Viele Menschen mit Garten können es kaum erwarten, dort wieder aktiv zu werden. Die ersten sonnigen und trockenen Tage werden genutzt, um die Hecke zu stutzen, das letzte Laub zu entfernen, den Kompost umzusetzen oder mit der Vorbereitung der Beete zu beginnen. All diese Tätigkeiten werden traditionell schon immer so durchgeführt. Leider haben sich die Zeiten geändert: Der Igel war noch nicht vom Aussterben bedroht, das Insektensterben war weniger dramatisch und viele heute bekannte Kenntnisse über das Biotop Garten waren noch nicht vorhanden.
Die Natur ruht im Januar natürlicherweise. Viele Lebewesen - auch wenn man sie nicht sieht - überwintern dort. Insekten finden sich als Ei, Larve oder auch schon fertig entwickelt unter Laub in abgestorbenen Stängeln oder einfach so an einem Ast in einer Hecke. Igel, Bilche und andere Kleinsäuger halten Winterschlaf oder Winterruhe. Vögel nutzen die Samen abgestorbener Pflanzen oder Fallobst als Nahrung. Vielleicht haben sich im Kompost auch Amphibien in Kältestarre begeben. Unsichtbares Leben ist überall im Garten vorhanden.
Unser Appell lautet: Gönnen Sie diesem Leben noch etwas Ruhe und sichern Sie die Überlebenschancen all Ihrer Gartenbewohner! Lassen Sie das Laub liegen und die Hecken unangetastet. Erst wenn einige richtig warme Tage hintereinander aufgetreten sind, das Gartenleben sichtbar erwacht ist, viele Insekten geschlüpft sind und die Kleinsäuger aktiv sind, kann man tätig werden.
Für den NABU Petersberg - Michael Heinz
NABU Petersberg: www.nabu-petersberg.de und instagram.com/nabu_petersberg