Im Jahr ihres 30-jährigen Bestehens im Saardom wird die große Klais-Orgel derzeit grundlegend restauriert und erweitert. Das Instrument wurde 1955 von der Bonner Orgelbaufirma Klais für den Kölner Gürzenich erbaut und diente dort viele Jahre als Konzertorgel. Nach einer Phase geringer Nutzung erwarb die Pfarrgemeinde die Orgel 1996 und ließ sie im Saardom neu aufstellen.
Seit Sommer 2024 wird das Instrument durch die Orgelbaufirma Thomas Gaida (Wemmetsweiler) umfassend überarbeitet. Ziel ist es, die technische Zuverlässigkeit zu verbessern, den Klang zu verfeinern und die musikalischen Möglichkeiten zu erweitern.
Im Zuge der Arbeiten wurden die mehr als 4.200 Pfeifen sowie das gesamte Innenleben der Orgel gründlich gereinigt. Auch die Windversorgung wurde erneuert: Beschädigte Bälge wurden instand gesetzt, Windkanäle ergänzt und verschlissene Windmaschinen ersetzt. Dadurch konnte die zuvor teilweise unruhige Luftversorgung deutlich stabilisiert werden.
Ein Schwerpunkt liegt auf der klanglichen Überarbeitung aller 58 Register. Die Orgel erhält darüber hinaus neue Register, darunter zusätzliche Flöten- und Prinzipalstimmen sowie eine Solostimme. Für das kommende Jahr ist zudem die Erweiterung um sogenannte Chamaden geplant, die einen besonders festlichen Klang erzeugen.
Auch technisch wird das Instrument modernisiert: Elektrik und Steuerung werden vollständig erneuert, ein neuer ergonomischer Spieltisch eingebaut und zusätzliche Spielhilfen integriert.
Am Pfingstwochenende wird die erneuerte Orgel erstmals in mehreren Veranstaltungen vorgestellt: Den Auftakt bildet ein musikalisches Abendlob mit Orgelweihe am Freitag, 22.05.2026, um 19:30 Uhr. Dekan Olaf Harig wird die Segnung vornehmen, die musikalische Gestaltung übernimmt Prof. Karl Ludwig Kreutz (Konz). Am Samstag, 23. Mai, erklingt die Orgel in der Vorabendmesse gemeinsam mit dem Kirchenchor „Musica sacra“ unter der Leitung von Kantor Thomas Bernardy. Am Pfingstsonntag, 24. Mai, führt der Kirchenchor Kreuzerhöhung Gerlfangen unter der Leitung von Michael Schwedt die „Messe solennelle“ von Louis Vierne in der Spätmesse um 11:30 Uhr auf.
Nach Abschluss der Arbeiten präsentiert sich die Orgel technisch zuverlässig, klanglich ausgewogen und vielseitiger als zuvor – ein bedeutendes Instrument der Region mit Zukunft.