Die Gehörnte Mauerbiene legt ihr Nest in Hohlräumen an. Ein Insektenhotel kann ihr dabei helfen.
Schon Buddha erinnerte daran, dass echter Wohlstand nur dann wachsen kann, wenn wir die Grundlagen, aus denen er entsteht, bewahren - so wie die Bienen ihren Honig sammeln, ohne die Blumen zu schädigen. Heute, rund 2500 Jahre später, zeigt sich jedoch, wie weit wir uns von dieser Haltung entfernt haben. Der menschliche Lebensstil hat weltweit zu einem drastischen Rückgang vieler Insektenarten geführt. Besonders betroffen sind die Wildbienen, von denen es tausende Arten gibt, während nur eine einzige - die westliche Honigbiene (Apis mellifera)- vom Menschen gezielt gehalten wird.
Dabei sind wir in weit größerem Maße auf die Bestäuberleistungen der Insekten angewiesen, als vielen bewusst ist. In einigen Regionen der Welt müssen Obstplantagen inzwischen von Hand bestäubt werden, weil kaum noch Bestäuber vorhanden sind. Neben einer grundlegenden Veränderung in der "modernen" Landwirtschaft liegt die Verantwortung aber auch in privaten Gärten: Jeder Mensch kann mit einfachen Mitteln dazu beitragen, Lebensräume für Bienen und andere bestäubende Insekten zu schaffen.
Ein bienenfreundlicher Garten muss nicht perfekt gepflegt aussehen. Im Gegenteil: Wildkräuter, natürliche Ecken mit Zweigen, Staudenresten oder Totholz bieten wertvolle Rückzugsorte. Unterschiedliche Wildbienenarten nutzen Spalten im Holz, Erdhöhlen oder Lehm zum Nestbau - Strukturen, die in „aufgeräumten“ Gärten oft fehlen.
Besonders wichtig ist ein durchgängiges Blütenangebot vom zeitigen Frühjahr bis in den Spätherbst. Frühblühende Zwiebelblumen wie Blausternchen, Krokusse, Narzissen,Schneeglöckchen oder Winterlinge helfen den ersten Pollensammlerinnen des Jahres. Ab März bieten Salweide, Kornelkirsche oder Schlehe reichlich Nahrung, später folgen Obstbäume und viele Gartenkräuter, wie Bohnenkraut, Dost, Lavendel, Rosmarin, Schnittlauch, Salbei und Thymian sind bis in den Herbst sehr beliebt, die sowohl Bienen (ab 10°C) als auch Hummeln (ab 1°C) anziehen. Für die späte Saison eignen sich ungefüllte Sorten von Herbstastern, remontierende Rosen oder Dahlien, deren Blütenpollen und -nektar zugänglich sind.
Auch auf dem Balkon lässt sich viel bewirken: Biologische Wildblumenmischungen und Kräuter in Töpfen und Kästen schaffen kleine, aber wirkungsvolle Oasen. Wer nur einen kleinen Garten hat, kann einzelne Bereiche einfach ungemäht lassen, bzw nur ein- oder zweimal im Jahr mähen und beobachten, welche Wildblumen und Insekten dort einziehen.
Besonders artenreich entwickeln sich Standorte, die nicht zu nährstoffreich sind. Für eine Wildblumenwiese empfiehlt es sich daher, das Schnittgut zu entfernen oder sehr fette Böden mit Sand oder Splitt zu mageren.
So kann jeder - unabhängig von der Größe des eigenen Gartens oder Balkons - dazu beitragen, den Bienen wieder mehr Lebensraum zu geben. Es ist ein kleiner Schritt für den Einzelnen, aber ein großer Beitrag für die Vielfalt und die Gesundheit unserer Ökosysteme.