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Amtsblatt Blickpunkt Petersberg
Ausgabe 41/2026
Vereine und Verbände
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NABU Petersberg

Wer seinen Garten naturnah gestaltet, hat gute Chancen, dem Igel ein dauerhaftes Zuhause zu bieten. Der kleine Stachelträger bevorzugt Lebensräume mit ausreichend Versteckmöglichkeiten, wilden Ecken und natürlicher Vielfalt. Reisighaufen, Laubansammlungen, Hecken oder Bereiche mit Totholz bieten ihm Schutz und dienen gleichzeitig als Jagdrevier. Hier findet er Nahrung sowie geeignete Plätze für die Ruhezeiten und den Winterschlaf.

Wenn die Temperaturen im Spätherbst deutlich sinken, beginnt für den Igel eine entscheidende Phase. Vor dem Winter muss er genügend Fettreserven anlegen, um die kalte Jahreszeit zu überstehen. Deshalb sind Igel im Herbst oft auch tagsüber unterwegs, obwohl sie eigentlich nachts aktiv sind. Besonders junge Tiere, die erst im Sommer oder Frühherbst geboren wurden, müssen sich in kurzer Zeit ausreichend Gewicht anfressen, um die Winterruhe zu überleben.

Auf dem Speiseplan stehen vor allem verschiedene wirbellose Tiere. Käfer, Insektenlarven, Spinnen, Ohrwürmer, Regenwürmer und kleine Schnecken gehören zu seinen bevorzugten Nahrungsquellen. Gelegentlich werden auch junge Mäuse erbeutet. Obst und Gemüse zählen dagegen normalerweise nicht zu seiner natürlichen Nahrung. Der Igel richtet daher in Gemüse- und Blumenbeeten keinen Schaden an, sondern hilft vielmehr dabei, zahlreiche unerwünschte Gartenbewohner in Schach zu halten. Nur gelegentlich lässt er sich von einer heruntergefallenen reifen Frucht verführen.

Trotz seines Nutzens hat der Igel heute mit zahlreichen Problemen zu kämpfen. Anfang 2024 noch zum Wildtier des Jahres gekürt, wurde er am Ende des gleichen Jahres bereits auf die Rote Liste als potenziell bedrohte Art gesetzt. Sein Bestand nimmt vielerorts seit Jahren ab. Ein Grund dafür ist der Verlust geeigneter Lebensräume. Immer häufiger verschwinden Hecken, Brachflächen und naturnahe Strukturen aus der Landschaft. Gleichzeitig beeinträchtigen Pflanzenschutzmittel und andere chemische Produkte die Lebensbedingungen vieler Kleintiere, die dem Igel als Nahrung dienen. Auch in privaten Gärten lauern Gefahren. Schneckenkorn, Unkrautvernichter und ähnliche Mittel können direkt oder indirekt zum Tod der Tiere führen. Hinzu kommen technische Geräte wie Mähroboter oder Rasentrimmer. Da Igel bei Gefahr häufig erstarren oder sich zu einer Stachelkugel zusammenrollen, können sie vielen Bedrohungen nicht rechtzeitig ausweichen. Jedes Jahr werden zahlreiche Tiere verletzt oder getötet.

Wer Igel unterstützen möchte, kann bereits mit einfachen Maßnahmen viel bewirken. Laubhaufen sollten insbesondere im Herbst und Winter möglichst liegen bleiben. Ebenso bieten Reisig- und Asthaufen wertvolle Rückzugsorte. Dort finden die Tiere nicht nur Schutz, sondern auch reichlich Nahrung. Zwischen Blättern, Zweigen und morschem Holz leben zahlreiche Käfer, Asseln und andere Kleintiere, die für Igel besonders wichtig sind. Insekten spielen für die Gesundheit der Tiere eine bedeutende Rolle. Ihre harten Außenskelette enthalten Chitin, einen Stoff, der nach Ansicht von Fachleuten zur Gesunderhaltung beiträgt und den Zahnapparat belastbar hält. Sinkt das Angebot an Käfern, treten häufiger Zahnprobleme auf. Können Igel ihre Nahrung nicht mehr ausreichend aufnehmen, verlieren sie an Kraft und haben geringere Chancen, den Winterschlaf erfolgreich zu überstehen. Ein Garten, der Igeln Lebensraum bietet, kommt zugleich vielen anderen Arten zugute. Vögel, Wildbienen, Schmetterlinge und zahlreiche weitere Tiere profitieren von naturnahen Strukturen. Gleichzeitig entsteht für den Menschen eine lebendige Umgebung voller Naturerlebnisse. Das Beobachten von Tieren und Pflanzen macht einen Garten weit abwechslungsreicher als eine vollständig aufgeräumte und sterile Grünfläche.

Tipp: Igel legen bei ihren nächtlichen Wanderungen oft weite Strecken zurück. Dichte Zäune ohne Durchgänge können ihre Wege blockieren. Besonders problematisch sind massive Barrieren oder Gabionenzäune, in denen sich Tiere verfangen können. Wer den Garten igelfreundlich gestalten möchte, sollte deshalb an geeigneten Stellen kleine Durchlässe schaffen, damit die Tiere ungehindert zwischen verschiedenen Lebensräumen wechseln können.

Für den NABU Petersberg: Hartmut A. Schwab