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Lindener Nachrichten
Ausgabe 18/2022
Infos des Klimamanagers
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Info des Klimaschutzmanager:

Vortrag Lichtverschmutz - Lichtimmissionen - was ist das eigentlich?

Mittwoch, 11. Mai 2022

Auf Einladung des Klimaschutzmanagers referiert Herr Tilo Jäkel, Mitarbeiter der Stabstelle Klimaschutz, Energiemanagement, Mobilität im Landkreis Lahn-Dill, über das noch weitestgehend unbekannte Phänomen Lichtverschmutzung und deren Einfluss auf den Artenschutz.

Als Lichtverschmutzung bezeichnet man die Aufhellung der Nacht durch Kunstlicht, wenn diese über ein ökologisch vertretbares Maß hinausgeht. Das geschieht oftmals aus Unwissenheit bei der Lichtplanung in der Außenbeleuchtung oder durch unnötige und falsch installierte, beziehungsweise schlecht konstruierte Leuchten. Neben Blendung, ungewollter weitflächiger Beleuchtung von Landschaften und Nachthimmel stehen vor allem die negativen Umweltauswirkungen wie das Insektensterben und der Artenverlust im Fokus. Darüber hinaus führt eine falsche und übermäßige Beleuchtung zu einem hohen Energie- und Ressourcenbedarf, den es auch für den Klimaschutz und wegen der aktuellen Energiesituation dringend zu vermeiden gilt. Besonders problematisch sind insbesondere seit Einführung der LED Fassaden- und Industriebeleuchtungen, sowie Sportplatz- und Gebäudebeleuchtungen. Erst seit kurzer Zeit rücken die Lichttemperatur der Leuchten, bezeichnet mit Kelvin, in den Vordergrund. Warmweißes Licht liegt bei 2700 Kelvin uns ist nicht nur für uns sondern auch für die meisten Arten eine positive besetzte Lichtfarbe.

In Hessen hat sich mittlerweile aus Vertretern von Naturschutzverbänden, Sternwarten, Wissenschaftlern sowie engagierten Bürgerinnen und Bürger ein Netzwerk zur Eindämmung und Verhinderung von Lichtverschmutzung gegründet. Es hat sich den Schutz der Nacht zum Ziel gesetzt, um ökologische, energetische und medizinische Probleme aufzuzeigen und dafür Lösungsansätze anzubieten. Inzwischen sind in Hessen mehr als 50 Netzwerker aktiv und können auf erste positive Resultate verweisen. Das Netzwerk fordert konkret den Schutz wildlebender Tiere und Pflanzen vor nachteiligen Folgen der Lichtverschmutzung im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes, Energieeinsparung sowie ein ästhetisches Landschafts- und Ortsbild einschließlich Sternenhimmel.

Das ehrenamtliche Netzwerk arbeitet interdisziplinär und möchte neben den unmittelbaren ökologischen Folgen einer zunehmenden nächtlichen Beleuchtung auch auf kulturelle und bildungspolitische Aspekte hinweisen.

Vortrag Mi 11.05.22

Ort: Erlebnispark Linden, Bahnhofstraße 125

Beginn: 19:00 Uhr

Eintritt frei