Bürgermeister Jörg Wilhelmy und Stefan Thieser/RAG
Noch bis zum 20. Juni 2026 finden die Special Olympics Nationalen Spiele im Saarland statt. Rund 4.500 Athletinnen und Athleten gehen in 27 Sportarten an den Start. Die Veranstaltung erinnert daran, dass Inklusion keine einmalige Aktion und kein kurzfristiges Projekt ist. Sie ist eine Haltung. Sie bedeutet, Menschen nicht nach ihren Einschränkungen, ihrer Herkunft oder ihren Unterschieden zu beurteilen, sondern nach ihren Fähigkeiten, ihren Stärken und ihrer Persönlichkeit. Niemand darf ausgegrenzt werden.
Der Besuch der Flamme der Special Olympics im Landkreis Saarlouis, speziell auch bei uns in Ensdorf, war deshalb weit mehr als nur der Start einer Sportveranstaltung. Sie war ein sichtbares Zeichen für Zusammenhalt, Respekt und gelebte Inklusion. Als Saarland dürfen wir stolz darauf sein, Gastgeber einer Veranstaltung zu sein, die genau diese Werte in den Mittelpunkt stellt.
Vor der offiziellen Eröffnung der Spiele letzten Montag im Ludwigsparkstadion führte der Fackel-Staffellauf durch alle fünf Landkreise des Saarlandes und machte die Idee der Special Olympics für viele Menschen unmittelbar erlebbar. Die Flamme symbolisiert die Werte, für die die Special Olympics stehen: Mut, Leistung, Teilhabe und die Überzeugung, dass jeder Mensch seinen festen Platz in unserer Gesellschaft hat – und genau diese Botschaft spiegelte sich in den zahlreichen Aktionen des Tages wider. Ein besonderer Moment bei der Eröffnungsfeier aus Ensdorfer Sicht: Die Athletensprecherin der Special Olympics, Hanna Hohe, stammt aus Ensdorf. Sie durfte bei der offiziellen Eröffnung im Ludwigsparkstadion das Feuer entzünden.
Den spektakulären Auftakt bei uns im Landkreis Saarlouis bildete die Punktlandung des Fallschirmspringers auf dem Plateau vor dem Saarpolygon. Die symbolische Übergabe der Fackel erfolgte in Form einer Grubenlampe und stellte damit einen besonderen Bezug zur Bergbaugeschichte unserer Gemeinde her. Bedauerlicherweise konnten die geplanten Flüge der Gleitschirmflieger aufgrund der Wetterlage und der damit verbundenen Sicherheitsanforderungen nicht stattfinden. Die Sicherheit aller Beteiligten hat stets oberste Priorität.
Dennoch waren die Gleitschirmflieger zahlreich auf dem Haldenplateau vertreten und begeisterten die Besucherinnen und Besucher mit einer eindrucksvollen Groundhandling-Show (sichere Beherrschung der Schirme am Boden – die Grundlage für kontrollierte Starts, präzise Flugmanöver und ein sicheres Fluggefühl). Wie ursprünglich vorgesehen wurde die Fackel an die Gleitschirmfliegerin Frau Luxenburger weitergereicht – danach durfte ich die Fackel mit der Flamme der Hoffnung dann sicher gemeinsam mit den Kindern der Waldschule Saarwellingen in Begleitung von Innenminister Reinhold Jost, Umweltministerin Petra Berg, Landrat Patrik Lauer und einigen Landtagsabgeordneten zur Festmeile ins Sportzentrum tragen.
Während zahlreiche Schülerinnen und Schüler auf dem Haldenplateau gespannt die Ankunft des Fallschirmspringers verfolgt hatten, herrschte rund um unser Sportzentrum beim großen Mitmachfest bereits reges Treiben. Zahlreiche Vereine, Institutionen und Organisationen präsentierten sich mit Informationsständen und vielfältigen Mitmachangeboten. Für besondere Momente sorgten der Kneipp-Verein und die AWO mit einem schwungvollen Flashmob zur Begrüßung der Fackel sowie einer anschließenden Darbietung mit dem Schwungtuch. Auch die Kinder der Waldschule Saarwellingen begeisterten mit einem mitreißenden Tanz. Mit dem Fackellauf auf der Mitmachmeile entstand eine einzigartige Atmosphäre, die das Fest zu einem unvergesslichen Erlebnis machte und für beste Stimmung bei allen Beteiligten sorgte.
