50 Studierende aus neun europäischen Ländern beschäftigten sich im Rahmen des Hochschulprojekts E³UDRES² mit zwei Herausforderungen in der Rhön. Eine davon war die laufende Innenentwicklung in Poppenhausen. Während eines sogenannten Bootcamps entwickelten sie innovative, smarte und nachhaltige Ideen zur Belebung des Ortskerns – möglichst auch mit wirtschaftlichem Potenzial.
Zum Auftakt zeichnete der Erste Beigeordnete Dr. Arnulf Müller ein Bild der Entwicklung Poppenhausens in den vergangenen 60 Jahren. Anhand historischer und aktueller Fotos zeigte er das starke Flächenwachstum der Gemeinde bei vergleichsweise geringer Bevölkerungszunahme. Die Folge seien zunehmende Leerstände im Ortskern, die zugleich große Chancen für die Zukunft böten. Innenentwicklung bedeute dabei nicht nur die Sanierung von Gebäuden, sondern auch die Stärkung der Dorfgemeinschaft und des dörflichen Lebensgefühls.
Das Interesse der Studierenden war groß. Fünf der acht Arbeitsgruppen entschieden sich für die Herausforderung „Siedlungsentwicklung in Poppenhausen“. Gesucht wurden kreative Lösungen für einen lebendigen Ortskern.
Zum Abschluss präsentierten die Teams ihre Konzepte vor einer Jury. Hinter Namen wie „Spassherz“, „Lebensstraße“ oder „PoppenCampus“ verbargen sich durchdachte Ideen. So wurde beispielsweise das ehemalige Gasthaus Adler als Kombination aus Biergarten, Apartments und Coworking-Bereich neu gedacht. Auch Finanzierungsmöglichkeiten – vom Anteilseigentum bis zu Fördermodellen – wurden vorgestellt.
Den Wettbewerb gewann schließlich eine Gruppe mit einem besonders praxisnahen Ansatz: Sie schlug ein Wohnprojekt für Studierende in Kooperation mit der Hochschule vor. Leerstände könnten so wieder genutzt, die Nahversorgung gestärkt, der ÖPNV belebt und langfristig neue Unternehmen angezogen werden. Gleichzeitig würden Begegnungen zwischen Studierenden und Einheimischen das Dorfleben bereichern und Poppenhausen ein Stück jünger machen.
E³UDRES² ist eine Initiative der Europäischen Kommission. Sie vernetzt kleine und mittelgroße Hochschulen für angewandte Wissenschaften, um ländliche Regionen bei ihrer nachhaltigen und smarten Entwicklung zu unterstützen. (AM)