Kirchplatz 4
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| mittwochs: | 16:00 Uhr bis 18:00 Uhr |
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Liebe Leserinnen und Leser,
kennen Sie Magdeburg? Es ist die Geburtsstadt von Annett Gröschner und „eine Stadt voller Geschichten“. Diese Geschichten inspirierten die Autorin zu ihrem Buch Schwebende Lasten. Der Roman erzählt das Leben von Hanna Krause, Blumenbinderin und Kranfahrerin, die „gute und schlechte Zeiten erlebt hat, die bis auf ein paar Monate im Berlin der frühen 1930er Jahre nie aus Magdeburg herauskam, sechs Kinder geboren hat und zwei davon nicht begraben konnte, was ihr naheging bis zum Lebensende.“
Ihren Blumenladen, mit dem sie den Lebensunterhalt für die Familie bestritten hat, muss Hanna aufgeben. Die Liebe zu Blumen und Pflanzen bleibt, taucht im Roman immer wieder auf und verleiht ihm eine poetische Note. Die Kapitel tragen Namen von Blumen oder Pflanzen sowie von Tieren, gefolgt von einer feinsinnigen Beschreibung und Hinweisen auf die jeweiligen Besonderheiten. Sie beziehen sich auf das Gemälde Blumenvase in einer Fensternische des niederländischen Malers Ambrosius Bosschaert (1573–1621). Ein Bild, das eine besondere Rolle in Hannas Leben spielt.
Beeindruckend wird die Zeit des Zweiten Weltkriegs beschrieben. Bombennächte in Magdeburg. Der schlimmste Luftangriff ereignet sich am 16. Januar 1945: 12.500 Tonnen Bomben zerstören nahezu die gesamte Innenstadt, Wohnviertel und Industriebauten - mit allen Konsequenzen.
Nach dem Krieg folgt Wiederaufbau, Mangelwirtschaft und die DDR-Zeit. Hanna wird Kranführerin. Im Grusonwerk verbringt sie einen großen Teil ihres Lebens. Die Schichtarbeit wird gut bezahlt. Ab und zu, wenn es sich nicht vermeiden lässt, nimmt sie sogar ihre jüngste Tochter mit nach oben. Scheinbar unaufgeregt meistert Hanna die Aufgaben, die ihr das Leben stellt. Und manchmal kann ein Unglück ein Glück nach sich ziehen, wie sie nach einem weiteren Schicksalsschlag erkennt.
Um die Figur Hanna Krause zu entwickeln, hat Gröschner mit vielen Frauen gesprochen und Geschichten gesammelt. Herausgekommen ist ein facettenreicher Familienroman, der uns das Ostdeutschland des 20. Jahrhunderts bis zur Wende aus der Perspektive der einfachen Bevölkerung nahebringt.
Unbedingt lesenswert!
Öffnungszeiten in den Sommerferien
Von Sonntag, den 19. Juli bis einschließlich Mittwoch, den 5. August ist die Bücherei geschlossen. Die regulären Öffnungszeiten beginnen wieder am Sonntag, den 9. August.