Ein schönes Zeichen setzte auch unsere Integrationsbeauftragte Oksana Riffa mit ihrer Mitmachaktion für Kinder. Auf einer Leinwand konnten die jungen Besucherinnen und Besucher ihre bunten Fingerabdrücke hinterlassen. So entstand Stück für Stück ein farbenfrohes Gemeinschaftsbild. Jeder einzelne Fingerabdruck war anders, doch erst gemeinsam ergab sich das vollständige Kunstwerk. Treffender lässt sich die Idee von Inklusion kaum darstellen: Jeder Mensch ist einzigartig, jeder bringt seine eigenen Stärken mit – und erst die Vielfalt macht eine Gemeinschaft stark.
Beim Drachenbootrennen am Nachmittag auf der Saar saßen viele Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Vereinen, Institutionen oder Schulen – auch hier wurde deutlich, dass Teamgeist, gegenseitige Unterstützung und Fairness die eigentlichen Gewinner dieser Veranstaltung sind. Entlang des Leinpfades sorgte das „Team Ensdorf“ gemeinsam mit vielen weiteren Helferinnen und Helfern sowie zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauern für ordentlich Rückenwind für die Drachenbootmannschaften – ein eindrucksvoller Auftritt, der große Anerkennung fand.
Mein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten, die zum Gelingen dieses großartigen Ereignisses bei uns im Landkreis beigetragen haben: den Vereinen, Hilfsorganisationen, Verbänden, Sponsoren, Seniorenheimen, den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltungen des Landkreises, der Städte und Gemeinden, den Sicherheits- und Rettungskräften sowie allen Besucherinnen und Besuchern. Sie alle hätten es verdient gehabt, medial stärker in den Blickpunkt genommen zu werden.
Der Landkreis Saarlouis und die Gemeinde Ensdorf haben an diesem Tag eindrucksvoll gezeigt: Gemeinsam sind wir stärker – und Inklusion gelingt dort, wo Menschen einander mit Offenheit, Respekt und Herz begegnen.
Wer in den vergangenen Tagen in den Abendstunden den Blick auf den Förderturm auf dem RAG-Gelände gerichtet hat, dem ist sofort die besondere Beleuchtung ins Auge gefallen. Dank moderner Lichttechnik kann dieses Wahrzeichen unserer Bergbau-Geschichte in unterschiedlichen Farben angestrahlt werden und wird somit künftig immer wieder neue Akzente am Ensdorfer Nachthimmel setzen.
Die aktuelle Aufnahme entstand zur sogenannten „Blauen Stunde“, jener besonderen Phase zwischen Tag und Nacht, in der das Restlicht des Himmels und die künstliche Beleuchtung eine beeindruckende Atmosphäre schaffen. In diesen Tagen erstrahlt der Förderturm in einem kräftigen Pink-Violett – den Farben der Special Olympics. Damit wird rechtzeitig vor Beginn der Nationalen Spiele der Special Olympics im Saarland ein sichtbares Zeichen für Inklusion, Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt gesetzt.
Es ist möglich, den Förderturm entsprechend der unterschiedlichen Ereignisse und Festivitäten zu illuminieren - beispielsweise in den deutschen Nationalfarben schwarz-rot-gold oder auch in den Farben der französischen Trikolore unseres Nachbarlandes.
Die aktuelle Illumination verleiht diesem Wahrzeichen eine zusätzliche Botschaft:
Vielfalt und Zusammenhalt und die selbstverständliche Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben. So wird der Förderturm aktuell nicht nur zum Blickfang in den Abendstunden, sondern auch zu einem leuchtenden Symbol für die Werte, die unsere Gemeinschaft auszeichnen.
Liebe Bürgerinnen und Bürger,
am 22. Juni 2026 setzen Landkreise, Städte und Gemeinden bundesweit ein gemeinsames Zeichen: Kommunen am Limit.
Die Haushalte der Kommunen rutschen immer tiefer ins Minus. Sie sind am Limit – oder bereits darüber hinaus. Allein im vergangenen Jahr mussten die Kommunen bundesweit ein Finanzierungsdefizit von mehr als 30 Milliarden Euro verkraften. Mit dem Aktionstag „Kommunen am Limit“ am 22. Juni 2026 setzen sich Landkreise, Städte und Gemeinden bundesweit dafür ein, dass vor allem der Bund und auch die Länder endlich handeln und die kommunale Finanzlage wieder ins Lot bringen.
