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Lindener Nachrichten
Ausgabe 28/2021
Infos der Umweltberaterin
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Neues Förderprogramm energieeffiziente Gebäudesanierung

Förderprogramm der Bunderegierung für energieeffiziente Gebäudesanierung – Schwerpunkt Einzelmaßnahmen

Im Rahmen des Klimaschutzprogrammes 2030 entwickelte die Bundesregierung die Förderung für energieeffiziente Gebäude weiter. Zum 01.01.2021 startete die neue „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG). Diese unterstützt Eigenheimbesitzer aber auch Besitzer von Nichtwohngebäuden bei einer energetischen Sanierung einzelner Maßnahmen, z.B. einem Heizungstausch. Dafür hat die Bunderegierung zwei Varianten einer finanziellen Unterstützung erarbeitet. Jede Förderung kann als Zuschuss über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BaFa) oder seit dem 01.07.21 auch als Kreditförderung über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragt werden. Anträge für eine Förderung müssen zwingend vor einem Maßnahmenbeginn gestellt werden. Eine Kombination von Kredit und Zuschuss ist nicht möglich. Antragsberechtigt für die Förderung von Einzelmaßnahmen sind neben den Eigentümern auch Pächter, Mieter sowie Contractoren nach Zustimmung der Eigentümer.

Die Einzelmaßnahmen werden mit mindestens 20% der Kosten bei der BaFa gefördert. Darunter fallen energetische Maßnahmen an der Gebäudehülle, Anlagentechnik, Heizungsoptimierung wie hydraulischer Abgleich, oder die Heizungsunterstützung mit erneuerbaren Energien. Wird eine alte Ölheizung getauscht kann sich der Wechsel nicht nur aus Sicht der Umwelt lohnen. Kommt eine förderfähige Hybridheizung, Biomasseanlage oder Wärmepumpenanlage zum Einsatz erhöht sich der gewährte Fördersatz um 10 Prozentpunkte. Dadurch ergibt sich für Heizungen, die ausschließlich erneuerbare Energien nutzen, ein Fördersatz von 45% und für Heizungen, die sowohl erneuerbare Energien als auch Erdgas nutzen ein Fördersatz von 40%.

Gefördert werden zudem Beratung, Planung und Installation sowie weitere Maßnahmen, die nötig sind, um die eigentliche Sanierung durchzuführen (z.B. Austausch von Elektroverteilung, Unterverteilung und sogar Malerarbeiten). Für die zur Antragstellung nötige Vor-Ort-Energieberatungen gibt es Zuschussmöglichkeiten bis zu 50% der Kosten. Mit der Vor-Ort- Beratung wird eine fundierte Informationsgrundlage für eine wirtschaftlich sinnvolle energetische Sanierungen gelegt. Denn jedes Gebäude stellt ein Unikat dar. Ein zertifizierter Energieberater berät zu den richtigen Maßnahmen und erstellt zusammen mit dem Eigentümer die Unterlagen zu einer Förderung. Dafür bietet das Energieberatungs-Netzwerk des Landkreises anbieterunabhängige und neutrale Energieberatung mit Vor-Ort–Termine und fachliche Bewertungen an. Dem Energieberatungs-Netzwerk gehören unabhängige Energieberater aus der Region an. Ebenso im Netz bei der Deutschen Energie Agentur unter www.energie-effizienz-experten.de. Die Antragstellung ohne Einbindung eines Energieeffizienz-Experten (EEE) ist nur für Anlagen zur Wärmeerzeugung (Heizungstechnik) und Heizungsoptimierung möglich.

Sie haben die Wahl zwischen zwei Beratungsalternativen, ob der Energieberater entweder:

  • die Gesamtsanierung in einem Zuge zu einem KfW-Effizienzhaus darstellt oder
  • aufzeigt, wie das Gebäude Schritt-für-Schritt über einen längeren Zeitraum durch aufeinander abgestimmte Maßnahmen umfassend energetisch saniert werden kann.

Gleichgültig aber, für welche Variante Sie sich bei einer Energieberatung entscheiden: Sie sollten den Energieberater bitten, Ihnen die Maßnahmen zur energetischen Sanierung Ihres Wohngebäudes in Form eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) darzustellen. Einzel-Maßnahmen und Komplettsanierungen erhalten auf Grundlage eines individuellen Sanierungsfahrplan einen iSFP-Bonus von 5%. Wer erneuerbare Energien nach einer Gesamtsanierung nutzt erhält weitere 5% zusätzliche Förderung.

Foto: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie