Als Kulturfolger des Menschen haben sich Hausratten (Rattus rattus) und Wanderratten (Rattus norvegicus) an die Lebensbedingungen in Städten und Dörfern angepasst.
Aufgrund ihrer Lebensweise ist bei dem Vorkommen von Ratten im Lebensraum von Menschen immer die Gefahr begründet, dass die Ratten Krankheitserreger auf Menschen und Nutztiere übertragen, wie z. B. Trichinose durch Trichinen, Salmonellen, Weilsche Krankheit, Hantavieren, Fleckfieber und Partatyphus, Bandwurm, Tollwut, Tuberkulose, Würmer und viele mehr.
Für die meisten Menschen ist das Risiko zu erkranken gering. Beachten Sie bitte trotzdem folgende Vorsichtsmaßnahmen: - Nach Kontakt mit Erregern gründlich waschen, - Kinder, ältere und kranke Menschen sind stärker gefährdet.
Die Nager sind anpassungsfähig, vermehren sich rasant und können durch ihr Verhalten erhebliche Schäden anrichten – sowohl an Gebäuden als auch an der Gesundheit des Menschen. Umso wichtiger ist es, dass nicht nur die Behörden, sondern auch die Bürger aktiv dazu beitragen, die Rattenpopulation einzudämmen.
Ratten, die im Siedlungsgebiet vorkommen, gehören zu der Tierart Hausratten und der Wanderratten. Sie fressen z. T. mehr als 10 % ihres Körpergewichtes pro Tag. Sie pflanzen sich ganzjährig fort und werden nach 2 Monaten bereits geschlechtsreif.
Die meisten Wanderrattenrudel im Siedlungsgebiet von Menschen bestehen aus weniger als 50 Tieren. Wanderratten legen ihre Nester i. d. R. als Erdbauten an, oder nutzen vorhandene Hohlräume in Gebäuden, wie z. B. unter der Badewanne oder in Hohlräumen einer Holzbalkendecke. Selten kommt es vor, dass ein Rattennest mit Jungtieren direkt in der Kanalisation gefunden wird, z. B. auf dem Bankett eines Einstiegschachtes oder in den Überlaufkanälen. I.d.R. werden Erdnester gefunden, welche durch Schäden an den Rohren mit der Kanalisation verbunden sind.
Ratten sind Allesfresser (Omnivore); ihre Nahrung besteht im Freiland jedoch hauptsächlich aus Getreide oder Produkten aus Getreide, sowie Obst und Gemüse. Zu einem geringen Anteil (10 %) nutzen Ratten auch Nahrungsgründe tierscher Herkunft, wie Aas und Abfälle tierischen Ursprungs. Wanderratten sind i. d. R. stark geprägt auf eine Nahrungsquelle (Nahrungsart und Ort), die regelmäßig auf immer den gleichen Wegen aufgesucht wird. Wenn die Ressourcen eines bestehenden Reviers von Wandratten aufgrund der hohen Reproduktionsrate an ihre Grenzen geraten, wandern einzelne Tier oder ganze Familien von Wanderratten ab und besetzen neue Reviere. Damit können sich Haus- und Wanderratten, auch in größeren Städten, auf das gesamte Kanalsystem ausbreiten.
Ratten nutzen das Kanalsystem vorwiegend als Laufwege. In einigen Bereichen, mit regelmäßigem Vorkommen von Nahrungsmittelresten in der Kanalisation, können Wanderratten auch auf die Nahrungsaufnahme in der Kanalisation geprägt sein, was häufig in der räumlichen Nähe von Lebensmittelbetrieben der Fall ist. Dort finden sich Fettrückstände und andere dauerhafte Nahrungsquellen, die von Ratten erschlossen werden können. Hier wird das Kanalsystem als Nahrungsquelle genutzt.
Wie entsteht eine Rattenpopulation?
Die wichtigste Ursache für eine wachsende Rattenpopulation ist leicht zugängliche Nahrung. Offene Mülltonnen, Essensreste auf der Straße oder falsch entsorgte Lebensmittelabfälle bieten den Nagern ideale Bedingungen. Hinzu kommen Unterschlupfmöglichkeiten in Kanälen, Kellern oder Komposthaufen. Dort können sich Ratten ungestört vermehren.
Vorbeugen ist der beste Schutz
Die wirksamste Maßnahme gegen Ratten ist Prävention. Wer Lebensmittelreste vermeidet, Abfälle sicher lagert und seinen Keller oder Garten regelmäßig kontrolliert, entzieht den Tieren ihre Lebensgrundlage. So kann jeder Einzelne aktiv dazu beitragen, die Ausbreitung der Nager zu verhindern – zum Wohle der Gesundheit, der Sicherheit und der Lebensqualität in unseren Städten.