Idyllisch liegt Cleeberg am Rande des Taunus – doch die Wasserversorgung geriet hier in diesem trockenen Sommer zeitweise an ihre Grenzen.
Langgöns (ikr). Zwei Brunnen stark eingeschränkt, sinkende Grundwasserstände und zeitweise Wasserversorgung per Tanklastwagen: Besonders in Cleeberg hat die extreme Trockenheit dieses Sommers die Wasserversorgung an ihre Grenzen gebracht. „Der Brunnenspiegel war bei zwei der drei Brunnen sehr stark zurückgegangen und in den kritischen Bereich gegangen“, berichtete Bürgermeister Marius Reusch (CDU) in der Sitzung der Gemeindevertretung. „Das war ein absolutes Warnzeichen.“
In der Großgemeinde insgesamt blieb die Lage zwar angespannt, aber stabil. Von Mitte Juli bis zum 26. August stand die Wasserampel auf Rot. Einen Trinkwassernotstand habe es für die Gesamtgemeinde jedoch nicht gegeben, betonte Reusch. Zugleich dankte er den Bürgern für ihren sparsamen Umgang mit Wasser: Der Verbrauch sei während der kritischen Phase „signifikant gesunken“. Das zeige, dass die Sensibilisierung Wirkung gezeigt habe.
Anders sah es in Cleeberg aus. Der Ortsteil verfügt über eine eigene, von den übrigen Ortsteilen unabhängige Wasserversorgung. Von den drei dortigen Brunnen waren zwei durch die Trockenheit erheblich beeinträchtigt. Deshalb musste erstmals für Cleeberg der Wassernotstand ausgerufen werden. Um die Brunnen zu entlasten, organisierten die Gemeindewerke ab dem 13. August Wasserlieferungen per Tanklastwagen. Reusch dankte dafür ausdrücklich der Firma Langensiepen. Die Maßnahme habe die Brunnen deutlich entlastet und die Situation stabilisiert. Zusätzliche Schwierigkeiten bereitete jedoch eine Keimbelastung des gelieferten Wassers. Deshalb musste für Cleeberg eine Abkochverfügung erlassen werden. „Das war eine ziemliche Belastungsprobe für die Cleeberger“, räumte Reusch ein. Normalerweise könne ein solcher Keim durch kräftiges Spülen des Leitungsnetzes schnell beseitigt werden. Wegen des Wasserengpasses sei dies jedoch nicht möglich gewesen – entsprechend lange habe sich die Beseitigung der Belastung hingezogen.
Seit dem 4. September ist die Abkochverfügung aufgehoben. Auch bei der Wasserampel zeichnet sich eine Entspannung ab: Die rote Ampel in Cleeberg werde voraussichtlich bald wieder auf Gelb wechseln, so Reusch.
Die Ereignisse dieses Sommers in Cleeberg will die Gemeinde dennoch als Warnsignal verstehen. „Wir müssen uns damit strategisch auseinandersetzen und eine langfristige Verbesserung anstreben“, machte der Bürgermeister deutlich. Denn die stark gesunkenen Brunnenspiegel hätten gezeigt, wie empfindlich die örtliche Wasserversorgung auf anhaltende Trockenheit reagieren kann.