Vor Ort wird ganz direkt spürbar und sichtbar, was auf dem Spiel steht, wenn Aufgaben wachsen, aber die nötige Finanzierung ausbleibt: Kitas, Schulen, Senioren- und Jugendangebote, Schwimmbäder, Kultur, Mobilität, soziale Unterstützung und vieles mehr. Kommunale Finanznot betrifft den Alltag aller Menschen.
Warum sind die Kommunen am Limit?
Landkreise, Städte und Gemeinden stecken in einer historischen Finanzkrise, haben sie aber nicht selbst verursacht. Sie haben immer mehr gesetzliche Pflichtaufgaben, die auch immer teurer werden. Das Problem: Bund und Länder legen die Aufgaben fest, sorgen aber nicht dauerhaft für ausreichende Finanzierung. Das Ergebnis: Das allermeiste Geld, das die Kommunen zur Verfügung haben, müssen sie für diese Pflichtaufgaben ausgeben. Für die sogenannten „freiwilligen Aufgaben“, aber auch für den laufenden Verwaltungsbetrieb ist immer weniger Geld da.
Zu den kommunalen Aufgaben gehört vieles, was das Leben und den Alltag vor Ort ausmacht. Wenn die Kommunen sparen müssen, heißt das zum Beispiel: kaputte Straßen, unsanierte Schulen und Dorfgemeinschaftshäuser, weniger Busse und Bahnen, geschlossene Bäder, weniger Jugendangebote, schlechtere Krankenhausversorgung, längere Wartezeiten in Ämtern, schlechter gepflegte Spielplätze, weniger Kultur und weniger Unterstützung vor Ort.
Die kommunale Finanzkrise betrifft uns alle.
Was brauchen die Kommunen?
Zunächst müssen Bund und Länder das historische Defizit der Kommunen unverzüglich beseitigen. So bekommen Landkreise, Städte und Gemeinden wieder Luft zum Atmen und sind nicht gezwungen, weiter massiv zu sparen und Leistungen zurückfahren zu müssen.
Es ist „2 vor 12“.
Und es braucht unbedingt strukturelle Reformen.
Die Kommunen leisten mehr als ein Viertel der staatlichen Ausgaben, erhalten aber nur ein Siebtel der staatlichen Einnahmen. Das kann auf Dauer nicht gut gehen.
Deshalb müssen die Kommunen vor allem von den ständig steigenden Sozialausgaben entlastet werden. Hier sind entschlossene Reformschritte der Bundespolitik notwendig.
Ab sofort muss gelten: Wer bestellt, bezahlt auch.
Alle Aufgaben, die Bund und Länder den Kommunen übertragen, müssen ausreichend finanziert sein. Ohne vollständige Gegenfinanzierung rutscht die kommunale Ebene nur weiter ins Defizit. Das darf keinesfalls passieren.
Wegen der strukturellen Unterfinanzierung der saarländischen Kommunen trifft diese die bundesweite Entwicklung besonders hart. Schulden aus der Vergangenheit belasten die saarländischen Städte und Gemeinden zusätzlich. Wir brauchen im Sinne einer Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse für alle Saarländerinnen und Saarländer eine Lösung der Altschuldenproblematik durch den Bund.
Wer die Demokratie verteidigen will, muss die kommunale Selbstverwaltung stärken.
Bund und Länder müssen jetzt handeln, damit der Staat vor Ort für seine Bürgerinnen und Bürger handlungsfähig bleibt.
Wir gestalten Lebensqualität vor Ort – Berlin muss helfen!
Ich wünsche Ihnen eine angenehme Woche
Ihr Jörg Wilhelmy
Alle Gemeindebediensteten beteiligen sich an der bundesweiten Aktion „Kommunen am Limit“. Aus diesem Grund bleibt das Rathaus am Montag, 22. Juni, wegen einer öffentlichen Dienstversammlung für die Dauer von einer Stunde geschlossen (Zeitraum: 11:30 bis 12:30) – Das Freibad öffnet an diesem Tag insofern erst um 13.00 Uhr. An der ein oder anderen gemeindlichen Einrichtung werden Sie auch entsprechende Hinweise zu den Hintergründen finden.
Liebe Bürgerinnen und Bürger,
wenn auch Sie sich Gedanken und Sorgen über die Zukunft unserer Gemeinde machen, lade ich Sie ein, sich mit uns zu solidarisieren und durch Ihre Teilnahme an der öffentlichen Dienstversammlung in der Ortsmitte kurz vor 12 Uhr im Bereich der Einmündung der Straße „Am Pfarrgarten“ ein Zeichen zu setzen.