Kai Schraub als „Briefträger Josef“ mit Tochter Isabella auf Nachtwächtertour in Ober-Mörlen
„Hört ihr Leut und lasst euch sagen“, so stimmte einst der Ortsnachtwächter auf die Abendzeit ein. Der Glöckner des Dorfes besiegelte zuvor mit dem allabendlichen Nachtläuten den Tag. Die großen Pfortentore wurden geschlossen und die Kinder im Hof mussten rein. Von Zeiten als die Nacht noch Nacht war, es keinen Strom gab und man sich im Dunkeln nur zu Hause sicher fühlte, handeln viele Dorfgeschichte. Einer hatte den wichtigen Posten des Nachtwächters inne um vor Gefahren und Gesindel zu warnen. Die letzten ihres Standes in unserem Dorf taten dies nebenberuflich noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg. Kai Schraub hat die Geschichte der Ober-Mörler Nachtwächter erforscht und konnte viele fast vergessene Begebenheiten wieder entdecken. Ob Spuk als Spitzbubenstreich einiger Stammtischbrüder auf dem Friedhof, die den Nachtwächter überlisteten oder Schabernack von Lausbuben die dem Hüter für Recht und Ordnung in der Nacht auflauerten sind Geschichten überliefert. Die vielen Wirtshäuser hatte er zur nächtlichen Sperrstunde zu kontrollieren und auch zur Fassenachtszeit trat der Nachtwächter in Erscheinung. In seinen Abendrundgängen, die er wieder ehrenamtlich für Vereine und Institutionen anbietet, lässt Schraub als klassischer Postbote in seiner Kunstfigur als "Briefträger Josef", die Geschichten der fünf bekannten Ober-Mörler Gemeindenachtwächter aufleben. Kontakt unter: Kai-Schraub@t-online.de oder per WhatsApp: 0179 8315311