„Seit neun Jahrzehnten ist unser Freibad ein Ort, an dem man zusammenkommt, Freunden begegnet, Nachbarn trifft, gemeinsam lacht, feiert und den Sommer genießen kann. Unser Freibad ist ein Stück Heimat, ein besonderes Lebensgefühl und vor allem: Gemeinschaft. Generationen haben hier ihren Sommer verbracht, schwimmen gelernt und gemeinsam schöne Stunden verbracht“, freute sich Bürgermeister Daniel Salm auf das Sommerfeschd, das genau dieses besondere Lebensgefühl transportierte. Mit dabei auch der Erste Kreisbeigeordnete Georg Kern, der Präsident des DLRG-Landesverbandes Rheinland-Pfalz, Andreas Back, die Ortsbürgermeister Christian Kocher (Edesheim), Uwe Winter (Rhodt) und Christian Weber (Burrweiler) sowie Mitglieder des Verbandsgemeinderates. Auch die Weinhoheiten waren da: Alicia Supernok (Edesheim), Paula Ochudlo (Hainfeld), Pauline Argus (Roschbach) und Celina Baumann (Edenkoben). Dass zwischenzeitlich der Regen für eine Pause der offiziellen Eröffnung sorgte, tat der Stimmung überhaupt keinen Abbruch. Vielmehr hatten viele Gäste mit einem für Schwimmbadfeste typischem Regen fast gerechnet. Regenschirme wurden ausgepackt, Sonnen- zu Regenschirmen umfunktioniert und geduldig auf das Ende des Schauers gewartet.
Erster Beigeordneter Eberhard Frankmann schaute auf neun Jahrzehnte Freibadgeschichte zurück: Als Schwimm- und Sonnenbad in der Leonhard-Eckel-Siedlung 1936 eröffnet, geschah ein Jahr später ein prägendes Ereignis des Freibades: eine Unwetterkatastrophe, bei dem zehn Mädchen aus Rhodt ertranken. Erst ab circa 1956 wurde das Schwimmbecken nicht mehr mit Wasser aus dem Modenbach, sondern mit Leitungswasser gefüllt. 1999 dann fand das erste Schwimmbadfest statt und vier Jahre später registrierte das Bad einen Sommer der Rekorde mit 65.000 Besuchern, 540 Saison und 490 Dauerkarten. 2010 dann die Wiedereröffnung nach einer energetischen Sanierung für 3,2 Millionen Euro als modernstes Bad in Rheinland-Pfalz mit erstem vergebenem Gütesiegel der Energieagentur EOR. Für eine außergewöhnliche Badesaison sorgte die Corona-Pandemie. Immer mal wieder gibt es neue Attraktionen im Freibad, dieses Jahr ist das Piratenschiff gelandet.
Und weil 90 Jahre für 90 Sommer voller Geschichten, Begegnungen und Erinnerungen stehen, lud der Freibadtalk mit dem ehemaligen Bürgermeister Olaf Gouasé, mit dem ehemaligen Jugendpfleger Michael Keßler und Betriebsleiter Felix Kreß eben zu solchen ein.
Von einer traumhaften familiären Atmosphäre schwärmte Gouasé, der als Kind von seinem Vater schwimmen lernte, Süßigkeiten von der Familie Langknecht im Kiosk naschte und seine Jugend auch hier verbrachte. Rückblickend auf seine 28-jährige Bürgermeisterzeit nannte Gouasé die energetische Sanierung des Freibades als prägenden Moment. Der ehemalige Bürgermeister berichtete von nicht enden wollenden Tagen für den damaligen Werkleiter Michael Sack, dessen damaligen Stellvertreter (und heutigen Werkleiter) Martin Hanke und den damaligen Betriebsleiter Timo Graf. Dass dabei die zwei 50 Meter Bahnen erhalten, weitere Attraktionen geschaffen, die Badegäste bei der Sanierung mit einbezogen werden konnten und bei der Wiedereröffnung 1.600 Gäste kamen, das habe seine Wünsche wahr werden lassen.
