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Ortenberger Stadtkurier
Ausgabe 12/2026
Aus dem Rathaus wird berichtet
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Städtebaulicher Masterplan für Ortenberg

Wie könnte Ortenbergs Mitte neu gestaltet und vom bloßen räumlichen Zentrum zum lebendigen Herzstück der Stadt entwickelt werden? Mit dieser Frage beschäftigten sich im zurückliegenden halben Jahr zehn Büros für Stadtplanung und Landschaftsarchitektur aus ganz Deutschland. Sie beteiligten sich an einem städtebaulich-freiräumlichen Ideenwettbewerb, den die Stadt im vergangenen Dezember im Rahmen des Förderprogramms „Lebendige Zentren“ ausgeschrieben hatte. Ziel des Wettbewerbs war es, zu überlegen, wie der Bereich um Marktplatz, Carl-Fries-Platz, Rathaus und Herrngarten-Gelände zukunftsfähig entwickelt werden könnte. Unter den Stichworten „nachhaltiger Städtebau und grüner Freiraum mit hoher Aufenthaltsqualität“ sollten die Bedürfnisse der Menschen dabei in den Mittelpunkt gestellt werden.

Anfang Juni traf sich nun das interdisziplinär besetzte, aus Stadtplanern, Landschaftsarchitekten und Verkehrsplanern bestehende Preisgericht unter dem Vorsitz des Frankfurter Stadtplaners Torsten Becker, um die eingereichten Wettbewerbsbeiträge zu bewerten. In der vergangenen Woche wurden schließlich im Ortenberger Bürgerhaus sämtliche Ergebnisse des Ideenwettbewerbs vorgestellt und die Gewinner bekannt gegeben.

Den mit einem Preisgeld von 20 000 Euro dotierten Siegerentwurf hat die Lohrer.Hochrein Landschaftsarchitekten und Stadtplaner GmbH aus München eingereicht. Die Verfasser Ursula Hochrein und Axel Lohrer waren zur Preisvergabe extra nach Ortenberg gekommen, ebenso wie einige Mitbewerber. Unter deren Vorschlägen erhielten der von Thomas Schüler Architekten Stadtplaner aus Düsseldorf und GTL Landschaftsarchitektur Triebswetter, Mauer, Bruns Partner mbB aus Kassel den mit 12 000 Euro dotierten zweiten Preis und jener von Loth Städtebau und Stadtplanung aus Siegen und Schmidt Freiraumplanung aus Hachenburg den dritten Preis (8000 Euro).

Neben Fachvertretern nahmen auch der gesamte Ortenberger Magistrat sowie einige andere Mandatsträger mit Stadtverordnetenvorsteher Marcel Emrich an der Spitze, Klaus Karger von der Wirtschaftsförderung und Regionalentwicklung des Wetteraukreises sowie Vertreter der Volksbank und der Sparkasse an der Präsentation der Entwürfe teil. Bürgermeister Markus Bäckel betonte in seiner eröffnenden Ansprache, dass es für Ortenberg nicht alltäglich sei, städtebauliche Wettbewerbe auszuloben, und dass diese Premiere aus der Aufnahme der Stadt in das Förderprogramm „Lebendige Zentren“ resultiere. Erst im Rahmen dieses Programmes sei den städtischen Entscheidungsträgern deutlich geworden, dass die Entwicklung von Arealen wie dem Marktplatz oder dem Herrngarten-Gelände nicht einzeln gedacht und geplant werden dürfe, sondern im ganzheitlichen Kontext zu sehen und voranzutreiben sei. Mit dem Sieger-Entwurf liege nun ein Masterplan vor, der sich sowohl räumlich als auch inhaltlich und finanziell stark an den Ortenberger Gegebenheiten und Möglichkeiten sowie Erfordernissen - beispielsweise hinsichtlich der Durchführbarkeit des Kalten Marktes - orientiere. Jetzt sei es die Aufgabe der Stadt, zu entscheiden, wie es weiter gehe und welche Maßnahmen als erste umgesetzt werden sollen, auch im Hinblick auf die Tatsache, dass Anträge im Rahmen des Förderprogrammes bis 2028 gestellt werden müssen. Für die Umsetzung gibt es dann jeweils bis zu 66 Prozent Förderung. Ein Weg könnte sein, zunächst jene Maßnahmen zu identifizieren, die tatsächlich über „Lebendige Zentren“ förderfähig seien, und diese dann entsprechend zu priorisieren. Denn insgesamt sei die Umgestaltung des Ortenberger Kernbereiches kein Projekt weniger Jahre, sondern vielmehr eines, das in Generationen gerechnet werden müsse.

Ortenbergs Bauamtsleiter Joachim Heuser zeigte sich mit der Qualität der Arbeiten ebenfalls sehr zufrieden. Besonders erfreulich sei für ihn, dass das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) durch die Wettbewerbsergebnisse eine konkrete Weiterentwicklung und eine klare Perspektive für die zukünftige Stadtentwicklung erhalte. Die prämierten Entwürfe zeigten überzeugende Ansätze zur Umsetzung der allgemeinen Stadtentwicklungsziele der Stadt Ortenberg und verbänden diese mit einer erkennbaren Machbarkeit sowie einer nachhaltigen Entwicklungsperspektive.