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Heimatblatt Langgöns
Ausgabe 5/2026
Gestaltung Innenteil Seite 4
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Ein Abend voller großer Momente, Musik und Zuversicht

Marius Reusch bei seiner Ansprache.

Im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs steht Ehrengast Lisa Mayer (l.), hier im Gespräch mit Martin Hanika und Anita Vidovic.

Über die Goldmedaille der Gemeinde Langgöns freut sich Lisa Mayer mit Martin Hanika (l.) und Marius Reusch.

Lisa Mayer präsentiert ihre Olympiamedaille

Anita Vidovic tritt als „Frau für alle Fälle“ auf.

Anita Vidovic und Frank Mignon

Langgöns (ikr). Der Neujahrsempfang 2026 der Gemeinde Langgöns war weit mehr als ein formeller Auftakt ins neue Jahr: Er wurde zu einem ebenso stimmungsvollen wie kurzweiligen Abend voller Zuversicht, Wertschätzung und bewegender Einblicke – mit einer ganz besonderen jungen Frau als Ehrengast im Mittelpunkt. Mehr als 100 Besucher waren ins Bürgerhaus Lang-Göns gekommen, um gemeinsam ins neue Jahr zu starten und eine außergewöhnliche Sportlerin zu feiern: Lisa Mayer, gebürtig aus Niederkleen, Bronzemedaillengewinnerin mit der 4×100-Meter-Staffel bei den Olympischen Spielen in Paris und Europameisterin 2022 beim Staffel-Gold in München.

Bürgermeister Marius Reusch zeigte sich erfreut über den großen Zuspruch und begrüßte unter den Gästen zahlreiche Kommunalpolitiker – auch aus den Nachbarkommunen –, ebenso Vertreter aus Vereinen, Feuerwehren, Kirchen, Sozialverbänden, dem Handwerk, von Banken und Kooperationspartnern. In seiner Neujahrsansprache schlug Reusch trotz der angespannten weltpolitischen Lage bewusst einen optimistischen Ton an: „Wir haben gute Gründe, auch 2026 zuversichtlich zu sein.“ Und er zitierte einen Leitspruch seines Großvaters, der nach wie vor Bestand hat: „Geht nicht gibt’s nicht.“

Für die musikalische Begleitung sorgte erneut das Wetzlarer Duo „City Rhythm“ mit Frank Mignon und Sängerin Anita Vidovic. Mit feinfühlig interpretierten Stücken wie „Calm after the Storm“ und charmant-augenzwinkernder Moderation trugen sie maßgeblich zur gelungenen Stimmung bei. Den humorvollen Schlusspunkt setzte Vidovic schließlich mit ihrem selbst getexteten und komponierten Lied „Die Frau für alle Fälle“, das sie mit einer schwungvollen Stepptanzeinlage verband – ein Auftritt, der begeisterte und mit langem Applaus belohnt wurde.

Dann wurde es hochleistungssportlich – und zugleich sehr persönlich: Im Gespräch mit Martin Hanika und Anita Vidovic gewährte Lisa Mayer tiefe Einblicke in ihr Leben als Profisportlerin und in die Zeit nach dem Ende ihrer Karriere, die sie 2025 offiziell beendet hatte. Drei Einspielfilme zeichneten in eindrucksvollen Bildern die Höhepunkte ihres sportlichen Weges nach. Offen und authentisch erzählte die sympathische und bodenständig gebliebene junge Frau auch „aus dem Nähkästchen“. Auf die Frage, ob im Verhältnis zu ihren Teamkolleginnen eher Konkurrenz oder Teamgeist überwogen habe, antwortete sie differenziert: „Es waren zwei Rollen, je nach Situation.“ Über die Jahre seien echte Freundschaften entstanden – und man habe gelernt, trotz Konkurrenz die Leistung der anderen zu respektieren. „Ohne Freundschaft und Vertrauen hätten wir diese Erfolge nicht gehabt“, betonte sie. Ihr persönliches Erfolgsrezept vor großen Wettkämpfen sei stets gewesen, nichts Besonderes zu machen: „Einfach alles wie im Training.“ Auch über Rückschläge sprach sie offen – über Verletzungen und schwierige Phasen, aus denen sie vor allem eines mitgenommen habe: Resilienz. Heute, mit 29 Jahren, blickt sie mit großer Zufriedenheit zurück: „Ich habe so sehr für den Traum von Olympia in Paris gekämpft und wurde mit der Bronzemedaille belohnt. Das könnte Hollywood nicht schöner erzählen.“ Und diese Medaille hatte sie an diesem Abend sogar mitgebracht: Zum Abschluss der Gesprächsrunde holte Lisa Mayer das gute Stück hervor und präsentierte es dem Publikum – ein Moment, der mit viel Applaus und sichtlicher Begeisterung im Saal aufgenommen wurde. Über den Tag des olympischen Laufs sagte sie: „Unsere Staffel hatte schon am Morgen das Gefühl, dass heute etwas Besonderes passiert.“

Stillstand ist für die erfolgreiche Sprinterin auch zukünftig keine Option: Am 1. März beginnt für Lisa Mayer ein neuer Lebensabschnitt. Am Olympiastützpunkt Hessen in Frankfurt wird sie künftig im Bereich Athletenbetreuung und Netzwerkarbeit tätig sein. Wer nun meinte, mit einer olympischen Bronzemedaille sei der Abend an Auszeichnungen eigentlich schon gut bestückt, sollte sich täuschen: Lisa Mayer durfte an diesem Abend gleich noch einmal Edelmetall entgegennehmen – diesmal in Gold. Bürgermeister Marius Reusch zeichnete sie für ihre herausragenden sportlichen Erfolge mit der Goldmedaille der Gemeinde Langgöns aus – der höchsten Auszeichnung, die die Kommune zu vergeben hat.

In seinem Schlusswort fasste Martin Hanika den Abend treffend zusammen: Es sei ein „besonderer Empfang mit einem besonderen Ehrengast“ gewesen. Es tue gut, auch einmal schöne Geschichten zu hören. Dem Publikum gab er einen Gedanken mit auf den Heimweg: Zufrieden auf Vergangenes zu blicken – und mit Vertrauen an das Morgen zu glauben.

Damit war der Abend jedoch noch lange nicht zu Ende. Beim anschließenden Büfett blieben viele Gäste noch stundenlang beisammen, kamen miteinander ins Gespräch – auch mit Lisa Mayer, die sich viel Zeit für persönliche Begegnungen nahm. Der allgemeine Tenor zum Abschied war eindeutig: Dieser Neujahrsempfang war nicht nur besonders gelungen – er war für viele der beste, den Langgöns je erlebt hat.

Auch die Verleihung der Ehrenamtspreise und weitere Ehrungen fanden an diesem Abend statt (siehe gesonderter Bericht).