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Neuenstein Nachrichten
Ausgabe 7/2026
Vereine und Verbände
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DRK-Bergwacht Neuenstein - Reinemachen bei den Wasseramseln

Unter der Geisbrücke in Gittersdorf – der neue designierte Bergwacht Naturschutzwart Martin Kurtz und der bisherige stellvertretende Naturschutzwart Karl-Werne Brauer mit Teilen des entfernten kugelförmigen Wasseramselnestes.

Der Erzebach, ein Zufluß des Geisbaches. Vor der Bundesstraßen - B324 -Unterführung ist eine Schwarzerle vom Sturm umgerissen worden. Das beeindruckende herunterhängende Wurzelwerk zeigt, wie hilfreich die flach im Grund wurzelnden Schwarzerlen den Verlauf eines Fließgewässers in seinem Bachbett halten.

Hausputz bei den Wasseramseln

Das Vorkommen von Wasseramseln an Fließgewässern ist ein Hinweis auf die hohe Qualität des Wassers. Nur in unbelasteten Gewässern gedeihen Kleinlebewesen wie der Bachflohkrebs. Die Wasseramsel ist der einzige Singvogel, der schwimmen und tauchen kann. Gegen die Fließrichtung läuft sie tauchend über den Bachgrund und wendet dabei kleine Steine um, unter denen sich die Wasserkleinlebewesen verstecken. Schräg gestellte Flügel wirken bei dieser Nahrungssuche wie ein Tiefenruder dem Wiederauftrieb entgegen.

Seit Bürgermeister Walter Schmidt im Jahr 1997 der DRK Bergwacht Bereitschaft Neuenstein die Bachpatenschaft für den Geisbach übertrug, reinigt die Bergwacht mit weiteren Helferinnen und Helfern, z.B. vom Bad Hersfelder Wanderverein, alljährlich die unter den Geisbrücken mardersicher angebrachten Nistkästen.

Dieser „Hausputz“ muss jeweils zum Ende des vergangenen Jahres und spätestens am Beginn des neuen Jahres erfolgen. Schnellfließende Gewässer frieren nicht zu und deshalb beginnt die Wasseramsel bereits im Januar mit dem Brutgeschäft und baut aus Moos und trockenen Grashalmen ein kugelförmiges wärmendes Nest. Darin kann sich auch Ungeziefer einnisten, und deshalb müssen die Brutkästen jährlich gereinigt werden. Wegen des ungewöhnlich hohen Wasserstandes von Weihnachten bis Ende der dritten Januarwoche konnte die Nistkästenreinigung erst am 23. Januar erfolgen. Die Überprüfung ergab für das Jahr 2025 sechs Belegungen. Im Jahr 2024 waren es noch sieben.

In den davorliegenden 18 Jahren konnte stolze Zahl von durchschnittlich 11 Belegungen an den insgesamt 15 Brutstätten genannt werden. Dieser besorgniserregende Rückgang des Vorkommens macht eine sorgfältige, fachkundige Untersuchung erforderlich.

Ein überhängender Haselstrauch und über den Bach wuchernde Brombeerranken müssen entfernt werden, um die „Einflugschneise“ zum Nistkasten für die Wasseramsel freizumachen.

Stv. Naturschutzwart
DRK-Bergwacht Neunstein
Karl-Werner Brauer