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Amtsblatt VG Edenkoben
Ausgabe 41/2026
Amtlicher Teil
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Neues Fahrzeug für die Feuerwehr Venningen beauftragt

Auftragsvergabe für Löschgruppenfahrzeugs 10 (LF 10)

 

Ein Löschfahrzeug kommt nicht einfach auf den Hof gefahren. Bis das Löschfahrzeug bei der Feuerwehr ankommt, bevor die blauen Lichter das erste Mal leuchten, liegen zahlreiche Gespräche, Überlegungen, Informationsfahrten hinter den Wehren. Denn ein Feuerwehrfahrzeug von der Stange gibt es nicht. Es muss schließlich zu den örtlichen Gegebenheiten und zu den Einsätzen passen, vorallem jedoch zu den Einsatzkräften, die künftig damit ausrücken. Genau hier beginnt die eigentliche Arbeit der Feuerwehr und der Wehrleitung.

So auch am Standort Venningen: Dort wird ein LF 10 das bisherige LF 8 aus 1986 ersetzen. Und wie aus der Beschaffung eines Fahrzeugs die Gestaltung zukünftiger Einsatzfährigkeit wird, das beschreibt Wehrführer Philip Jung: „Im Juli 2026 war es soweit: Die Auftragsvergabe für den Bau des neuen Löschgruppenfahrzeug 10 (kurz: LF 10) erfolgte an die Rosenbauer International AG mit Sitz in Leonding (Österreich). Rosenbauer setzte sich mit dem Angebot eines LF 10 auf MAN-Fahrgestell im Rahmen der europaweiten Ausschreibung gegen einen weiteren Bieter durch. Die Auftragsvergabe bildete den vorläufigen Höhepunkt eines Beschaffungsprozesses, der im Frühjahr 2024 seinen Anfang nahm.

Auch wenn man es dem Löschgruppenfahrzeug 8 (LF 8) der Freiwilligen Feuerwehr Venningen auf den ersten Blick nicht ansieht, so ist das Fahrzeug dennoch in die Jahre gekommen. Bereits 1984 erfolgte die Indienststellung bei der Feuerwehr Edenkoben. Der Standortwechsel nach Venningen inklusive umfassender Renovierung erfolgte 2015. Mit mittlerweile 42 Dienstjahren ist das LF 8 das älteste Fahrzeug der Feuerwehren in der Verbandsgemeinde Edenkoben. Es bietet, wie auch sein Nachfolger, Platz für eine Löschgruppe, sodass neun Einsatzkräfte zusammen ausrücken können.

Grundlage der Ersatzbeschaffung für das in die Jahre gekommene LF8 bildet der im Spätjahr 2024 verabschiedete Feuerwehrbedarfsplan der Verbandsgemeinde Edenkoben. Dieser defi-niert anhand von Risikoanalysen, Gefährdungspotenzialen und Hilfsfristen den notwendigen Fahrzeugbedarf für jede Ortsgemeinde.

Die Notwendigkeit des LF10 ergibt sich durch des Landesbrand- und Katastrophenschutzgesetzes (LBKG) zur Gefahrenabwehr sowie aus der Einstufung der Einsatzörtlichkeiten der Feuerwehr Venningen in Risikoklassen nach Kriterien der Feuerwehrverordnung. Ebenso wurde im Bedarfsplan definiert, dass die Venninger Wehr neben den Aufgaben in der Risikoklasse 2 auch die Aufgabe als Löschfahrzeug zur Ergänzung des Löschzuges für die Freiwillige Feuerwehr Edenkoben wahrnimmt. Insbesondere im Industriegebiet Edenkoben, in dem Teilflächen auf der Gemarkung der Gemeinde Venningen liegen, und auf der Bundesautobahn 65, wird die Feuerwehr Venningen, aufgrund der örtlichen Nähe, zur Unterstützung eingesetzt.

Die Vorbereitungen für die Beschaffung des neuen Fahrzeugs begann bereits 2024. Im Zuge der ebenfalls fälligen Ersatzbeschaffung eines LF 10 für die Einheit Edesheim wurden erste Besichtigungstermine möglicher Fahrzeuge zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr Edes-heim durchgeführt. Insbesondere die Auswahl der nötigen Fahrgestelleigenschaften und die feuerwehrtechnischen Möglichkeiten verschiedener Aufbauhersteller wurden im Rahmen zahl-reicher Besichtigungstermine herausgearbeitet und mit Vertreterinnen und Vertretern der Fir-men besprochen.

Um den Jahreswechsel 2024/2025 wurden von einer Arbeitsgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Venningen weitere Besichtigungstermine von Fahrzeugen verschiedener Aufbauhersteller durchgeführt. Ziel war es, praxisnahe Erkenntnisse über Aufbauvarianten, Bedienkonzepte, Ergonomie und technische Zuverlässigkeit zu gewinnen. Zeitgleich wurde mit der Erstellung des Leistungsverzeichnisses begonnen.

