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Amtsblatt Blickpunkt Petersberg
Ausgabe 32/2026
Vereine und Verbände
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NABU Petersberg

Reptilien gehören zu den ältesten heute lebenden Tiergruppen unseres Planeten.

Besonders Schlangen können auf eine beeindruckende Entwicklungsgeschichte zurückblicken, die viele Millionen Jahre umfasst. Ihre frühen Vorfahren verfügten vermutlich noch über kleine Gliedmaßen, die im Laufe der Evolution verschwanden.

Dennoch ähnelten sie den heutigen Arten bereits erstaunlich stark.

Die Ringelnatter - Nützlicher Gast im Grünen

Wer in seinem Garten einer Ringelnatter begegnet, darf sich glücklich schätzen. Die harmlose Schlange ist in vielen Regionen heimisch und bevorzugt naturnahe Lebensräume mit Gewässern. Häufig sieht man sie beim Sonnenbaden oder bei der Jagd nach Amphibien.

Gleichzeitig trägt sie dazu bei, die Zahl von Kleinsäugern wie Wühlmäusen zu begrenzen und unterstützt damit das ökologische Gleichgewicht im Garten.

Für Menschen stellt die Ringelnatter keinerlei Gefahr dar. Sie zählt zu den besonders geschützten Tierarten und sollte weder vertrieben noch beunruhigt werden.

Kennzeichnend sind die auffälligen gelblichen Flecken im Nackenbereich sowie die grau bis olivgrüne Grundfärbung mit dunklen Zeichnungen. Trotz dieser Merkmale wird sie immer wieder irrtümlich für eine Giftschlange gehalten.

Ein Tier mit besonderem Platz im Volksglauben

Schon früher genoss die Ringelnatter in vielen Gegenden einen guten Ruf. Sie galt als Glücksbringer und wurde häufig in Ställen oder Kellern geduldet. Zahlreiche Überlieferungen erzählen davon, dass sie Haus, Hof und Familie beschütze. Ihre markanten Nackenflecken wurden mancherorts sogar als kleine Krone interpretiert und fanden Eingang in Sagen und Märchen über geheimnisvolle Schlangenkönige.

Die Kreuzotter - Scheu und schützenswert

Neben der Ringelnatter kommt in Deutschland auch die Kreuzotter vor. Sie ernährt sich ebenfalls überwiegend von kleinen Säugetieren und trägt so zur natürlichen Regulierung von Nagetierbeständen bei. Als einzige weit verbreitete Giftschlange Mitteleuropas besitzt sie zwar ein wirksames Gift, doch verlaufen ihre Bisse für gesunde Erwachsene in der Regel nicht lebensbedrohlich. Medizinische Abklärung ist dennoch immer ratsam.

Die Kreuzotter bevorzugt sonnige, strukturreiche Landschaften mit Heideflächen, Mooren oder Berghängen. Ihr charakteristisches dunkles Zickzackband auf dem Rücken erleichtert die Bestimmung. Bei Gefahr sucht sie meist die Flucht und greift nur in Ausnahmefällen an.

Wie viele andere Reptilien leidet auch sie unter dem Verlust geeigneter Lebensräume und steht deshalb unter strengem Schutz.

Die Blindschleiche - Keine Schlange, sondern eine Echse

Oft wird die Blindschleiche mit einer Schlange verwechselt. Tatsächlich handelt es sich jedoch um eine beinlose Echse. Ihren Namen verdankt sie nicht einer Sehschwäche, sondern ihrem glänzenden, silbrig schimmernden Körper. Da sie überwiegend in den Abendstunden aktiv ist, bekommt man sie nur selten zu Gesicht.

Auf ihrem Speiseplan stehen Regenwürmer, Schnecken, Insektenlarven und andere wirbellose Tiere. Damit gehört auch die Blindschleiche zu den nützlichen Gartenbewohnern, die helfen, natürliche Gleichgewichte aufrechtzuerhalten.

Zauneidechsen - Schnelle Jäger zwischen Stein und Holz

Eine weitere Reptiliengruppe, die in naturnahen Gärten anzutreffen ist, sind die Eidechsen.

Besonders die Zauneidechse fühlt sich in Bereichen mit Steinmauern, Totholzhaufen oder sonnigen Böschungen wohl. Von dort aus jagt sie kleine Insekten, Asseln und andere Wirbellose.

Wer im Sommer an einer Trockenmauer vorbeigeht, kann mit etwas Glück eine Eidechse beobachten, die blitzschnell zwischen den Steinen verschwindet. Solche strukturreichen Bereiche bieten den Tieren ideale Versteck-, Sonnen- und Überwinterungsmöglichkeiten.

Naturnahe Gärten als wertvoller Lebensraum

Schlangen, Blindschleichen und Eidechsen sind wichtige Bestandteile unserer heimischen Tierwelt. Durch naturnahe Gartengestaltung mit Trockenmauern, Totholz, Laubhaufen oder kleinen Teichen können Gartenbesitzer einen wertvollen Beitrag zum Schutz dieser faszinierenden Reptilien leisten. Gerade in Zeiten zunehmender Lebensraumverluste sind solche Rückzugsorte von großer Bedeutung. Man kann die nützlichen Insektenfresser aber auch anlocken, indem man einfach einen Steinhaufen in einer sonnigen Ecke aufhäuft und in Ruhe lässt.

Für den NABU Petersberg: Hartmut A. Schwab