche Stellungnahmen ein. Viele Themen konnten inzwischen abgearbeitet werden. So wurden unter anderem die erforderlichen Abstände zu Waldflächen und Gräben, Schutzstreifen entlang einer Gasleitung sowie Fragen zum Denkmalschutz geklärt.

Für Verzögerungen sorgt derzeit vor allem der Artenschutz. Die Untere Naturschutzbehörde verweist auf nachgewiesene Vorkommen von Rebhuhn und Feldlerche auf der vorgesehenen Fläche. Deshalb fordert die Behörde sogenannte vorgezogene Artenschutzmaßnahmen. Bevor der Bebauungsplan öffentlich ausgelegt werden kann, muss eine konkrete Ausgleichsfläche festgelegt und im Planentwurf ausgewiesen werden. Verwaltung, Planungsbüro und weitere Beteiligte befinden sich hierzu in Abstimmung.

Darüber hinaus sind noch einzelne technische und rechtliche Fragen zu bearbeiten. Dazu zählen unter anderem der künftige Versiegelungsgrad der Fläche, die Entwidmung eines Weges, Anpassungen an der Telekommunikationsinfrastruktur sowie die bodenkundliche Baubegleitung während der Bauphase.

Weitere Themen werden erst im anschließenden Baugenehmigungsverfahren behandelt. Hierzu gehören unter anderem die Löschwasserversorgung, die Kampfmittelsondierung durch externe Gutachter, archäologische Detailuntersuchungen sowie Abstimmungen mit der Deutschen Bahn.

Aufgrund der naturschutzrechtlichen Anforderungen wird die ursprünglich angestrebte Beschlussfassung zur Offenlage des Bebauungsplans vor der Sommerpause nicht mehr möglich sein. Damit verschiebt sich auch der weitere Zeitplan des Projekts.

Trotz der Verzögerungen zeigte sich Reusch zuversichtlich. Spannend werde im weiteren Verlauf insbesondere die wirtschaftliche Entwicklung des Vorhabens. Die Einspeisevergütung für Solarstrom sei zuletzt gesunken, was Auswirkungen auf die Rentabilität haben könne. Dennoch blicke er optimistisch auf die weitere Entwicklung der Freiflächen-Photovoltaikanlage.