Auch wenn der eigentliche Rassehühner-Aktionstag des mit dem Umweltpreis der Stadt Linden ausgezeichneten Familienbetrieb „Streuobstziege“ völlig verregnet war, so fanden sich dennoch einige interessierte Beuscher ein. Noch bis Mitte Mai können sich interessierte Eltern mit ihren Kindern über die in unmittelbarrer Nähe zum Grillplatz in Leihgestern gehaltenen Hühner informieren. Dafür kann das Türchen gerne geöffnet werden, Eier gefühlt und und sich auch über das Futter der Tiere informiert werden. Bei Bresse gauloise, New Hampshire und Marans handelt es sich um alte Hühnerrassen. Und auch wenn sich diese drei Rassen schon auf den ersten Blick unterscheiden, bleibt doch eine Gemeinsamkeit. Es sind alles Zweinutzungsrassen, bei denen die Hennen eine gute Legeleistung und die Hähne im Alter von vier Monaten einen solventen Sonntagsbraten hergeben. Tiere die aufgrund ihres Geschlechts „unwirtschaftlich“ sind gibt es hierbei nicht. Die Aktion von Familie Lenhart wird durch das hessische Förderprogramm „100 nachhaltige Bauernhöfe“ unterstützt. Prof. Dr. Katharina Lenhart führt gemeinsam mit ihrem Mann den landwirtschaftlichen Betrieb „Streuobstziege“ im Nebenerwerb. „Mit diesem Projekt möchten wir zeigen, dass Umweltschutz, artgerechte Tierhaltung und die Produktion von hochwertigen Lebensmitteln kein Widerspruch sind. Auch wenn es nicht darum geht die Frage zu klären ob nun das Ei oder die Henne zuerst da waren, so geht es doch darum Unterschiede zu zeigen, wie etwa beim Aussehen der Eier. Die Eifarbe wird durch die Erbanlagen (Gene) des Huhns festgelegt und nicht durch die Fütterung. Sie ist als Rasse bedingt. „Allerdings kann man es Hühner an den Ohrscheiben ansehen, ob sie weiße oder braune Eier legen. Bei Weißlegern sind die Ohrscheiben weiß, bei Braunlegern rot. Die Ohrscheibe der Hühner befindet sich hinter den Augen“, verrät Katharina Lenhart. Dies ist auch auf Infoblättern festgehalten, die interessierte Besucher vor Ort finden. Eine Besonderheit finden Besucher bei den Marans, auch Schokoleger genannt. Diese Rasse legt extrem dunkle Eier, die häufig auch noch mit kleinen Punkten versehen sind. De Größe eines Hühnereis wird bedingt durch Rasse und Alter des Huhns. Im ersten Legejahr sind die Eier noch etwas kleiner (46 bis 55 Gramm), im zweiten und dritten Legejahr können sie gut und gerne 70 Gramm und mehr erreichen. Die Anzahl der im Jahr gelegten Eier nimmt dann aber deutlich ab, so dass die meisten Rassehühner nach dem dritten Legejahr geschlachtete werden. Die Farbe des Dotters ist einzig und alleine von den über das Futter aufgenommenen Farbstoffen abhängig. Und über die Bestandteile des verwendeten Futters informiert der Familienbetrieb ebenfalks vor Ort. „Die einzelnen Bestandteile unseres Hühnerfutter beziehen wir von einem Landwirt aus Leihgestern. Das Getreide (Hafer, Gerste, Weizen) kommt direkt vom Acker zu uns.“ In den PE Flaschen in einer Kiste im Hühnergehege kann das fertig gemischte Futter, welches die Tiere auch in ihrem Futterspender haben, in Augenschein genommen und die Zusammensetzung nachgelesen werden. Neben dem Futter benötigen die Hühner auch frisches Wasser. Dieses bekommen sie aus Tränkeeimern, in denen das Wasser nicht verschmutzt wird. ©Foto: Thomas Wißner