Hier am Spielplatz im Rottweg soll eine von drei neuen Ladesäulen im Ortsteil Lang-Göns entstehen.
Langgöns (ikr). Bürgermeister Marius Reusch berichtete im Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss auch über die jüngste Sitzung des Energiebeirates, der aus Vertretern der Energieversorger und Gemeindevertretern besteht: Die Gemeinde Langgöns treibt ihre Pläne für den Ausbau erneuerbarer Energien weiter voran. Ein mögliches Windkraftprojekt soll gemeinsam mit den Nachbargemeinden Hüttenberg und Schöffengrund vorangebracht werden (diese Zeitung berichtete).
Auch beim Ausbau von Freiflächen-Photovoltaikanlagen sieht die Gemeinde großes Potenzial. Allerdings seien die Einflussmöglichkeiten der Kommune auf private Projekte begrenzt, erläuterte Reusch. Gleichzeitig verzögert sich das gemeinsam mit der OVAG geplante Solarprojekt „Am Mahr/Am Ochsenmahr“.
Breiten Raum nahm zudem die Frage ein, wie künftig erzeugter Strom gespeichert werden kann. Vertreter der Energieversorger verwiesen auf eine hohe Nachfrage nach Batteriespeichern, die jedoch häufig an fehlenden Netzkapazitäten und regulatorischen Vorgaben scheitere. Als Zukunftsthema wurde auch das sogenannte bidirektionale Laden von Elektroautos genannt. Dabei können E-Autos nicht nur Strom aus dem Netz beziehen, sondern bei Bedarf auch wieder Energie aus ihrer Batterie ins Haus oder ins Stromnetz zurückspeisen. Technisch sei dies bereits möglich, rechtlich aber noch nicht zugelassen.
Einigkeit bestand darüber, dass die Energiewende nur mit einem abgestimmten Ausbau von Windkraft, Solarenergie, Speichern und Wärmenetzen gelingen kann. Dabei spielen nach Ansicht des Energiebeirats vor allem regionale Lösungen eine wichtige Rolle.
Die Ladeinfrastruktur für E-Autos im Kernort Lang-Göns soll weiter ausgebaut werden. Geplant sind drei zusätzliche öffentliche Ladesäulen: In der Schillerstraße am Alten Spritzenhaus, in der Birkenstraße nahe der Bushaltestelle hinter dem Restaurant Hardtwald sowie am Spielplatz im Rottweg. Hierfür sollen Sondernutzungsverträge mit der OVAG AG abgeschlossen werden. Das Unternehmen wird die Ladesäulen auf eigene Kosten errichten und betreiben. Vorgesehen sind jeweils zwei Ladepunkte mit einer Leistung von 11 Kilowatt; Schnellladesäulen sind nicht geplant. Der Vorschlag stieß im Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss auf breite Zustimmung. Die Mitglieder empfahlen der Gemeindevertretung einstimmig, den Verträgen zuzustimmen. Auch die anwesenden Mitglieder des Ortsbeirats Lang-Göns bewerteten das Vorhaben positiv. Ein formeller Beschluss war dort allerdings nicht möglich, da das Gremium nicht beschlussfähig war.