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Amtsblatt Blickpunkt Petersberg
Ausgabe 23/2026
Aus dem Rathaus wird berichtet
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Einbürgerungsfeier der Gemeinde Petersberg

Abeer Alharbi (Mitte) mit ihrer Tochter Mawj Nidawi und Sandra Rasper aus dem Rathaus.

Von November 2024 bis heute sind bislang 52 Personen aus Petersberg eingebürgert worden - das heißt, sie haben die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Dieser neue Abschnitt im Leben ist für die Gemeinde Anlass, die „neuen“ Deutschen zu einer kleinen Einbürgerungsfeier in die Bürgerstuben einzuladen, die nun Ende Mai stattfand.

 

Diese 52 Personen stammen aus der ganzen Welt: aus Kroatien, Algerien, Bulgarien, Syrien, Irak, Iran, Großbritannien, Lettland, Armenien, Serbien, Bosnien-Herzegowina, Afghanistan, Russland, Moldau, dem Kosovo, der Ukraine und der Türkei. „Das beweist: Menschen verschiedenster Herkunft leben friedlich bei uns in Petersberg zusammen“, freute sich Bürgermeisterin Claudia Brandes bei der Begrüßung der Gäste. Im Durchschnitt sind die neu Eingebürgerten 28 Jahre alt, der älteste ist 57, der jüngste 3 Jahre alt. Die Bürgermeisterin betonte, dass eine deutsche Staatsbürgerschaft nichts ist, die man einfach so erhalte. Es seien ausreichende Sprachkenntnisse nötig, dazu Wissen in der deutschen Rechts- und Gesellschaftsordnung sowie für den Lebensunterhalt selber zu sorgen. Durch die Einbürgerung erhalte man viele Rechte, etwa das Wahlrecht, die freie Berufswahl, Freizügigkeit innerhalb Europas oder Reisen ohne Visum in viele andere Länder. „Zugleich steht die Einbürgerung aber auch für Werte und somit für Pflichten: Gleichberechtigung von Mann und Frau, Respektieren der Meinungsfreiheit oder Toleranz anderen Glaubensgemeinschaften gegenüber“, erklärte die Bürgermeisterin. Die Anwesenden seien bereit, die Werte unseres Landes anzuerkennen, mitzutragen und mitzugestalten. Sie ermutigte die Gäste, sich in Petersberger Vereinen und Organisationen zu engagieren, um das gesellschaftliche Leben in unserer Gemeinde weiter zu bereichern.

 

Anschließend berichtete Abeer Alharbi von ihren Erfahrungen in Deutschland. Sie ist 2014 aus dem Irak geflüchtet. „Bei uns herrschte Krieg, und obwohl wir jeden Tag hart gearbeitet haben, hatten wir keine Perspektive.“ Mit der Flucht verband sie die Hoffnung auf ein Leben ohne Krieg, ohne Angst und vor allem mit Zukunft. „Deutschland ist für mich ein Paradies“, sagte Alharbi. Sie seien freundlich aufgenommen worden, hätten viel Unterstützung und Offenheit erlebt. Sie wolle der Gemeinschaft deshalb etwas zurückgeben, engagiere sich unter anderem ehrenamtlich bei der AWO. Sie betonte: „Integration bedeutet nicht nur, Hilfe zu bekommen, sondern auch Verantwortung zu übernehmen und etwas zurück zu geben.“ Ihre Tochter Mawj Nidawi verkündete danach noch einmal das Bekenntnis, das jeder Eingebürgerte bereits bei seiner eigenen Einbürgerung vortragen musste.

Bei vielen guten Gesprächen und mit Musik klang die Feier, die von Sandra Rasper aus dem Melde- und Passamt organisiert wurde, aus.