Gelungener Auftakt für unsere Veranstaltungsreihe „Leseland Hessen“: Am 1. September las Michael Kumpfmüller aus seinem neuen Roman „Böse Kinder“. Die Prämisse: Ein alter Mann muss ins Heim, und seine zwei Söhne räumen den Keller aus. Dort finden sie einen „Giftschrank“, in dem der Vater Fotos und detaillierte Aufzeichnungen seiner 23 Geliebten gesammelt hat. Und auch die Mutter hatte Affären. Kumpfmüller erzählt die Geschichte einer ebenso normalen wie besonderen deutschen Familie von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart. Die entscheidende Frage: Was erbt man von seinen Eltern? Ist man gezwungen, die gleichen Muster und Fehler immer wieder zu wiederholen?
Die mehr als 70 Gäste im Petersberger Rathaussaal erlebten eine emotionale Lesung mit einem sehr offenen Schriftsteller, der bekannte, das Buch habe autobiografische Ansätze und sei für ihn ein Stück weit Therapie gewesen.
Zwei Tage später ging es dann weiter am gleichen Ort, aber mit ganz anderem Inhalt: 65 Drittklässler mit ihren Lehrerinnen aus der Johannes-Hack-Schule lauschten der Kinderbuchautorin Rieke Patwardhan, die aus „Maggie Müller ermittelt“ vorlas. Die Zehnjährige, die dem Buch seinem Namen gibt, möchte einmal Detektivin werden. Ihr erster Fall: Die Gänse der schrulligen Violetta wurden entführt.
Rieke Patwardhan bezog die Schüler in ihre Lesung mit ein und beantwortete zahlreiche Fragen der Kinder, zum Beispiel wie lange man an einem Buch schreibt und wie man auf die vielen kreativen Ideen kommt. Das war eine Schulstunde, die die Drittklässler sicher nicht so schnell vergessen werden.