Im Winter sollen Gehwege sicher begehbar sein. Unsere Gemeindesatzung in Petersberg sieht vor, vor allem Sand, Splitt und ähnliche abstumpfende Materialien zu verwenden. Streusalz ist nur in geringen Mengen bei festgetretenem Schnee oder Eis erlaubt. Dennoch wird vielerorts großzügig Salz gestreut - oft aus Gewohnheit oder aus dem verständlichen Wunsch heraus, besonders gründlich zu sein.
Für die Natur ist das problematisch: Streusalz gelangt mit dem Schmelzwasser in Böden, Bäche und ins Grundwasser. Das Salz schädigt Pflanzen, lässt Wegränder und Wiesen verarmen und stört das Gleichgewicht im Boden. Empfindliche Kräuter und Gräser verschwinden, während salztolerante Arten überhandnehmen - die biologische Vielfalt nimmt ab.
Auch Tiere sind betroffen: Bodenorganismen, Insekten, Amphibien und Kleinsäuger reagieren empfindlich auf Salz. Amphibien, die im Frühjahr wandern und in Gräben laichen, sind besonders gefährdet. Bäume nehmen Salz über ihre Wurzeln auf, was zu Schäden, Wachstumsstörungen und sogar zum Absterben führen kann.
Eine einfache Alternative für private Gehwege sind Streumittel wie Sand oder Splitt. Auch Produkte wie Lavastreugut oder Granulat aus Blähton kann man im Baumarkt finden. Sie wirken rein mechanisch, belasten weder Boden noch Wasser und lassen sich nach dem Winter zusammenkehren und erneut verwenden.
Gerade weil viele Umweltprobleme unlösbar erscheinen, ist dies ein Bereich, in dem jede und jeder vor Ort direkt etwas bewirken kann. Wer auf Salz verzichtet, schützt Pflanzen, Tiere und unsere Lebensgrundlagen.
Der NABU möchte daher freundlich dazu ermutigen, die Regelungen für private Gehwege zu beachten und im Winter möglichst salzfrei zu streuen - der Natur zuliebe und im Interesse unserer Gemeinde.