Michael Keßler erinnerte sich an das erste Schwimmbadfest. Auch wenn der damalige Bademeister Alfred Frey damals der Ansicht war, so ein Schwimmbadfest, das „brauchen wir nicht“, vielmehr sollte Bahnenschwimmen doch wahrlich ausreichen, sei er doch zu überzeugen gewesen. Zu Spiel, Spaß und Spannung kam dann mit dem ehemaligen Betriebsleiter Timo Graf noch etwas Musik dazu.
Timeslots und Schwimmen im Kreis - das bestimmte den Freibadalltag inmitten der Pandemie, daran erinnerte Felix Kreß und berichtete von „Tickets, die damals schneller ausverkauft waren als Konzerte von den Rolling Stones“. Bei unseren Stammgästen, so der Betriebsleiter, gehe es um die Erholung, die Bewegung und insbesondere auch um die Gemeinschaft - der soziale Aspekt stehe dabei im Vordergrund.
Von einer Anlaufstelle für Menschen sprach die Edesheimer Weinprinzessin Alicia, die sich auch gerne an die eigene Kindheit und die unbeschwerte Zeit im Edesheimer Schwimmbad erinnert, etwa ans Schwimmen lernen und an die vielen neuen Attraktionen nach der Wiedereröffnung. Der Erste Kreisbeigeordnete Georg Kern dankte der Verbandsgemeinde Edenkoben für den hohen Stellenwert, den das Freibad in der Verbandsgemeinde Edenkoben habe und wünschte sich auch, dass das Edesheimer Bad weiterhin ein Ort der Freude und der Begegnung bleibt.
Gemeinsam mit Michael Keßler wurde dann gesungen. Und als „Wir gehen ins Freibad, ajo ajo“ ertönte, spitzelte die Sonne wieder hinter den Wolken hervor. Der Freibadblues - geschrieben und komponiert in einer Freizeit vom ehemaligen Jugendpfleger. Herrlich komisch wurde es dann, als Clownin Momo dem Jubilar ein großartiges Geschenk zum 90. Geburtstag überreichte.
Ab 15 Uhr starteten die Mitmachaktionen am Wasser. Mit dabei: das Jugendbüro der Verbandsgemeinde Edenkoben, Teamer der Jugendbüro-Ferienbetreuung, die DLRG Neustadt an der Weinstraße, Stützpunkt Edenkoben – Maikammer, der Förderverein Kinder und Jugend Edesheim, die Feuerwehr Edesheim, der Jugendtreff der Ortsgemeinde Freimersheim, die Grundschule Edesheim, die GemeindeschwesterPlus, der Südhaardter Sportverein 23, der Pfadfinderstamm Cherusker und der Turnverein Edenkoben. Auch eine Hüpfburg stand zum Toben bereit. Und zwischendrin Herr von Bauch auf seinem fliegenden Teppich, der ulkig und tollpatschig kleine wie große Gäste zum Lachen brachte. Nachwuchs DJ Max sorgte für passende Musik aus den 90ern und weiteren Jahrzehnten. „Leuchtende Kinderaugen, neugierige Entdeckerinnen und Entdecker wie auch ganz viele kleine und große Momente, die diesen 90. Sommer zu einer Erinnerung machten, die bleibt“, das hatte sich Jugendpflegerin Maren Hofmann im Vorfeld gewünscht. Beim Blick in die Gesichter der Gäste wurde eindeutig klar, der Wunsch hat sich erfüllt.
Bürgermeister Daniel Salm dankte allen helfenden Händen, allen Vereinen, allen Beteiligten, dem Organisationsteam sowie dem Kiosk, die das Sommerfeschd zu einer Jubiläumsveranstaltung machten, die in Erinnerung bleiben wird.
Vom Jubiläumsrätsel, den Lösungen und den Gewinnern werden wir im nächsten Amtsblatt berichten.
Text: Verbandsgemeindeverwaltung Edenkoben