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Amtsblatt Blickpunkt Petersberg
Ausgabe 24/2026
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NABU Petersberg

Gerettet Erdkrötenpärchen an einem NABU-Amhibienzaun - © NABU Bonn/Peter Meyer

Dass sich Gerichte mit Klagen über Froschlärm befassen, zeigt, wie weit sich der Mensch manchmal von natürlichen Abläufen entfernt hat. Dabei gehört das Quaken einfach zur heimischen Tierwelt und ist kein ungewöhnliches Phänomen.

Vor allem im späten Frühjahr, etwa von Mai bis Juni, machen sich Frösche im und am Wasser bemerkbar. Die Lautäußerungen gehen dabei von den Männchen aus, die mit Hilfe ihrer aufblasbaren Schallblasen weithin hörbare Rufe erzeugen. Diese dienen dazu, Artgenossen auf Abstand zu halten und gleichzeitig Weibchen anzulocken. In Deutschland stehen Amphibien unter besonderem Schutz, weshalb Eingriffe wie ein Umsetzen nur in gut begründeten Ausnahmefällen erlaubt sind.

Wer die Rufe hört, kann sicher sein, dass im Garten bereits rege Aktivität herrscht. Frösche und Kröten übernehmen dort eine wichtige Aufgabe, indem sie zahlreiche Kleintiere erbeuten. Auf ihrem Speiseplan stehen unter anderem Insekten, Spinnen, Würmer, Asseln sowie Nacktschnecken. Damit tragen sie erheblich dazu bei, das biologische Gleichgewicht im Garten zu stabilisieren.

Neben diesen bekannteren Arten können sich auch Molche ansiedeln, sofern geeignete Lebensbedingungen vorhanden sind. Sie leben sowohl im Wasser als auch an Land und nehmen eine doppelte Rolle ein: Einerseits sind sie effektive Jäger, andererseits dienen sie selbst als Nahrung für verschiedene Tiere wie Vögel, Reptilien oder Säugetiere. Dadurch sind sie fest in die Nahrungskette eingebunden.

Ein entscheidender Faktor für das Überleben der Amphibien ist ihre sehr durchlässige Haut. Sie reagiert empfindlich auf Schadstoffe, weshalb giftfreie und naturnahe Lebensräume unerlässlich sind. Die große Anzahl an Eiern, die viele Amphibien ablegen, ist eine Anpassung an die hohe Sterblichkeit im Nachwuchs. Aus den im Wasser abgelegten und befruchteten Eiern entwickeln sich Kaulquappen, von denen jedoch nur ein sehr geringer Anteil das Erwachsenenstadium erreicht.

Erdkröten zeigen ein anderes Aktivitätsmuster als viele andere Gartenbewohner. Sie sind überwiegend nachts unterwegs und gehen dann auf Nahrungssuche. Den Tag verbringen sie verborgen in feuchten Verstecken, etwa unter Steinen, in Erdlöchern oder im Kompost. Aus diesem Grund ist bei Gartenarbeiten besondere Aufmerksamkeit erforderlich, um die Tiere nicht zu verletzen oder ihre Rückzugsorte zu zerstören.

Auffällig ist auch ihr ausgeprägter Orientierungssinn: Zur Fortpflanzung kehren Erdkröten zuverlässig in das Gewässer zurück, in dem sie selbst geschlüpft sind. Während der kalten Jahreszeit verharren sie regungslos in geschützten Verstecken im Boden. Werden sie in dieser Phase von starkem Frost überrascht, kann dies tödlich sein. Deshalb sollten diese Rückzugsräume möglichst ungestört bleiben.

Ein erhebliches Risiko entsteht jedes Frühjahr auf dem Weg zu den Laichgewässern. Viele Tiere müssen Straßen überqueren, was häufig zu Verlusten führt. Schutzmaßnahmen wie Amphibienschutzzäune oder eine angepasste Fahrweise können helfen, die Zahl der Opfer zu reduzieren.

Hinweis für naturnahe Gärten: Wer Amphibien fördern möchte, sollte den Garten möglichst vielfältig und naturbelassen gestalten. Ein Teich mit Uferpflanzen sowie eine reichhaltige Insektenfauna erhöhen die Chance, dass sich Frösche ansiedeln. Es ist jedoch nicht erlaubt, erwachsene Tiere aus der Natur zu entnehmen und umzusetzen. Dagegen kann Laich unter Beachtung der gesetzlichen Regelungen vorsichtig umgesetzt werden. Zu beachten ist außerdem, dass Fische im Teich - insbesondere Goldfische - den Nachwuchs der Amphibien stark gefährden können.

Für den NABU Petersberg: Hartmut A. Schwab