Bei gemeinsamer Problemstellung miteinander neue Wege gehen – dies war Ziel des 2. Kommunalforums. Vertreterinnen und Vertreter der saarländischen Landkreise, Städte und Gemeinden waren der Einladung des Sparkassenverbandes Saar gefolgt. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Zukunft gestalten: Arbeitgeberattraktivität und Fachkräftesicherung im Saarland“. Es wurde über die zentralen Herausforderungen und Strategien, die auf die Sicherung des Fachkräftenachwuchses und die Steigerung der Attraktivität der Landkreisämter, Rathäuser, Gemeinden, Verwaltungen und Sparkassen als Arbeitgeber abzielen, diskutiert. Fachkräftemangel – gerade wir Arbeitgeber im öffentlichen Dienst spüren ihn. Vor Jahrzehnten waren sowohl Banken und Rathäuser begehrte Arbeitgeber – heute sind wir froh, wenn sich die jungen Menschen für solch eine Ausbildung entscheiden und mit Begeisterung der Verwaltung oder den Banken erhalten bleiben. „Die saarländischen Städte und Gemeinden wollen sich mit ganzer Kraft am notwendigen Transformationsprozess der Wirtschaft des Saarlandes beteiligen“, sagte mein Kollege Jörg Aumann. „Damit dies gelingt, brauchen wir finanzielle Handlungsfähigkeit, eine massive Steigerung der Investitionstätigkeit sowie qualifizierte und hochmotivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir müssen verstärkt darum werben, dass die Tätigkeiten im öffentlichen Dienst nicht nur herausfordernd, sondern vielfältig und spannend sind. Sie bieten herausragende und zukunftssichere Chancen auch für die jüngere Generation“.
Das Kommunalforum wurde bereits zum zweiten Mal vom Sparkassenverband angeboten, um wichtigen Herausforderungen und Themen eine Plattform zum Austausch zu bieten.
Weniger optimistisch in Sachen Zinsentwicklung waren die Prognosen von Chefvolkswirt, Dr. Christian Molitor. Danach ist nicht unbedingt zwingend zu erwarten, dass - sollte die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen senken – sich auch die Kosten für langfristige Verbindlichkeiten signifikant verringern; eine Botschaft, die sowohl für öffentliche wie auch private Investitionen nicht unbedingt Mut machen kann.
Gemeinsam mit den Kollegen Bürgermeistern und Wirtschaftsförderern aus dem Landkreis konnte ich in der vergangenen Woche im größten Grobblechwerk in Europa auf Entdeckungsreise gehen. Auf Einladung der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Untere Saar haben wir einen Einblick in den Prozess der Stahlherstellung erhalten. Die Kulisse der Hochofenanlage und des Walzwerks war wirklich beeindruckend. Zu Fuß ging es am Schlacke-Becken gefüllt mit glühend heißem Eisen vorbei. Die fertigen Spezialstähle der Dillinger Hütte werden für Kessel, Schiffe, Druckbehälter, Windparkanlagen, Brücken und vieles mehr entwickelt und produziert. Und dass dazu in der Vergangenheit auch eine Firma aus Ensdorf (Bild oben links: s. blaue Schrift auf Schild) dazu beigetragen hat war eine schöne Randnotiz: Ältere Ensdorferinnen und Ensdorfer werden sie noch kennen, die Firma UTRANS, die im Gewerbegebiet mit Transporttechnik national wie international sehr erfolgreich war.
Grüner Stahl wird in einer klimaneutralen Gesellschaft eine große Rolle spielen - dieser wird anstatt mit Kohlenstoff mit grünem Wasserstoff hergestellt. Gerade unser Industrielandkreis wird von der von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck zugesagten Förderung in Milliardenhöhe profitieren. Dies bedeutet sichere Arbeitsplätze mit Zukunftsperspektive – bestimmt auch für viele Ensdorferinnen und
Ensdorfer, die bereits seit Jahren bei der Dillinger Hütte arbeiten.
Ich bin mir sicher, dass dieser Transformationsprozess technisch reibungslos gelingen wird und hoffe auf Akzeptanz an den internationalen Märkten.
In einem solch komplexen und vielfältigen Bereich wie der Klimaschutz- und Energiepolitik ist der regelmäßige Austausch zwischen externen Expertinnen und Experten aus der Energiewirtschaft und den Kommunen nötig. Das Zusammenspiel eröffnet die Möglichkeit, innovative Lösungsansätze zu diskutieren und auf den Markt zu bringen. Vergangene Woche haben wir uns in Schwalbach getroffen und ausgetauscht. Der Vorstandsvorsitzende der VSE AG, Dr. Hanno Dornseifer, hat durch das Programm geführt, das mit zahlreichen Sachvorträgen zu Zukunftsperspektiven des Wasserstoffs, dem Netzausbau im Zuge der Energiewende, Herausforderungen der Wärmewende mit Blick auf die kommunale Wärmeplanung und Stand und Entwicklung der Versorgungssicherheit im Bereich der Stromversorgung, ein breites Spektrum abdeckte. Dieses seit vielen Jahren bestehende Format des regelmäßigen Austauschs der Kommunen und eines ihrer Energieversorger VSE bzw. energis und deren Tochterunternehmen unterstreicht die vertrauensvolle Zusammenarbeit der Partner.