Im Leistungsverzeichnis werden Ausstattungs- und Qualitätsmerkmale kleinstdetailliert defi-niert, die von der Feuerwehr als Mindestanforderung gestellt werden. Aus der zugrunde lie-genden Norm und den ortsspezifischen Anforderungen der Venninger Wehr sowie ihrem Ein-satzspektrum ergaben sich eine Vielzahl verschiedener Anforderungen, die von Bietern erfüllt werden mussten. Dabei müssen Vorgaben, wie technische Richtlinien und Normen, eingehal-ten werden. Klassisch wurde das Leistungsverzeichnis in drei Losen aufgebaut: Los 1 „Fahrge-stell“, Los 2 „feuerwehrtechnischer Aufbau“ und Los 3 „Beladung“, wobei in einer späteren Revision Los 1 und Los 2 für die Ausschreibung zusammengefasst wurden.

Die Erstellung des Leistungsverzeichnisses dauerte etwa ein halbes Jahr, wobei sich Termine in Arbeitsgruppen, Termine mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Firmen sowie Ab-sprachen mit Verbandsgemeinde und Wehrleitung abwechselten. Das fertige Leistungsver-zeichnis wurde Ende 2025 der Verbandsgemeinde und später der Zentralen Vergabestelle in Annweiler zur Prüfung und Veröffentlichung übergeben. Zeitgleich wurden die erforderlichen finanziellen Mittel im Haushalt der Verbandsgemeinde Edenkoben eingeplant. Die Veröffentli-chung der Ausschreibung erfolgte im Mai 2026.

Nach sechswöchiger Bieterfrist fand Ende Juni die Submission statt. Im deutschen Vergabe-recht bezeichnet Submission die formelle Öffnung und Verlesung der eingegangenen Angebote bei Ausschreibungen. Der Submissionstermin beendet die Angebotsfrist und stellt sicher, dass bis dahin alle Gebote vertraulich und unter Einhaltung der Chancengleichheit behandelt werden. Die Angebote der beiden Bieter wurden in der Zentralen Vergabestelle in Annweiler nach einer von der Venninger Wehr in Zusammenarbeit mit der Wehrleitung erstellten Bewertungsmatrix geprüft.

Die Prüfung ergab, dass die Firma Rosenbauer mit Sitz im österreichischen Leonding das neue LF 10 der Venninger Wehr bauen wird. Das Fahrgestell liefert die Firma MAN. Die Beladung des Fahrzeugs wird zu einem späteren Zeitpunkt ergänzend ausgeschrieben. Nach Angabe von Rosenbauer beträgt die Lieferzeit für das fertige Endprodukt etwas unter zwei Jahren. Bei einem Auftragsklärungsgespräch zwischen Rosenbauer, MAN, Wehrleitung und den Vertretern der Wehrführung Venningen wurden letzte Details geklärt.

Die Venninger Wehr sieht dem weiteren Beschaffungsprozess mit großer Zuversicht entgegen. Auch wenn noch viel Arbeit vor allen Beteiligten liegt, lohnt sich der Blick in die Zukunft. Das neue LF 10 auf Allradfahrgestell und gebaut nach dem aktuellen Stand der Technik wird das alte LF 8 würdig ersetzen. Im besten Fall, wird auch dieses neue Löschgruppenfahrzeug 42 Dienstjahre erreichen.“

Erster Beigeordneter Eberhard Frankmann: „Spätestens nach dem Lesen dieses Artikels wird klar, wie komplex, zeit- und ressourcenaufwendig der Beschaffungsprozess eines Feuerwehrautos ist. Insbesondere auch die Investitionskosten des Venninger Löschgruppenfahrzeuges mit einem Invest von über einer halben Million Euro erfordern intensive und gründliche Planung, Vorbereitung und Durchführung der Beschaffung. Dank der großartigen Arbeit und Unterstützung der Venninger Wehrführung, der Wehrleitung und vieler weiterer Beteiligter sind wir bei der Beschaffung und Indienststellung der neuen Löschfahrzeuge auf der Zielgerade. Bei der Wehr in Venningen stellt sich sicher eine nachvollziehbare Vorfreude ein.“

Wehrleiter Florian Roos: „Eine Fahrzeugbeschaffung für die Feuerwehr ist ein Mammutprojekt – und das nicht nur finanziell für die kommunalen Aufgabenträger, sondern auch für alle Beteiligten. Wer schon einmal privat ein Auto gekauft hat, kennt vielleicht die vielen Kleinigkeiten, auf die es zu achten gilt. Bei einem Feuerwehrfahrzeug geht es jedoch nicht nur um das Fahrgestell, sondern ebenso um Aufbau und Beladung. Nach der finalen Fertigstellung und der in der Regel mehrtägigen Endabnahme muss schließlich alles zusammenpassen.

Der enorme ehrenamtliche Aufwand, der dahintersteckt, ist dabei oft nicht sichtbar. Unsere Einsatzkräfte leisten nicht nur Einsatzdienst, sondern planen Ausbildungen, führen Übungen durch, kümmern sich um die Jugendarbeit und beteiligen sich zusätzlich mit großem persönlichen Engagement an einer solchen Fahrzeugbeschaffung.

Dieses zusätzliche Engagement und Herzblut verdient ausdrücklichen Respekt und höchste Anerkennung. Denken auch Sie gerne daran, wenn ein Feuerwehrfahrzeug bei der nächsten Übung, Ausbildung oder im Einsatz mit Blaulicht und Martinhorn Ihren Weg kreuzt."

Text: Feuerwehr Venningen, Verbandsgemeindeverwaltung Edenkoben, Bild: Feuerwehr VG Edenkoben