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Heimatblatt Langgöns
Ausgabe 36/2026
Gestaltung Innenteil Seite 5
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Von der Hausschlachtung bis zur Gemeinschaftsgefrieranlage Wanderausstellung im Langgönser Rathaus erzählt Ernährungsgeschichte(n) aus dem Gießener Land

Marius Reusch eröffnet im Beisein seines Mitarbeiters Uwe Müller (v. r.), Sabine Raßner (Mitte) und beteiligten Archivaren die Wanderausstellung.

Diese Tafel informiert über die ehemalige Gastronomie im Schloss Cleeberg.

Originaldokumente aus den Langgönser Ortsteilen zum Thema.

Langgöns (ikr). Was auf den Tisch kommt, erzählt oft mehr über eine Zeit als man zunächst denkt. Wie die Menschen Lebensmittel anbauten, einkauften, lagerten und zubereiteten, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend verändert. Genau diese Entwicklung nimmt die Ausstellung „Was Leib und Seele zusammenhält. Ernährungsgeschichte(n) aus dem Gießener Land“ in den Blick, die jetzt im Langgönser Rathaus eröffnet wurde.

Auf 24 Tafeln geht es um weit mehr als Kartoffeln, Brot und Fleisch. Historische Fotografien, Postkarten, Dokumente, Pläne und Verordnungen geben Einblicke in Landwirtschaft und Alltagsleben vergangener Generationen. Thematisiert werden unter anderem Kartoffel- und Getreideanbau, Brotherstellung, Viehhaltung, Märkte, Gaststätten und Ausflugslokale. Auch Fleischverarbeitung, Trinkwasserversorgung und die Regeln des Wirtshausbesuchs finden ihren Platz. Besonders anschaulich wird der technische und hygienische Fortschritt - etwa am Beispiel der früher verbreiteten Gemeinschaftsgefrieranlagen in Dorfgemeinschaftshäusern.

Bürgermeister Marius Reusch bezeichnete das Thema bei der Eröffnung als „alltagstauglich“, zu dem jeder Zugang und Anknüpfungspunkte habe. Zugleich dankte er den beteiligten Archiven und besonders seinem Mitarbeiter Uwe Müller, der die Ausstellung in Langgöns organisiert hatte. Für Müller war dies gewissermaßen der letzte öffentliche Auftritt vor dem Ruhestand. Wie viele Ausstellungen er in seinen mehr als vier Jahrzehnten bei der Gemeinde bereits auf die Beine gestellt hat, konnte er selbst nicht sagen. Reusch würdigte die Schau als „sehr gelungen“ und verwies auf die vielen regionalen Besonderheiten, die darin sichtbar werden - von Hausschlachtungen bis zu früheren Formen der Lebensmittelversorgung.

Sabine Raßner, Leiterin des Kreisarchivs Gießen, gab einen kurzen Einblick in die Konzeption und machte neugierig: „Es gibt viel Interessantes und Neues zu entdecken.“

Auch die Gemeinde Langgöns ist mit eigenen historischen Quellen vertreten. Archivarin Marei Söhngen-Haffer hat eine Vitrine mit Dokumenten aus sämtlichen Ortsteilen zusammengestellt. So findet sich dort für Niederkleen beispielsweise ein Flugblatt zur Bekämpfung des Rapsglanzkäfers.

Die Ausstellung wurde gemeinsam mit dem Kreisarchiv Gießen und den Archiven mehrerer Städte und Gemeinden im Landkreis konzipiert und wandert anschließend weiter. In Langgöns ist sie bis zum 20. Oktober während der üblichen Öffnungszeiten des Rathauses im ersten Obergeschoss zu sehen.