Auch wenn das Gebäude von außen noch nach Baustelle aussieht und die Kita noch keinen offiziellen Namen trägt: Seit dem 01.08.2026 ist die neue Einrichtung im Seniorenzentrum geöffnet. Damit stehen der Gemeinde nun rechnerisch ausreichend Betreuungsplätze zur Verfügung, die im Zuge der Eingewöhnung nach und nach belegt werden. Durch die Angebote zahlreicher Tagesmütter sowie die Betreuung einiger Kinder in Nachbargemeinden sind in Ober-Mörlen aktuell sogar noch Plätze frei. Nach Jahren langer Wartelisten und eines nicht ausreichenden Angebots ist das ein wichtiger Schritt nach vorn.
Die inzwischen vorliegende Kita-Bedarfsplanung der Gemeinde und des Wetteraukreises bestätigt diese Einschätzung. Sie verweist neben der Neueröffnung im Seniorenzentrum auch auf zuletzt geburtenschwächere Jahrgänge. Dennoch darf sich die Gemeinde nicht zurücklehnen: Mit dem dritten Bauabschnitt in der Schießhütte ist weiteres Wachstum zu erwarten. Dadurch kann der Bedarf an Betreuungsplätzen wieder steigen und die derzeit freien Kapazitäten perspektivisch schnell aufgebraucht sein.
Laut Hochrechnung der Bedarfsplanung fehlen bis 2031 – je nach Szenario – voraussichtlich etwa 7 bis 19 Ü3-Plätze. Der Bedarf im U3-Bereich ist dagegen weiterhin abgedeckt. Gleichzeitig weist der Wetteraukreis selbst darauf hin, dass Statistiken mit einem Fünfjahreshorizont nur eingeschränkt belastbar sind. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig zu planen.
Aus Sicht der SPD-Fraktion bietet die Bedarfsanalyse nun eine gute Grundlage, um erneut über die Einrichtung eines Naturkindergartens zu sprechen, welche derzeit noch im Ausschuss beraten werden soll. Eine Naturgruppe mit 25 Ü3-Kindern könnte den absehbaren zusätzlichen Bedarf kostengünstig auffangen und das Betreuungsangebot in Ober-Mörlen und Langenhain-Ziegenberg zugleich konzeptionell bereichern. Mit Blick auf den dritten Bauabschnitt wäre eine Umsetzung bereits im kommenden Jahr realistisch, sofern die Planung jetzt auf den Weg gebracht wird. Die Kritik anderer Fraktionen, die „Lastenraddichte“ in der Gemeinde sei nicht hoch genug und daraus ergebe sich kein Bedarf für einen Naturkindergarten, halten wir für nicht sachgerecht. Erfahrungen aus anderen Kommunen, etwa Münzenberg, bestätigen eine solche Einschätzung nicht.