„Alles hat einen Anfang, manchmal auch ein Ende. oder es geht unter anderen Vorzeichen weitet" Dies gilt auch für die Kulturschmiede in Eichenrod. Dort übergab nach zehn Jahren die gebürtige Eichenröderin Ellen Schaaf ihr Herzensprojekt, die ehemalige Schmiede ihrer Familie, die als Kulturschmiede in der Region ihren kulturellen Platz gefunden hatte, an die Gemeinde Lautertal.
Neben der Übergabezeremonie war eigentlich ein Auftritt von Jochen Rudolph, bekannt als „de fideele Owwerhess", vorgesehen, der 2016 als erster Künstler in der Kulturschmiede zu erleben war. Jochen Rudolph musste jedoch aus gesundheitlichen Gründen absagen. Bürgermeister Lukas Becker und Ellen Schaaf hatten sich vergeblich um einen Ersatz bemüht und mussten das erwartungsvolle Publikum daher über die bedauerlichen Neuigkeiten informieren. Die Besucher zeigten aber viel Verständnis für die kurzfristige Änderung. Der Auftritt soll nachgeholt werden, versprach Ellen Schaaf, was allgemein positiv aufgenommen wurde.
So blieben an diesem Abend nur noch das Übergabeprozedere und ein Rückblick auf zehn Jahre Kulturschmiede. „Ich überlege, ob ich das Ganze vielleicht im Dialekt erzählen soll, wie das hier vor zehn Jahren entstanden ist, oder ich mische einfach ein bisschen Dialekt und ein wenig Hochdeutsch", kündigte Ellen Schaaf an. Sie erinnerte daran, dass ihr vor zehn Jahren die Idee gekommen sei, die Schmiede zu einem Veranstaltungsraum auszubauen. Mit einer Gruppe von Menschen, von denen an diesem Abend drei Viertel anwesend seien, habe man in der Schmiede gesessen und besprochen, wie das Ganze vor sich gehen könne.
Seit der ersten Veranstaltung im Jahr 2016 seien bei den Veranstaltungen nicht nur die Eintrittspreise von zehn Euro gleich geblieben, sondern alle Veranstaltungen seien ausverkauft gewesen. „Die Eichenröder und viele aus den umliegenden Dörfern, die uns hier auch besucht haben, waren immer zufrieden mit den Veranstaltungen und haben Spaß gehabt - und mir hat es auch sehr viel Freude gemacht", blickte die Kulturveranstalterin zurück Es seien auch Veranstaltungen dabei gewesen, die deshalb in Eichenrod stattfinden konnten, weil sie in Gießen ebenfalls Veranstaltungen organisiert und die Künstler überredet habe, in der Schmiede aufzutreten.
„Als mir klar geworden war, dass irgendwann alles zu viel wird, da habe ich mich gefragt, wie es nun weitergehen kann. Und es kam mir zum Glück ein Bürgermeisterwechsel zugute." Sie habe wahrgenommen, dass Bürgermeister Becker offen für Veränderungen sei. Irgendwann kam ihr der Gedanke, alles an die Gemeinde zu verschenken. ja, und so haben wir uns gemeinschaftlich hier durchgewurstelt und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Schmiede von der Gemeinde übernommen wird", berichtete Ellen Schaaf weiter, die ihre Unterstützung bei der weiteren Suche nach Künstlern, die in Eichenrod auftreten könnten, zusicherte.
„Wir haben uns darüber ausgetauscht, ich fand das eine sehr tolle Idee, weil ich der Meinung bin, dass man als Kommune auch die Aufgabe hat, für Menschen in der Region, aber auch in unserer Gemeinde, entsprechende Angebote zu schaffen", betonte Bürgermeister Lukas Becker. Er freue sich über Ellen Schaafs zugesagte Unterstützung.
Mit der Übergabe des symbolischen Schlüssels an Lukas Becker war damit der offizielle Teil erledigt. Weil der musikalische Teil ausfallen musste, er ging eine Bitte der beiden Protagonisten von der Bühne herab an die Anwesenden, die Dorfgemeinschaft, die den Grill angeheizt und auch Getränke besorgt hatte, zu unterstützen. Sicherlich könne man sich noch über den Abend und zukünftige Nutzungsmöglichkeiten im Anschluss unterhalten.
Text und Bild: E. Stock