Keinen Krimi sondern einen Frauenroman hatte Jule Heck aus Gambach am Donnerstag letzter Woche mit zu ihrer Lesung in die StattBücherei mitgebracht. Heck war bereits 2018 zu einer Lesung zu Gast – damals mit einem Krimi. Doch die vielseitige Autorin, die auch personalisierte Geschichten auf Wunsch „für Leute, die ein Geburtstagsgeschenk haben wollen. Gerade habe ich für eine Familie die Geschichte ihrer Weihnachtskrippe verfasst“, bat diesmal zur „blauen Stunde“. „Die blaue Stunde“ ist der Titel ihres vor zwei Jahren erschienenen Frauen- oder auch Gesellschaftsroman, mit dem sie ihr angestammtes Krimi-Terrain verließ. Wie sie verriet war es eigentlich von jeher ihr Anliegen einen Gesellschaftsroman zu schreiben, doch ihr erster Krimi und das ihr vertraute Umfeld als ehrenamtliche Schöffin an mehreren Gerichten entwickelten sich ihre Krimis zu einem Selbstläufer. Doch der Wunsch blieb und findet sich nun in „Die blaue Stunde“. Einmal mehr ziert dabei auch Burg Münzenberg wieder das Buchcover, obwohl Heck bewußt die Handlung abseits der Wetterau im Chiemgau angesiedelt hat. Heck verstand es den spannungsbogen hochzuhalten und so wurde nicht allzu viel verraten, erstreckt sich der Erzählstrang von den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts bis in die Gegenwart und zeichnet dabei nicht nur die Veränderungen des Landes mit Mauerfall, Wende und erster Kanzlerin, sondern auch des Frauenbildes. Nach einigen Krimikurzgeschichten ist nun im September mit „Tödliche Idylle“ ein weiterer Krimi erschienen – und der nächste Titel steht mit „Uff`m Dorf“ auch bereits fest. ©Foto: Thomas Wißner