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Poppenhausener Nachrichten
Ausgabe 23/2026
Vereine und Verbände
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Bergrennen Griechenland

Sensation beim Hellenic Mountain Race: Auf dem selbstgebauten Bambusrad in die Weltspitze

POPPENHAUSEN / NAFPAKTOS, 28. Mai 2026 - Über 900 Kilometer Distanz, unerbittliches Offroad-Terrain und gnadenlose Höhenmeter durch das wilde Pindos-Gebirge in Griechenland: Das "Hellenic Mountain Race" gilt in der Szene als eines der härtesten unbegleiteten Extrem-Radrennen der Welt. Der Radsportler Lasse Strickert hat diese brutale Herausforderung nun auf einem herausragenden 22. Platz im internationalen Spitzenfeld beendet. Das Besondere an diesem Erfolg: Während die Konkurrenz auf durchoptimierte Carbon- und Hightech-Maschinen setzte, meisterte Strickert die Strecke auf einem in Eigenregie gebauten Bambusfahrrad.

Das unbegleitete ("unsupported") Rennen verlangte den Athleten in den vergangenen Tagen alles ab. Schlafmangel, raue Witterungsbedingungen und tief eingeschnittene, verblockte Bergpfade brachten viele Fahrer und deren Material an die absolute Belastungsgrenze. Strickert jedoch bestach durch eine unglaubliche mentale und physische Konstanz. Mit einer taktisch klugen Fahrweise, die auf permanente Bewegung und minimale Pausenzeiten ausgelegt war, arbeitete er sich kontinuierlich im starken Fahrerfeld nach vorne.

Ein Triumph für Mensch und handwerkliche Präzision

Der Erfolg ist nicht nur eine Bewährungsprobe für Strickerts eiserne physische Ausdauer, sondern auch ein eindrucksvoller Beweis handwerklicher Maßarbeit. Der maßgeschneiderte Bambusrahmen, der in heimischer Werkstattarbeit in Poppenhausen mitkonstruiert und auf die extremen Bedingungen vorbereitet wurde, hielt den gnadenlosen Erschütterungen souverän stand. Die Konstruktion bewies auf den steinigen Pisten Griechenlands eindrucksvoll, dass Naturmaterialien in Kombination mit dem richtigen technischen Know-how selbst den härtesten rennsportlichen Extrembelastungen trotzen können.

Kameradschaft auf der Strecke, Nervenkrimi zu Hause

Auf den letzten, kräftezehrenden Etappen hinab zum Zielort Nafpaktos zeigte sich zudem der wahre Geist dieses extremen Sports. Strickert bildete mit seinem Mitstreiter Manuel Rauwolf eine Fahrgemeinschaft. Statt erbitterter Rivalität unterstützten sich die beiden Fahrer gegenseitig, um die massive Erschöpfung der vergangenen Tage zu überwinden und gemeinsam das Ziel zu erreichen.

Während diese Kameradschaft auf der Strecke zusammenschweißte, sorgte die Technik bei den Unterstützern in der osthessischen Heimat für bange Momente: Bei Kilometer 905 - nur zehn Kilometer vor dem Ziel - fror Strickerts Signal auf der Live-Tracking-Karte plötzlich ein. Da bei diesen Rennen Materialbruch oder schwere Stürze an der Tagesordnung sind, ließ der abrupte Ausfall des GPS-Senders kurz vor dem Ende Schlimmstes befürchten.

Doch der scheinbare Defekt stellte sich glücklicherweise als bloße organisatorische Maßnahme der Rennleitung heraus, die den Tracker vor dem eigentlichen Ziel vorzeitig deaktiviert hatte. Die lang ersehnte Erlösung für die Heimatbasis folgte am Donnerstagmorgen um 7:05 Uhr Ortszeit: Die Rennorganisation trug Strickerts Zieleinfahrt manuell in das System ein. Er sicherte sich den hochoffiziellen 22. Platz, während sein Weggefährte Rauwolf auf Platz 23 folgte.

Mit dieser Platzierung bei dem internationalen Top-Event haben Lasse Strickert und sein außergewöhnliches Gefährt bewiesen, wohin unbändiger Wille, kameradschaftlicher Sportsgeist und handwerklicher Pioniergeist führen können - eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte, die weit über den Radsport hinaus beeindruckt.