Kathy Büscher, NABU Rinteln - Schwalbenjunge
Schwalbennester
Schwalben gelten von alters her als Frühlingsboten und Glücksbringer, und sie sind die typischen Dorfvögel schlechthin. Leider gehen ihre Bestände aber immer weiter zurück. Dafür gibt es einige Gründe: Es gibt immer weniger geeignete Brutplätze an Wohngebäuden (Mehlschwalben) und weniger Viehställe (Rauchschwalben). Obwohl gesetzlich geschützt, werden immer noch Schwalben vergrämt und die Nester sogar absichtlich zerstört. Auch ist heutzutage lehmiges Baumaterial für das Nest schwerer zu finden. Und als reine Insektenjäger sind die Schwalben besonders vom Insektenschwund betroffen.
Die Gefahr, dass Nester verloren gehen, ist besonders bei Gebäuderenovierungen groß. Wir möchten über ein positives Beispiel berichten, wie alles getan wurde, um die Brutmöglichkeiten der pfeilschnellen Mitbewohner zu erhalten: An einem Haus in der unteren Frankfurter Straße stand vergangenes Jahr der Neuanstrich an. Familie Glaser-Jones legte die Renovierungsarbeiten auf den Oktober, also auf die Zeit nach dem Wegzug ins Winterquartier. Beim Streichen wurde darauf geachtet, dass die Nester nicht beschädigt werden. Das Gerüst wurde genutzt, um in der Wandfarbe gestrichene Kotbretter im ausreichenden Abstand zu montieren. Oberhalb der Kotbretter kam eine Wandfarbe ohne „Lotuseffekt“ zum Einsatz, damit bei Nestneubauten der Lehm an der Wand kleben bleibt.
Im Frühjahr war die Freude groß, als die ortstreuen Mehlschwalben zurückkehrten und die Nester wieder in Beschlag nahmen. Aktuell sind vier Nester belegt, wie an den Kothäufchen auf den Brettern leicht zu erkennen. Der NABU Ober-Mörlen freut sich über das erfolgreiche Engagement der Hausbesitzer und dankt auch allen anderen Bürgerinnen und Bürgern, die sich an „ihren“ Schwalben erfreuen und entsprechend handeln.