Zum Auftakt des Kunstjahres 2026 widmet der Dillinger Kunstverein dem saarländischen Bildhauer, Zeichner und Maler Paul Schneider eine umfassende Retrospektive. Die Ausstellung eröffnet am Sonntag, 18. Januar, um 11:00 Uhr im Zentrum August Clüsserath und würdigt einen Künstler, der das Verhältnis von Material, Raum, Natur und Zeit über Jahrzehnte hinweg geprägt hat.
Gezeigt werden Arbeiten aus allen Schaffensphasen Schneiders – von frühen Metallobjekten über kleine Steinformen bis hin zu Zeichnungen und Aquarellen. Bereits in den frühen Arbeiten wird jene klare, reduzierte Formensprache sichtbar, die später im Stein monumentale Kraft entfalten sollte. Besondere Aufmerksamkeit gilt den sogenannten „Steinskizzen“: kleinen Steinobjekten und Basaltsäulen, in denen Schneider Form, Gewicht und Licht in konzentrierter Weise auslotet.
Ein weniger bekannter, aber zentraler Teil seines Werks ist die Arbeit auf Papier. Aquarelle und Zeichnungen eröffnen stille Denk- und Wahrnehmungsräume, die nicht als Nebenwerk, sondern als eigenständiger Kommentar zur Skulptur zu verstehen sind. Zu sehen sind unter anderem frühe Landschaften von der Saar, abstrakte Farbkompositionen aus den 1960er-Jahren sowie Arbeiten aus dem Santorin-Zyklus von 1961, die zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion vermitteln.
Paul Schneiders Bedeutung reicht weit über das Atelier hinaus. Als Initiator des Skulpturensymposions am St. Johanner Markt in Saarbrücken und des Projekts „Steine an der Grenze“ in Merzig-Silwingen setzte er wichtige Impulse für die Kunst im öffentlichen Raum. Auch Dillingen selbst trägt seine Handschrift: Im Rosengarten der Stadt steht ein Ensemble seiner Steine.
Die Retrospektive lädt dazu ein, Schneiders Werk als Dialog mit Material und Zeit zu entdecken – still, konzentriert und von nachhaltiger Wirkung.
| Ausstellung: | 18. Januar bis 15.02.2026 |
| Vernissage: | Sonntag, 18. Januar, 11:00 Uhr |
| Ort: | Zentrum August Clüsserath |
| Öffnungszeiten: | Samstag und Sonntag, 14–18:00 Uhr |
Eintritt frei