Der Seniorenbeirat hatte zum Vortrag „Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Palliativmedizin und Elektronische Patientenakte (EPA)“ eingeladen. Bürgermeister Mario Sprengel eröffnete mit seinen Grußworten die Veranstaltung. Lucia Feuerstein, Vorsitzende vom Seniorenbeirat, bedankte sich zu Beginn bereits bei den ca. 60 Bürgerinnen und Bürgern für das große Interesse, sowie bei der Gemeinde für die Überlassung des Rittersaals. Die „Bühne“ war nun frei für Dr. med. Götz Sailer vom Ärztezentrum am Schloss, der die kommenden 90 Minuten mit spannenden Fakten und nützlichen Informationen füllte.
Bürgermeister Mario Sprengel (stehend links) begrüßt die zahlreichen Gäste
Es wurde der Aufbau und die Wirkung einer Patientenverfügung erläutert und wie diese in der Praxis zum Einsatz kommt.
Eine Patientenverfügung ist eine Willenserklärung einer Person für den Fall, dass sie ihren Willen nicht (wirksam) gegenüber Ärzten, Pflegekräften oder Einrichtungsträgern erklären kann. Sie bezieht sich auf medizinische Maßnahmen wie ärztliche Heileingriffe und steht oft im Zusammenhang mit der Verweigerung lebensverlängernder Maßnahmen.
Man kann sie selbst erstellen oder gängige Vordrucke aus dem Internet nutzen und diese auch nach Belieben anpassen oder ergänzen. Sinnvoll ist, sich darüber mit dem Hausarzt zu beraten, dieser kann auch das Dokument bezeugen.
Eine Patientenverfügung kann hinterlegt werden bei:
- Zentrales Vorsorgeregister, - Notar oder Anwalt, - Familie oder Vertrauensperson
Es ist wichtig, sicherzustellen, dass die Verfügung jederzeit aktualisiert und leicht
zugänglich ist.
Eine Vorsorgevollmacht sollte eine wichtige Ergänzung zur Patientenverfügung sein.
Mit einer Vorsorgevollmacht berechtigen Sie Vertrauenspersonen in Ihrem Namen zu handeln, wenn Sie es nicht können. (Krankheit, Bankgeschäfte, etc.).
Dr. Sailer gab auch Einblicke in die Palliativ-Medizin und erläuterte zudem die Funktion einer PEG-Sonde (Perkutane endoskopische Gastrostomie-Sonde), die im Bezug auf künstliche Ernährung eine Rolle spielt.
Formen der palliativen Versorgung:
AAPV: Allgemeine ambulante palliative Versorgung
- wird erbracht durch den Hausarzt, Palliativmediziner oder Pflegedienste.
SAPV: Spezialisierte ambulante palliative Versorgung
- wird erbracht durch spezialisierte Teams aus Palliativärzten, Palliativkrankenschwestern,
Psychologen etc. zur Beratung, Koordination, Teil- oder Vollversorgung.
Abgerundet wurde der Vortrag mit dem Thema „Elektronische Patientenakte (ePA)“.
Aktuell gibt es noch viel „Zettelwirtschaft“. Befunde, Röntgenbilder und Arztbriefe sind oft auf Papier oder in der Krankenakte gespeichert. Das bedeutet Verlust von Informationen auf dem Weg vom Hausarzt zum Facharzt und Krankenhaus. Es gibt Doppelunter-suchungen, weil der nächste behandelnde Arzt oft nicht den vorherigen Behandler kennt. Im Notfall sind wichtige Dokumente nicht zentral abrufbar.
Die ePA ist eine virtuelle Ablage für Ihre persönlichen medizinischen Dokumente.
Sie wird nicht bei Ihrem Arzt, sondern zentral und hochsicher im deutschen Gesundheitsnetzwerk gespeichert. Sie funktioniert wie ein digitales Schließfach, auf das nur Sie und – mit Ihrer ausdrücklichen Erlaubnis – Ihre Behandler zugreifen können.
Die Behandler sind Ärzte, Zahnärzte, Krankenhäuser und Apotheken.
Die ePA ist eine freiwillige Sache. Niemand kann Sie dazu zwingen. Sie allein bestimmen, wer welche Dokumente sehen oder hinzufügen darf und Sie können jederzeit selbst Dokumente aus Ihrer ePA löschen. Zugang zur ePA erhalten Sie über Ihre Krankenkasse.
Bisher gibt es nur geringe Akzeptanz bei Patienten UND Ärzten. Sie möchten nicht an der ePA teilnehmen? Dann wiedersprechen Sie bitte aktiv bei Ihrer Krankenkasse.
FAZIT: Die Idee hinter der ePA ist zukunftsweisend und gut, aber leider eben noch nicht flächendeckend im Einsatz und teilnehmen können derzeit nur gesetzlich Versicherte.
Der Seniorenbeirat und alle Anwesenden bedanken sich ganz herzlich bei Dr. Sailer. Er hat es geschafft diese geballten Informationen kurz, knapp und prägnant zu präsentieren.
Dr. Sailer (ganz links) erhält von der Vorsitzenden des Seniorenbeirats Lucia Feuerstein ein kleines „Dankeschön“.
Mittwoch, 19. November um 14:30 Uhr: Seniorennachmittag im Boni.
Nach Kaffee und Kuchen wird Herr Eckhard Fuss mit einem Diavortrag von seiner Südostasienreise nach Birma berichten.
Montag, 24. November ab 15:00 Uhr: Weihnachtsfeier der Gemeinde für Seniorinnen und Senioren in der Usatalhalle. Anmeldung im Bürgerbüro unter Telefon 06002-50254.
Für Fragen oder Anregungen nutzen Sie gern unseren
E-Mail-Kontakt: Seniorenbeirat@ober-moerlen.de