Titel Logo
Amtsblatt Blickpunkt Petersberg
Ausgabe 9/2026
Aus dem Rathaus wird berichtet
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Probebohrung für neuen Tiefbrunnen geplant

Bürgermeisterin Claudia Brandes mit Manuel Schäfer von den Gemeindewerken

Die Gemeinde Petersberg plant die Erschließung eines neuen Tiefbrunnens. Das aufwendige Vorhaben soll die Wasserversorgung der Gemeinde langfristig sichern.

Die Rhönquellen bei Elters versorgen die Gemeinde Petersberg bereits seit rund 100 Jahren mit Trinkwasser. Doch heiße Sommer und trockene Winter in der jüngsten Zeit haben die Quellschüttung zuletzt deutlich zurückgehen lassen. Im Jahr 2025 wurden nur 269.000 Kubikmeter Wasser von den Rhönquellen gewonnen - so wenig wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen und fast 100.000 Kubikmeter weniger als 2024. „Das heißt nicht, dass die Wasserversorgung in Petersberg akut gefährdet ist“, beruhigt Bürgermeisterin Claudia Brandes. „Aber dieser Rückgang stellt uns als Gemeinde doch vor immense Herausforderungen.“ Denn wenn die Rhönquellen weniger Wasser bringen, sind einerseits die Tiefbrunnen mehr gefordert, die Pumpen laufen dauerhaft und treiben die Energiekosten nach oben. Und andererseits muss mehr Wasser von den benachbarten Versorgern teuer zugekauft werden. „Um die Wasserversorgung langfristig zu sichern, kommen wir nicht drumherum, einen neuen Tiefbrunnen zu erschließen“, erklärt die Bürgermeisterin.

Klingt einfach - dahinter verbirgt sich aber ein komplexes Verfahren. Der Gemeinde kommt dabei zugute, dass sie schon einen potenziellen Standort im Blick hat: einen Brunnen in Dietershan, der bereits in den 1970er-Jahren erkundet, aber nie in Betrieb genommen wurde. „Wir werden in den nächsten Wochen einen Antrag auf Probebohrung und Pumpversuch bei der Oberen Wasserbehörde stellen“, kündigt Manuel Schäfer, technischer Betriebsleiter der Gemeindewerke Petersberg, an. Allein dieses Genehmigungsverfahren kann jedoch bis zu einem halben Jahr dauern. „Wenn das Regierungspräsidium Kassel grünes Licht gibt, kann im Herbst die Probebohrung durchgeführt werden“, sagt er. Diese und der anschließende Pumpversuch werden ebenfalls Monate in Anspruch nehmen. Erst danach kann der Bau des eigentlichen Tiefbrunnens begonnen werden - vorausgesetzt, die Wasserqualität in Dietershan ist gut genug. „Je nach Aufwand gehen wir davon aus, dass ein neuer Tiefbrunnen 2029 oder 2030 in Betrieb gehen kann“, erläutert Schäfer. Die Kosten dafür liegen voraussichtlich zwischen 2,5 und 3 Millionen Euro. „Das klingt viel - aber mit einem neuen Tiefbrunnen ist unsere Wasserversorgung auf Jahrzehnte gesichert“, betont Bürgermeisterin Brandes.

Mit der Wasserbilanz des vergangenen Jahres ist sie grundsätzlich zufrieden. Für das Verbrauchsjahr 2025 konnten die Wasserverluste, wie bereits in den Vorjahren, bei sehr niedrigen 6 Prozent gehalten werden. Von 749.923 geförderten Kubikmetern sind nur 48.540 nicht in den Haushalten angekommen. Allgemein ist zu sagen, dass mit minimalstem Personaleinsatz ein Versorgungsnetz von mehr als 200 Kilometer Länge und eine Vielzahl von Wasserversorgungsanlagen sehr gut betreut werden. „Das wird auch von den übergeordneten Behörden bei regelmäßigen Kontrollen so attestiert“, sagt Schäfer. Dieses vorausschauende Handeln des Wasserwerkpersonals spiegelt sich bei den Wassergebühren wider: Die Gemeindewerke Petersberg gehören kreisweit zu den kostengünstigeren Wasserversorgern - und das, obwohl dauerhaft in den Erhalt und den Ausbau der Infrastruktur mit hohen Summen investiert wird.

Sorgen hingegen bereitet der Bürgermeisterin der hohe Wasserverbrauch: Obwohl die Gemeinde mehrfach zum Wassersparen aufgerufen hatte, haben die Petersberger voriges Jahr sogar mehr Wasser genutzt als 2024. Die Bürgermeisterin appelliert deshalb: „Sauberes Trinkwasser ist eines unserer kostbarsten Güter. Jeder einzelne sollte deshalb verantwortungsvoll und nachhaltig damit umgehen.“